Krisen über Krisen – Corona vs. Klimakrise

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Wir biegen langsam auf die Zielgerade des laufenden Jahres ein. Ein Jahr, das für uns alle verrückt war und noch immer ist. Dennoch ist die Welt im Wandel: Nicht nur, dass die Corona-Pandemie mittlerweile zu fast 50 Millionen Infizierten weltweit geführt hat; Auch der menschengemachte Klimawandel bedroht weiterhin unsere Lebensgrundlagen.

Angesichts des Ausmaßes der Klimakrise verwundert es, dass diese nicht durch eine wissenschaftliche Einrichtung begleitet wird, dass täglich die Zahl der durch den Klimawandel Erkrankten, Verletzten oder Toten registriert wird. Der Unterschied zur Corona-Pandemie liegt auf der Hand:
Während sich die Gesundheitsbeeinträchtigungen und Toten unmittelbar auf das Virus zurückführen lassen, wirkt der Klimawandel langfristig und mittelbar.

Beispielsweise hat der Sommer von 2003 (einer der Rekordsommer der letzten Jahre) laut Studien rund 70000 Menschen in Europa das Leben gekostet. Die Konsequenzen des anthropogenen Klimawandels machen sich also auch bereits in dieser traurigen Statistik deutlich bemerkbar.

Die aktuelle Pandemie und die Klimakrise weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede auf: Beide Krisen machen nicht an Staatsgrenzen halt. Eine effektive Bewältigung des Klimawandels wird nur durch globale Anstrengungen gelingen und jeder Staat, jede Organisation, jeder Einzelne von uns muss einen Beitrag dazu leisten.

Beiden Herausforderungen ist zudem gemein, dass ihre wirtschaftlichen Aus- und Folgewirkungen eine ähnliche Dimension haben dürften.

Die aktuelle Gesundheitskrise führt uns täglich vor Augen, dass wir an den wirtschaftlichen Schäden, die in Österreich, Europa und auf weltweiter Ebene entstanden sind, längere Zeit zu knabbern haben werden. Es wird dauern, bis sich alles wieder eingependelt hat.

Und auch der drohende Wirtschaftsverlust durch die Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt lassen sich in Zahlen abschätzen. Die Auswirkungen der Klimakrise – Dürren, Starkregen, Stürme, schmelzende Gletscher, steigende Wasserpegel – werden aktuell in Österreich auf rund 15 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Verursacht werden diese Kosten durch Wertschöpfungsverluste für fossile Importe und umweltschädliche Förderungen. Aber auch wetter- und klimabedingte Schäden sowie Kosten für die Anpassung an den Klimawandel belasten das öffentliche Budget. Schadens- und Anpassungskosten werden in den nächsten Jahren deutlich ansteigen.

Bei der noch immer anhaltenden Coronakrise haben wir gesehen, dass zeitnahes Handeln unabdingbar ist, um absehbare, dramatische Folgen zu vermeiden. Die direkten Schäden, die mit einem weiter ansteigenden Klimawandel verbunden sind, manifestieren sich zwar langsamer als jene dieser Pandemie, sind aber massiver und viel länger anhaltend. Die Covid-19-Krise schafft aber auch eine einzigartige Chance, staatliche Politik zugunsten nachhaltigerer, gesunder Strukturen zu setzen. Daher bleibt zu hoffen, dass bei künftigen Konjunkturmaßnahmen Klimaschutzziele entsprechend mitbedacht werden, denn sonst könnte eine klimawandelbedingte Rezession der pandemiebedingten folgen.

 
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Martin Pusterhofer

Martin Pusterhofer

Martin studierte an der Fachhochschule Technikum Wien Informatik und hat sich mit diesem Hintergrund als Programmierer selbstständig gemacht. Er ist auf einem Berg Bauernhof in der Steiermark aufgewachsen und hat versucht, nach seinem Weg in die IT bei ergänzenden Vorlesungen des Studienganges Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien, seinen persönlichen Fokus stärker auf Natur Themen und Nachhaltigkeits-Initiativen zu lenken. Martin hat in diesem Zuge mit seinem Kollegen Michael Meixner das Projekt der lebendigen Felder (www.lebendigefelder.at) ins Leben gerufen und sie versuchen damit einen Beitrag gegen einen drohenden Kollaps der Ökosysteme zu leisten.

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