Die neuen Photovoltaik-Marktzahlen sind da!

Ich gebe zu, ich liebe Statistiken. Deshalb freue ich mich besonders, wenn aus dem Energie- aber besonders aus dem Photovoltaikbereich neue Statistiken da sind, die vielerlei Informationen für uns bereithalten.

Jährlich wird die Marktstatistik „Innovative Energietechnologien: Marktentwicklung 2019“ des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) veröffentlicht und heute darf ich euch die Zahlen für den Photovoltaikbereich näher erläutern. Den gesamten Bericht findet ihr hier und die hier verwendeten Grafiken der PV-Austria sind hier noch in einem sehr guten Fact Sheet Photovoltaik Österreich zusammengefasst.

Es gibt jedenfalls gute und schlechte Nachrichten. Zuerst schon mal die guten Nachrichten.

33% Zuwachs von 2018 auf 2019

Die gute Nachricht ist jedenfalls, dass von 2018 auf 2019 erstmal seit sehr mageren Jahren von 2014-2018 ein stärkerer Anstieg beim Zubau zu verzeichnen, und das Gesamtvolumen um 247 MWp auf satte 1.702 MWp gesamt gewachsen ist.

Das ist ein guter Weg, aber, wie nun auch gemeinhin bekannt ist, nicht genug. Ich habe hier 2011 bereits in einem Artikel mit dem Titel: Mutig genug für 293 MWp? geschrieben, dass wir in dem derzeitigen System nicht weit über 150 MWp hinauskommen und ein Mindestausbauvolumen von 297 MWp mit laufendem Anstieg nötig wäre.

Versiebenfachung der Ausbauzahlen bis 2030

Die schlechte Nachricht ist deshalb, dass wir nun umso mehr Power in den Ausbau legen müssen, weil wir jetzt schon mehr als 1.000 MWp hinten sind und die Beschleunigung erst jetzt startet. Deshalb freue ich mich gleichzeitig aber umso mehr, dass nun wirklich allen Entscheidungsträgern klar ist, dass wir deutlich höhere Volumina brauchen um unsere Ziele zu erreichen, und leider erst 10 Jahre nach diesem Aufruf dieses Ziel erreichbar scheint. Aber wie sagt man so schön, besser spät als nie.

Nötiger Zubau in Österreich bis 2030, Quelle: PV-Austria

Land Steiermark führt die PV-Bundesliga in kWp an

Auch spannend in den Zahlen der PV-Austria ist die Verteilung des Ausbaus nach Bundesländern. Es ist nur logisch, dass die Landespolitik durch einfachere oder schwierigere Behördenwege massgeblich daran beteiligt ist, wie sich der Ausbau in den Ländern entwickelt. Ich habe aus persönlicher Erfahrung gesehen, was passiert ist, als auch Niederösterreich die vereinfachten Behördenwege aus Oberösterreich übernommen hat: Die Zahl der Projekte sprang deutlich an. Zusätzliche Länderförderungen helfen zudem auch dabei, den Ausbau zu beschleunigen oder zu verlangsamen. Pro kWp sind hier die großen Bundesländer sehr dicht an der Spitze gedrängt. Nach der Steiermark kommt Niederösterreich, dann Oberösterreich und dann schon das im Verhältnis zur Fläche „kleine“ Wien.

Stadt Wien pro Einwohner letzter, pro km² erster

Damit das Bild kompletter und besser einordenbar ist, hier noch die Ausbauzahlen in Relation gesetzt mit der Einwohnerzahl und anschließend auf die Fläche, da es natürlich einfacher ist, in einem großen Bundesland mehr kWp zu bauen als in einem kleinen.

PV-Leistung nach Bundesländern in Österreich pro Einwohner – Quelle: PV-Austria

Erstaunlich ist in diesem Zusammhang Wien, da es durch die hohe Einwohnerdichte eine geringe Leistung pro Einwohner, dafür aber aufgrund der kleinen Fläche einen sehr hohen Wert pro km² erreicht. Ich kann auch hier aus der Praxis bestätigen, dass sich die Behördenwege schon deutlich vereinfacht haben, wobei natürlich immer noch Luft nach oben ist.

PV-Leistung nach Bundesländern in Österreich pro km² – Quelle: PV-Austria

Was ist los in Salzburg?

Ein Land, dessen Zahl mich erstaunt, ist Salzburg, da es bei allen Vergleichen eher schlecht abschneidet. Ich habe dort nicht so den Markteinblick, weiß da jemand von den Lesern mehr?

Schnell starten zahlt sich aus!

Wichtig ist jetzt, wie schon mehrfach erwähnt, dass endlich längerfristig planbare Rahmenbedingungen her müssen, was derzeit auch in Planung ist. Ich kann aber auch nur nochmal darauf hinweisen, dass aufgrund der höheren Gesamtvolumen, die derzeit verlautbart werden, in Zukunft sehr viel mehr Projekte gefördert werden, jedoch die Zuschüsse pro Projekt sicher nicht höher werden. Es gab noch nie so viele Fördermittel wie dieses Jahr pro Projekt und ausnahmsweise gibt es noch Mittel bei der so beliebten OeMag Tarifförderung. Wer also noch überlegt, sollte das Projekt unbedingt noch dieses Jahr starten. #protipp

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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