Österreichs Freiwilliger Nationaler Bericht zur SDG-Umsetzung

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Im Juli 2020 wurde der erste nationale Bericht zur Umsetzung der SDGs in Österreich präsentiert.

Erster FNU Österreichs im Juli 2020

Die Präsentation des ersten Freiwilligen Nationalen Berichts zur Umsetzung der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele / SDGs (FNU) Österreichs erfolgte vor den Vereinten Nationen am 15. Juli 2020 im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums (HLPF). Aufgrund der globalen COVID-19-Pandemie fand dieses HLPF heuer, anders als gewohnt, online statt. Als Mitglied der Österreichischen Bundesregierung präsentierte Bundesministerin Karoline Edtstadler den FNU in Form eines Videos und stellte sich im Anschluss persönlich den Fragen aus der Community des HLPF.

Schwerpunkte des FNU Österreichs 2020

Österreich bekennt sich zur Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 SDGs im Inland und in der Welt. Laut dem FNU hat Österreich aus Sicht der Bundesregierung bereits erfolgreich zur Umsetzung zahlreicher SDGs beigetragen. Österreich setzt dieses Engagement bis 2030 fort. Weiters ist zu lesen, dass durch das Regierungsprogramm 2020-2024 die Koordinierung zur SDG-Umsetzung durch die systematische Einbindung relevanter Stakeholder weiter gestärkt wurde. Der vorliegende FNU 2020 widmet sich den drei folgenden Themenbereichen schwerpunktmäßig:

  • Digitalisierung
  • Frauen, Jugend und leaving no one behind
  • Klimaschutz und Klimawandelanpassung

Im Kapitel „Fortschritte bei den Zielen und Vorgaben“ (Seite 53-101) wird auf Basis von Daten der Statistik Austria die Umsetzung der jeweiligen SDG-Zielerreichung dokumentiert. Dazu zählen Informationen wie etwa:

  • SDG 1: „Österreich ist bei der Armutsbekämpfung erfolgreich: Die Quote der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdeten sank von 18,9 % 2010 auf 17,5 % im Jahr 2018.“
  • SDG 2: „Der Anteil der biologisch bewirtschafteten Flächen stieg in Österreich deutlich von 18,4 % (2010) auf 23,2 % (2018) an.“
  • SDG 5: „Die Zahl der weiblichen Führungskräfte erhöhte sich von 28,4 % (2011) auf 31,8 % (2018).“
  • SDG 7: „Der Anteil der erneuerbaren Energieträger stieg von 31,2 % (2010) auf 33,4 % (2018)“
  • SDG 8: „Die Erwerbstätigenquote lag 2018 bei 76,2 % und damit nur mehr knapp unter dem nationalen Europa 2020-Zielwert von 77 %.“
  • SDG 9: „Energieverbrauch (+ 8,6 %) und Treibhausgasemissionen (+ 7,9 %) des Verkehrs stiegen von 2010 auf 2018 an.“
  • SDG 11: „Die Flächeninanspruchnahme für Bau-, Verkehrs und Freizeit-/Abbauflächen nahm von 2010 auf 2018 um 8,9 % zu.“
  • SDG 12: „Der inländische Materialverbrauch wuchs im Zeitraum 2010 bis 2018 um etwa 4,2 %. Der Rohmaterialverbrauch pro Kopf liegt deutlich über dem EU-Schnitt.“
  • SDG 13: „Die nationalen Treibhausgasemissionen sanken von 84,7 Mio. t CO2-Äquivalent (2010) auf 79,0 Mio. t (2018). Pro Kopf lagen die Emissionen in Österreich 2017 rund 8 % über dem EU-28 Durchschnitt.“

Im FNU 2020 sind zudem zahlreiche Initiativen im Sinne der SDGs sowie Good-Practice-Beispiele zur Umsetzung der Agenda 2030 aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Sozialpartnerschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zu lesen.

Erarbeitungsprozess 2019 bis 2020

Von Mai 2019 bis Mai 2020 bereitete Österreich diesen ersten FNU vor. Die Erstellung erfolgte in einem Multi-Stakeholder-Prozess unter Einbindung von VertreterInnen der jeweiligen Bundesministerien, der Bundesländer, des Städtebundes, des Gemeindebunds, der Zivilgesellschaft, der Sozialpartner sowie der Wissenschaft und Wirtschaft.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Austria’s Voluntary National Review – Main Messages: hier
  • Österreich und die Agenda 2030 – Freiwilliger Nationaler Bericht zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele / SDGs: hier
  • Österreichs Freiwilliger Nationaler Bericht zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele / SDGs – Hauptbotschaften: hier
  • IUFE-Podcast #168: Bernhard Zlanabitnig im Gespräch über die Agenda 2030, den ersten Freiwilligen Nationalen Bericht Österreichs zur Umsetzung der SDGs sowie die nachhaltige Bewältigung der Coronavirus-Krise: hier
 
About the Author

Florian Leregger

Florian Leregger

Nachhaltigkeit als Chance und Lösung wahrnehmen! Die Sustainable Development Goals bieten uns dafür Handlungsoptionen. Florian Leregger studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement (Fachbereich: Regionale Entwicklung) an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Zu seinen Schwerpunkten zählen Themen in den Bereichen Klimawandel, Wirtschaft, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs). Neben bisherigen Berufserfahrungen und ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Forschung und Umweltpädagogik sammelte er während seiner Auslandsaufenthalte, beispielsweise in Uganda und Costa Rica, wertvolles Wissen und Erfahrungen.

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