Bioökonomie!

Die Antwort auf Borkenkäfer und Klimawandel.

Klimawandel und Borkenkäfer scheren sich nicht um die Corona-Krise und sind spürbarer denn je. Doch was tun mit dem Schadholz, das Klimawandel und Borkenkäfer zum Opfer fällt? Darauf und auf viele andere Herausforderungen unserer Zeit ist die klare Antwort: Bioökonomie!

Aber was ist das eigentlich und was bringt es uns?

Mit Bioökonomie ist eine Art des Wirtschaftens gemeint, die erdölbasierte und nicht nachwachsenden Rohstoffe durch erneuerbare, natürliche Ressourcen aus unseren Wäldern, unserer Landwirtschaft, unseren Meeren und sogar Abfall ersetzt. So können jene Produkte biogen hergestellt werden, die wir tagtäglich brauchen. Ob Einkaufssackerln aus Bioplastik, T-Shirts aus Holzfasern, Medikamente aus Biowirkstoffen oder Bio-Treibstoffe, Gas und Strom aus Schadholz – all jene Produkte stammen aus dem Innovationsbaukasten der Bioökonomie. Damit trägt sie dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren, neue regionale Wertschöpfungsmöglichkeiten zu erschließen, den ländlichen Raum und Innovationskraft zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig das Klima zu schützen.

Die Bioökonomie birgt großes Potential an Innovationsmöglichkeiten und Wertschöpfung und verknüpft verschiedene Branchen und Sektoren miteinander: Industrie und KMUs, Land- und Forstwirte, Abfallwirtschaft, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft. Das ermöglicht die Kombination von Ideen und bietet den Nährboden für Innovationen. Der Klimawandel und die stetig wachsende Weltbevölkerung sind eine Tatsache, derer wir uns nicht so einfach entledigen können. Umso wichtiger ist die Umsetzung eines Wirtschaftsmodells, das auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben und Überleben ermöglicht.

Mit der Forcierung von Bioökonomie entscheiden wir uns in Österreich heute dafür, morgen treibende Kraft zu sein. Österreich hat hier eine gute Startposition, mit viel KnowHow. Die Bioökonomiestrategie der Bundesregierung und der nun folgende Umsetzungsplan sind hier wichtige Meilensteine. Die Land- und Forstwirtschaft spielen für die Bioökonomie als Rohstofflieferant die Schlüsselrolle. Unserer Flächen in Österreich bestehen zu beinahe der Hälfte aus Wald. Damit ist Holz – von der Baubranche bis zum Produktbereich – ein besonders wichtiger Rohstoff für die österreichische Bioökonomie. Das spannende an der Bioökonomie ist, dass sie auch Abfall- und Nebenprodukten ein zweites Leben gibt.

Was bedeutet das nun für unser Schadholz?

Einige Firmen haben sich auf die Verarbeitung von Schadholz spezialisiert und sind somit ein wertvoller, regionaler Abnehmer zur Verwertung von Schadholz. Die Firma Lenzing produziert beispielsweise in Oberösterreich Fasern und Kleidung aus Schadholz. In der Steiermark entstehen bei luxhome Ziegel aus Holz für den Massivbau.

Apropos: erdölfrei: Besonders vielversprechend für die Zukunft, ist die in Österreich entwickelte Holzvergasungstechnologie. Von der Holzvergasung ausgehend ist die Produktion von Wasserstoff, synthetischem Erdgas, Diesel, Kerosin, aber auch Strom und Wärme bzw. Kälte möglich – die technischen Möglichkeiten sind vielfältig.

Kurzum: Bioökonomie schützt unsere Umwelt, schafft Arbeitsplätze in der Region und bietet enormes Innovationspotenzial für unsere Wirtschaft auch in Zeiten nach der Krise.

Die vielfältigen Chancen und Ansätze der Bioökonomie zur Lösung unserer heutigen Herausforderungen müssen erst ins öffentliche Bewusstsein gelangen. Das Ökosoziale Forum ist die Bioökonomieplattform in Österreich. Aus diesem Grund ist es Teil von BLOOM: Ein von der Europäischen Union (Horizon 2020) finanziertes Projekt, das darauf abzielt, Raum für offenen Dialog zu schaffen, Wissen über Bioökonomie zu verbessern und Bewusstsein über die Potentiale bei allen Menschen zu schärfen.

Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, was Bioökonomie kann, schaut unter www.ökosozial.at oder https://bloom-bioeconomy.eu vorbei.

 
About the Author

Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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