Was Coronaviren und der Verlust von Artenvielfalt miteinander zu tun haben

Für uns alle hat sich in den letzten Wochen unser normales Leben innerhalb kürzester Zeit enorm verändert. Handelt es sich beim Corona Virus um eine Laune der Natur oder trägt der Mensch selbst auch eine Mitverantwortung daran?

Nicht nur dieses Virus, das momentan alles beherrschende Thema, breitet sich aus. Wir steuern auf ein Rekord Trockenjahr zu, andere Länder werden wiederum überflutet, Wälder brennen, die Meere erwärmen sich und Insekten sterben. Wir vergessen gerne, dass die ausbeuterische Lebensweise des Menschen diese Probleme befeuert, meist sogar verursacht. Die Klimakrise, der Verlust der biologischen Vielfalt oder eben auch das Aufkommen völlig neuer Erreger hängen miteinander zusammen.

Zwei Beispiele, wie Erreger Artgrenzen überwinden, weil wir natürliche Ressourcen respektlos ausbeuten:

  • Die Überfischung in den Küstengewässern vieler afrikanischer Staaten durch ausländische, oft westliche, Flotten führt auch dazu, dass die lokale Bevölkerung verstärkt auf Buschfleisch zurückgreift. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger, die Ebola auslösen, auf Menschen übertragen werden.
  • Märkte, auf denen neben Haus- und Nutztieren auch Wildtiere gehandelt werden, sind ideale Orte, auf denen Erreger Artgrenzen überwinden können. Das hat schon die SARS-Pandemie 2002/2003 gezeigt. Diese wird von manchen Virologen auf den Kontakt mit dem Larvenroller – einer Schleichkatze, die in Teilen Chinas als Delikatesse gegessen wird – zurückgeführt.

Fakt ist, dass global mit Wildtieren und -pflanzen im Wert von Milliarden von Euro gehandelt wird. In den Vereinigten Staaten leben beispielsweise zwischen 5.000 bis 10.000 Tiger in Gefangenschaft. Das sind mehr Tiger als weltweit in freier Wildbahn leben. Zwar ist nicht jeder Handel an der Vernichtung der Artenvielfalt schuld, aber der nicht-nachhaltige und vor allem der illegale, rücksichtslose Handel vernichtet die Vielfalt der Natur.

Es gibt Hinweise darauf, dass auch das neue Coronavirus auf einem Wildtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan durch Fledermäuse auf den Menschen übersprang. Wissenschaftler sagen voraus, dass, je stärker die Biodiversität des Planeten reduziert wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit ist, dass andere Viren von Tieren auf Menschen übertragen werden. Denn die Tiere hätten sich gemeinsam mit Viren entwickelt, im Fall der Fledermaus eben mit Coronaviren. In einem funktionierenden Ökosystem seien solche zoonotischen Übertragungen, von Tier auf Mensch, höchst unwahrscheinlich.

Eine Lehre, die wir aus der Covid-19-Pandemie ziehen müssen, ist, nicht weiter in Lebensräume von Wildtieren einzugreifen, sondern die Artenvielfalt zu erhalten. Das sei die beste Strategie, um Tiere vor dem Menschen zu schützen und damit den Menschen vor einer Übertragung mit gefährlichen Viren.

 
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Martin Pusterhofer

Martin Pusterhofer

Martin studierte an der Fachhochschule Technikum Wien Informatik und hat sich mit diesem Hintergrund als Programmierer selbstständig gemacht. Er ist auf einem Berg Bauernhof in der Steiermark aufgewachsen und hat versucht, nach seinem Weg in die IT bei ergänzenden Vorlesungen des Studienganges Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien, seinen persönlichen Fokus stärker auf Natur Themen und Nachhaltigkeits-Initiativen zu lenken. Martin hat in diesem Zuge mit seinem Kollegen Michael Meixner das Projekt der lebendigen Felder (www.lebendigefelder.at) ins Leben gerufen und sie versuchen damit einen Beitrag gegen einen drohenden Kollaps der Ökosysteme zu leisten.

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