Niemanden zurücklassen

SDGs und Inklusion

Lesedauer: 4 Minuten

Was haben die SDGs mit Inklusion und Barrierefreiheit zu tun? „Leave no one behind“ lautet das Motto der Agenda 2030. Die SDGs sind inklusiv und wenden sich ausdrücklich gegen Ungleichheit und Diskriminierung, auch von Menschen mit Behinderung.

SDGs und Menschen mit Behinderungen

Bei mehreren der 17 SGDs wird explizit auf Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen eingegangen. Im Fokus stehen dabei Armutsbeseitigung (SDG 1), Ernährungssicherheit (SDG 2), Zugang zu inklusiver und hochwertiger Bildung (SDG 4), Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung (SDG 6), faire Arbeitsbedingungen und Jobchancen (SDG 8), Selbstbestimmung sowie soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion (SDG 10) und barrierefreie Städte und Gemeinden (SDG 11). Zudem bezieht sich das SDG 17 auf die Stärkung der finanziellen Mittel zur Erreichung von nachhaltiger Entwicklung. Gemäß dem Motto „leave no one behind“ gilt der Mobilisierung und Aufwendung von öffentlichen und privaten Geldern auch für Menschen mit Behinderung besondere Aufmerksamkeit. Dies ist ein wesentlicher Teil einer inklusiven Entwicklungszusammenarbeit und -finanzierung.

Was Inklusion eigentlich bedeutet

Vermeintlich bereits oft gehört, ist Inklusion oftmals nicht klar zu benennen. Die Lebenshilfe Österreich bringt es wie folgt auf den Punkt:

In einem Miteinander, in dem keine Person ausgeschlossen wird“.

Und weiter:

Inklusion zielt darauf ab, dass alle Menschen in einer Gesellschaft gleichberechtigt miteinander leben. Menschen mit Behinderungen sollen dazugehören, teilhaben und selbst bestimmen können – von Geburt an und in allen Lebensbereichen wie Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit. Inklusion ist ein Menschenrecht und als solches in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen geregelt.

In Österreich leben rund 1,3 Mio. Menschen mit Behinderung

Weltweit gibt es rund 1 Milliarde Menschen mit Behinderungen. Davon leben etwa 80 Prozent in Entwicklungsländern. In Österreich, so besagt es der „Bericht über die Lage der Menschen mit Behinderungen“, leben rund 1,3 Mio. Menschen bzw. 18,4 Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung mit einer Behinderung. Die SDGs haben somit hohe Relevanz sowie Aktualität für viele Menschen auf unserem Planeten. Ernsthafte Bemühungen in diesen Bereichen sowie effektive Verbesserungen der individuellen Lebenssituationen für alle Menschen wären im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ausgesprochen wünschenswert.

Good-Practice-Beispiele aus Österreich

Unbestritten, es gibt zahlreiche Bemühungen von engagierten Einzelpersonen, Vereinen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Interessensverbänden zur Förderung von Inklusion, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit von Menschen mit Behinderungen in den unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen. Auch in Bereichen der Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Politik gibt es positive Initiativen zu beobachten. Diese sind beispielsweise im Zuge von Projekten (z.B. „inArbeit“), Kunstinitiativen (z.B. „i+ Die inklusive Museumslösung“) Vernetzungsplattformen (z.B. Österreichischer Behindertenrat), Zertifikaten (z.B. „Fair Für Alle“) sowie Prämierungen wie zum Beispiel der österreichische Inklusionspreis oder der Literaturpreis Ohrenschmaus kennenzulernen. Ebenso existiert seit 2015 die Initiative „Wheelday. Entwicklung bewegt!“ des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Jährlich werden dabei mit einem Jugend-Wettbewerb zahlreiche Projekte und Initiativen in Österreich sowie aus der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit vor den Vorhang geholt.

Initiative „Wheelday. Entwicklung bewegt!“

Seit 2015 wurden im Rahmen des Wheelday-Jugend-Wettbewerbs folgende österreichische Akteurinnen und Akteure ausgezeichnet. Die 17 SDGs bilden dabei den Rahmen für den Jugend-Wettbewerb. Die Projekte und Initiativen zeichnen sich durch ihren Beitrag zur Förderung von Inklusion und Barrierefreiheit in Österreich und in Entwicklungsländern aus. Folgend eine Auswahl der prämierten Projekte:

Quellen und weiterführende Informationen:

 
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Florian Leregger

Florian Leregger

Nachhaltigkeit als Chance und Lösung wahrnehmen! Die Sustainable Development Goals bieten uns dafür Handlungsoptionen. Florian Leregger studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement (Fachbereich: Regionale Entwicklung) an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Zu seinen Schwerpunkten zählen Themen in den Bereichen Klimawandel, Wirtschaft, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs). Neben bisherigen Berufserfahrungen und ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Forschung und Umweltpädagogik sammelte er während seiner Auslandsaufenthalte, beispielsweise in Uganda und Costa Rica, wertvolles Wissen und Erfahrungen.

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