Warum Insekten wichtig sind

Alexander von Humboldt hat bereits vor 200 Jahren festgestellt, dass alles in der Natur durch scheinbar unsichtbare Bande miteinander verknüpft ist. Fehlen einzelne Arten, wirkt sich das auf andere Tier- und Pflanzenarten aus. Das Gedeihen der Pflanzen steht wiederum in ständigem Wechselspiel mit Wetter und Klima.

Wenn wir uns zum Beispiel die verschiedenen Rollen von Insekten im Ökosystem anschauen, sollte klar sein, wie wichtig diese für uns Menschen sind und warum wir uns zum Schutz dieser und zur Schaffung von Lebensräumen einsetzen sollten.

Zum einen ist die Wichtigkeit in Bezug auf Bestäubung zu nennen. Wenn Insekten fehlen, werden viele Pflanzen nicht mehr bestäubt. Ein großer Teil der Nutzpflanzen ist von bestäubenden Insekten abhängig. Ohne sie würde es Ernteausfälle geben, vor allem bei Obst und Gemüse. Zu den Bestäubern zählen zum Beispiel weltweit 20.000 verschiedene Arten von Wildbienen. Außer ihnen bestäuben auch viele Schmetterlingsarten, Fliegen, Motten, Käfer und Wespen Pflanzen. Der Weltbiodiversitätsrat schätzt, dass 87,5 Prozent der Blütenpflanzen von der Bestäubung durch Tiere abhängen.

Im Ökosystem Wald zum Beispiel werden rund 80 Prozent aller Bäume und Sträucher von Insekten bestäubt. Dazu gehören Ahorn, Weißdorn, Rosskastanie, Weide, Vogelbeere und Linde. Allerdings tragen auch Ameisen zur Verbreitung der Pflanzen bei, da sie Samen sammeln und verteilen. 

Insekten regulieren im Wald aber auch Energie- und Nährstoffflüsse. Viele Arten fressen Blätter und Nadeln. Das Pflanzenmaterial wird verdaut, der Kot gelangt auf den Boden und wird von Mikroorganismen weiterverarbeitet. Dadurch werden die Nährstoffe wieder verfügbar gemacht. 

Viele Insektenarten tragen auch zum Abbau von totem Holz bei. Sie zerkleinern Rinde und Holz und erleichtern so den Abbau durch Mikroorganismen. Zum Teil besiedeln Insekten auch geschwächte Bäume und können sie zum Absterben bringen. Insgesamt fördern sie damit den Gesundheitszustand des Waldes. Dazu gehört außerdem, dass Insekten den Kot und die Kadaver anderer Waldtiere verwerten.

Insekten dienen wiederum als Nahrung für Vögel wie Spechte, Meisen oder Spatzen. Auch Mäuse, Frösche und Eidechsen fressen Insekten. Zudem fressen viele Insekten andere Insektenarten. Sie regulieren damit zum Beispiel das Verhältnis der Arten und können dazu beitragen, das massenhafte Auftreten von Schädlingen zu verhindern.

Sollte sich das Insektensterben fortsetzen, könnte also eines Tages frisches Obst und Gemüse zu seltenen und teuren Luxusgütern werden. Weil ihnen die Nahrung fehlt, würden erst Vögel, Frösche und andere kleinere Wildtiere und in der Folge größere Tiere aussterben. Herumliegendes, vermoderndes Aas könnte Krankheiten verbreiten. Von Kuhmist würde deutlich mehr klimaschädliches Lachgas ausgestoßen, wenn er länger auf der Wiese liegt. Weltweit gibt es etwa acht Millionen Tier- und Pflanzenarten. Eine Million davon droht zu verschwinden. Die Aussage eines renommierten Neurobiologen bringt es gut auf den Punkt: „Biologische Vielfalt ist keine unbedeutende Spielerei der Natur, sondern die Grundlage für alles Leben und sein weiteres Bestehen in der Zukunft“.

 
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Martin Pusterhofer

Martin Pusterhofer

Martin studierte an der Fachhochschule Technikum Wien Informatik und hat sich mit diesem Hintergrund als Programmierer selbstständig gemacht. Er ist auf einem Berg Bauernhof in der Steiermark aufgewachsen und hat versucht, nach seinem Weg in die IT bei ergänzenden Vorlesungen des Studienganges Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien, seinen persönlichen Fokus stärker auf Natur Themen und Nachhaltigkeits-Initiativen zu lenken. Martin hat in diesem Zuge mit seinem Kollegen Michael Meixner das Projekt der lebendigen Felder (www.lebendigefelder.at) ins Leben gerufen und sie versuchen damit einen Beitrag gegen einen drohenden Kollaps der Ökosysteme zu leisten.

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