Mobilität nachhaltiger gestalten

Mut zu alternativen Konzepten

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Alle Sektoren, die der Erreichung der Klimaziele im Wege stehen, erleben eine nachhaltige Transformation. So kann man meinen, dass das auch auf den Verkehrssektor zutrifft. Medial sind Elektroautos und Autos mit alternativen Verbrennungsmotoren die Lösung.

Aber was muss in der Übergangsphase geschehen, um eine nachhaltige Transformation ohne radikale Maßnahmen zu ermöglichen? Es braucht Kreativität gepaart mit Mut zu alternativen Konzepten.

Eine Idee, die verkehrsberuhigend wirkt, alle Probleme des Verkehrssektors behandelt und nachweislich das Gemeinwohl steigert, ist das raumgestalterische Superblock Konzept. Dieses Konzept fasst mehrere Wohnblöcke zu einer Einheit zusammen und dadurch entsteht eine Fläche, die für Erholungszwecke und umweltfreundliche Verkehrsmodi bestimmt ist. BewohnerInnen und DienstleiterInnen sind von dem Fahrverbot ausgenommen, aber müssen sich so wie in der in Österreich bekannten Begegnungszone verhalten. Die unbenutzte Verkehrsfläche wird zum Spielplatz für Kinder, und Nachbarn können ohne Lärm einander kennenlernen und miteinander kommunizieren – Utopie? In den Superblocks in Barcelona Realität.

https://barcelonarchitecturewalks.com/superblocks/

Eine Umsetzung wäre simpel, aber effektiv

Der Energieverbrauch steigt im Sektor Verkehr in Österreich, entgegen der Klimaziele, weiter an, auch dadurch bedingt, dass Probleme, die den Verkehr betreffen, von der Politik nur mit Samthandschuhen angefasst werden. Doch es ist nötig innovative Maßnahmen zu setzen, um den Energieverbrauch und den Treibhausgasausstoß besonders in Städten zu reduzieren. Urbane Hitze Inseln werden durch die Superblocks beseitigt, Anzahl der Unfälle reduziert und somit sinken infolgedessen die Gesundheitskosten.

Aber was passiert mit den Parkplätzen?

Die Parkraumbewirtschaftung muss neu gedacht werden. Wollen wir in Zukunft noch immer einen Besetzungsgrad von 1,2 Personen/KFZ in Wien oder wollen wir FußgängerInnen und RadfahrerInnen ein konfliktfreies Verkehrsnetz ermöglichen? Die Transformation des individualen Verkehres benötigt Zeit und muss mit geeigneten Maßnahmen begleitet werden. Parkgaragen müssen ausgelastet werden, um Parkplätze auf den Straßen zu reduzieren und neue P&R-Anlagen nur noch in die Höhe, für einen zukünftigen alternativen Nutzen, wie zum Beispiel als Bürogebäude, gebaut werden.

Superblocks steigern die Attraktivität für TouristInnen und BewohnerInnen

Österreich lebt zum Teil von Tourismus, aber neben den Sehenswürdigkeiten erwarten TouristInnen stark, durch KFZ belastete Straßen und besonders in den Inneren Bezirken wenige Ruhezonen. Auch wenig touristisch genutzte Bezirke könnten mit Erholungsoasen in der Stadt Anreize schaffen und dem Durchzugsverkehr Einhalt gebieten. Wie in den Best Practice Beispielen Mariahilfer Straße, Lange Gasse und Neubaugasse steigt mit der Verkehrsberuhigung die Attraktivität für Restaurants und Geschäfte.

Der motorisierte Individualverkehr ist nicht nur ein österreichisches Sorgenkind und mindert die Lebensqualität nachweislich, doch kreative Konzepte, wie Superblocks, zeigen auf, dass es oft einen unkonventionellen Ansatz benötigt, um eine lebenswertere Gesellschaft zu schaffen.

 
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