Urlaubsstimmung kommt auf

Endlich ist es soweit, der Sommerurlaub steht vor der Tür. Bereits bei der Urlaubsplanung kann man sich überlegen, wie nachhaltig man seinen Urlaub gestalten möchte. Am klimafreundlichsten ist es, wenn man seinen Urlaub in der Nähe des Wohnorts verbringt. Doch wer möchte schon den ganzen Urlaub auf „Balkonien“ oder im Freibad verbringen? Wir wollen hinaus in die weite Welt und etwas Neues entdecken! Natürlich hat ein Urlaub zu Hause auch seinen Reiz, aber wer möchte das schon jedes Jahr?

Um Neues zu entdecken, schöne Plätze zu sehen, Abenteuer zu erleben oder einfach nur zu entspannen, müssen wir jedoch nicht immer so weit wegfahren, wie oft angenommen. Österreich bietet viele schöne und unterschiedliche Plätze, die noch viel zu entdecken bieten. Bei der Urlaubsplanung sollte man sich zuerst fragen, was möchte ich eigentlich genau? Wie will ich meinen Urlaub verbringen? Sportlich oder entspannt? In den Bergen oder am Wasser? Wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich bestimmt die geeignete Region in Österreich finden.

Urlaub am Bauernhof

Die Initiative und Plattform „Urlaub am Bauernhof“ bietet ein großes Angebot von Unterkünften in ganz Österreich. Vom Reiturlaub am Pferdehof über einen Familienurlaub auf einem Baby- und Kinderhof bis zu einem romantischen Aufenthalt auf einer Almhütte. Auf der Website urlaubambauernhof.at gibt es ein vielseitiges Angebot. Ob für Aktive oder für Entspannungssuchende, mit oder ohne Hund, laden die Bauernhöfe in Österreich zu einem vielversprechenden Traumurlaub ein. Ich habe für diesen Sommerurlaub bereits eine Almhütte in Kärnten gebucht und werde dort die österreichischen Alpen erkunden.

Zusätzlich gibt es auch viele Vorteile, die ein regionaler Urlaub in Österreich mit sich bringt: kurze An- und Abreise, keine Reiseversicherung fürs Ausland notwendig, keine zusätzlichen Reiseimpfungen, keine Sprachbarrieren und die Unterstützung der österreichischen Wirtschaft.

Ein bisschen Abenteuer

Sollte die Urlaubskassa nicht allzu groß sein, man an Landwirtschaft interessiert sein und man im Urlaub einen Ausgleich zu der sitzenden Büroarbeit im Alltag benötigen, dann empfiehlt es sich, einen Biobauernhof über WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms) zu suchen. WWOOF ist eine Organisation, welche über Plattformen freiwillige Helferinnen und Helfer mit Biobäuerinnen und Biobauern verknüpft. Als Gegenleistung für die Hilfe und tatkräftige Unterstützung bekommt man Kost und Unterkunft zur Verfügung gestellt und lernt gleichzeitig viel über die Landwirtschaft. An den freien Tagen, welche individuell mit den jeweiligen Bäuerinnen und Bauern ausgemacht werden, hat man ausreichend Zeit, die Region zu erkunden und Ausflüge zu machen. Da man für die Unterkunft und die Verpflegung nichts zahlt, wird so die Urlaubskassa erleichtert.

Klingt spannend? Aber wie findet man so einen WWOOF Biobauernhof? Das ist ganz einfach, man registriert sich online bei der WWOOF Organisation. Je nach dem, in welchem Land man wwoofen möchte, muss man sich für das bestimmte Land registrieren. Man zahlt einen kleinen Jahresbeitrag an die WWOOF Organisation, und bekommt dann die Kontaktdaten der Biobauernhöfe. Dann macht man sich mit diesen den gewünschten Zeitraum aus. Hier gilt jedoch auch: „der frühe Vogel fängt den Wurm.“ So brauchen nicht alle Bäuerinnen und Bauern das ganze Jahr über Unterstützung. Je früher man für einen bestimmten Zeitpunkt nachfragt, desto eher hat sich für die gleiche Zeit nicht schon jemand anderer angemeldet.

Im Rahmen eines nachhaltigen Reiseabenteuers, welches eine Atlantikübersegelung beinhaltete, habe ich auf vier verschiedenen WWOOF Bauernhöfen mitgeholfen und würde es auf jeden Fall wieder machen. Meine Reisekassa wurde dadurch erleichtert. Man bekommt einen guten Einblick in die Kultur und lernt extrem viel. Ich war auf zwei WWOOF Bauernhöfen in Chile, die doch sehr unterschiedlich waren. Einer lag fast schon in der Halbwüste sehr abgeschieden in einem sehr kleinen Dorf, wo wir Kräuter und Tee trockneten und Tuna Früchte ernteten. Es war sehr abenteuerlich – für Internetverbindung mussten wir immer auf einen kleinen Hügel gehen. Der andere war auf einer sehr fruchtbaren Insel im Süden. Der Bauernhof war in einem alten Schulgebäude und wir ernteten dort Salat und pflanzten Knoblauch an. Hier waren mit dem Bauern nur 4 Stunden Arbeit pro Tag ausgemacht und es kam uns tatsächlich wie Urlaub vor. Nebenbei lernten wir etwas über Landwirtschaft.

Ebenso habe ich eine WWOOF Erfahrung auf einem Pferdebauernhof in Peru auf 4000 Meter Höhe beim Titicacasee gemacht und auch in Mexiko auf der karibischen Insel Cozumel. Alle meine bisherigen WWOOF Erfahrungen konnten nicht unterschiedlicher sein, jedoch würde ich alle wieder machen. Wie viel Luxus man hat, ist natürlich von den Bauernhöfen abhängig. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, wenn ich meine nächste WWOOF Erfahrung in Österreich oder in unseren Nachbarländern machen darf. Denn auch in der Nähe gibt es genug zu entdecken und zu lernen.

 
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Bernadette Hebenstreit

Bernadette Hebenstreit

Bernadette Hebenstreit studierte Slawistik und Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf der Universität Wien. Nachhaltigkeit und Umweltschutz waren ihr schon in ihrer Kindheit und Jugend sehr wichtig, weshalb sie sich neben dem Studium bei dem Ökosozialen Studierenden Forum engagierte. Nach dem Studium begab sie sich auf ein Abenteuer, welches mit einer Atlantikübersegelung startete und auf ökologischen Bauernhöfen in unterschiedlichen Ländern Amerikas weiterging.

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