UniNEtZ

Österreichische Wissenschaft zu den SDGs

Das Projekt UniNEtZ bringt Wissenschafter/innen und Expert/innen zusammen, um die Umsetzung der Agenda 2030 und ihren 17 SDGs in Österreich zu fördern. Bis 2021 werden zahlreiche Schritte bei der Forschung und beim Aufzeigen von Handlungsoptionen gesetzt.

Projekt UniNEtZ

Im Projekt UniNEtZ (Langtitel: Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele) haben sich Wissenschaftler/innen und Künstler/innen aus 18 Partnerinstitutionen (Universitäten und Forschungseinrichtungen) zusammengeschlossen. Sie setzen sich zum Ziel, Optionen darzustellen, wie die SDGs umgesetzt werden können. Im Zeitraum 2019-2021 wird dafür an einem Optionenbericht gearbeitet, der die österreichische Bundesregierung in der Umsetzung der Agenda 2030 unterstützen soll.

Herausgegangen aus der Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich repräsentiert das Projekt ein breites Spektrum an Expertise aus Sozial- und Naturwissenschaften, Technik, Kunst und Musik. Die jeweiligen Partnerinstitutionen übernehmen im Rahmen des Projektes sogenannte Patenschaften und Mitwirkungen für die SDGs. Eine Patenschaft bedeutet, dass die Partnerinstitution Wissen sowie Aktivitäten österreichweit zum jeweiligen SDG koordiniert und zusammenträgt. Unter Mitwirkung wird die inhaltliche Mitarbeit an einem bestimmten SDG verstanden.

SDG Gruppen

Neben anderen Projektgremien, wie etwa Rat, Lenkungsausschuss, Scientific Advisory Board und Koordination, bestehen auch die sogenannten UniNEtZ SDG Gruppen. Diese arbeiten inhaltlich zum jeweiligen SDG und entwickeln Optionen, die zur SDG-Zielerreichung in Österreich beitragen sollen. So zum Beispiel:

  • SDG 1 „Keine Armut“ – Leitung: Universität Salzburg
  • SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ – Leitung: Medizinische Universität Innsbruck
  • SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ – Leitung: Universität für angewandte Kunst Wien
  • SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ – Leitung: Johannes-Kepler-Universität Linz
  • SDG 13 „Klimaschutz“ – Leitung: Climate Change Centre Austria
  • SDG 15 „Leben an Land“ – Leitung: Universität für Bodenkultur Wien

Perspektivenbericht 2020

Im Frühjahr 2020 wurde vom Projektkonsortium ein sogenannter Perspektivenbericht publiziert. Dieser Bericht fasst die Ergebnisse der bisherigen Arbeit der einzelnen SDG Gruppen zusammen. Zu lesen sind darin je SDG die Rahmensetzung, Fokussierung, Methodik, Hauptproblemfelder in Österreich sowie Interaktionen mit anderen SDGs.

Ein Beispiel – SDG 2 „Kein Hunger“ (Patenschaft: Universität für Bodenkultur): Laut Perspektivenbericht zählen im Kontext des SDG 2 Aspekte der Fehlernährung (z.B. Überernährung), der starke Strukturwandel in der Landwirtschaft (z.B. sinkendes Realeinkommen, Verringerung der Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben) sowie Bodenverdichtung und -erosion (z.B. Bodenversiegelung, Humusabbau) zu den Hauptproblemfeldern in Österreich. Bei den Interaktionen mit anderen SDGs verweist der Perspektivenbericht auf die SDGs 3, 6 (z.B. Bisherige Art der Nahrungsmittelproduktion inkl. Pestizid-, Düngemitteleinsatz, intensive Tierhaltung, Antibiotika-, Schmerzmitteleinsatz in Viehzucht steht im Wiederspruch zu den SDGs 6.3, 6.4 und 6.6), 12, 13 und 15 (z.B. Genetische Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen, Nutz- und Haustierrassen sowie Wildtieren – SDGs 15.5 und 15.6).

Aufbauend auf diesen ersten Erkenntnissen werden im Fortschritt des Projektes UniNEtZ weitere Handlungsoptionen sowie Maßnahmenbündel erarbeitet, welche schlussendlich im Optionenbericht im Jahr 2021 publiziert werden sollen.

Möglichkeiten für SDG-Abschlussarbeiten

Zusätzlich zu den Arbeiten für den Perspektiven- und Optionenbericht wird über die Webseite des Projektes UniNEtz Studierenden die Möglichkeit geboten, ihre Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten) zu Themen bzw. Aspekten der SDGs zu verfassen. Zum einen werden ausgeschriebene Abschlussarbeiten vergeben und zum anderen können Themenvorschläge eingereicht werden, sodann entsprechende Kontakte vermittelt werden können.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Download des Perspektivenberichts 2020: hier
  • SDG Abschlussarbeiten im Rahmen des Projektes UniNEtZ: hier
  • Webseite des Projektes UniNEtz: hier
 
About the Author

Florian Leregger

Florian Leregger

Nachhaltigkeit als Chance und Lösung wahrnehmen! Die Sustainable Development Goals bieten uns dafür Handlungsoptionen. Florian Leregger studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement (Fachbereich: Regionale Entwicklung) an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Zu seinen Schwerpunkten zählen Themen in den Bereichen Klimawandel, Wirtschaft, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs). Neben bisherigen Berufserfahrungen und ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Forschung und Umweltpädagogik sammelte er während seiner Auslandsaufenthalte, beispielsweise in Uganda und Costa Rica, wertvolles Wissen und Erfahrungen.

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