Photovoltaik schreibt man nicht mit F – Ein Aufruf zum Dudenboykott

Gott sei Dank, kommt es immer häufiger vor, dass über Photovoltaik geschrieben wird. In manchen großen Medienhäusern merke ich aber immer wieder, dass das Wort noch immer falsch geschrieben wird.
Daher habe ich mich auf Ursachenforschung begeben und bin auf interessante Ergebnisse gekommen.

Fotovoltaik? Das schreiben nur Outsider oder nicht?

Mein erster Impuls war bislang immer: Wer Fotovoltaik schreibt, hatte noch nie mit dem Thema zu tun, sonst wüsste er, dass es PHotovoltaik heißt. Schließlich hat sich auch die Abkürzung PV durchgesetzt. FV klingt nicht nur furchtbar, sondern ist auch fast unaussprechlich. Ich wage also zu behaupten, dass dies für immer so bleiben wird. Nun ist das Thema aber schon lange kein Nischenthema mehr, also warum hält sich das F, vor allem in branchenfremden Medien, noch so stark?

Nein! Rechtschreibreform 2004/2006 als Übeltäter identifiziert

Nun ist es aber anscheinend so, dass es nicht an der Unwissenheit des Autors, sondern an einer Empfehlung des Duden liegt. Im Fall der Photovoltaik beläuft es sich nämlich so, dass laut Duden beide Begriffe möglich sind, aber der Duden Fotovoltaik als „richtigere Schreibweise“ betitelt. Gleichzeitig gibt es Rechtschreibseiten, die die ganze Sache wieder auflösen. Hier der Photovoltaik-Eintrag aus dem Portal: Korreturen.de

Mit diesem Eintrag wird für mich alles klar:

Bei mehreren möglichen Varianten ist die empfohlene Schreibweise orange markiert. Die erstgenannte Variante entspricht hingegen der Duden-Empfehlung.

Empfehlung zum Duden-Boykott – Photovoltaik ist die empfohlene Schreibweise

Ich wusste nicht, dass auch offizielle Rechtschreibportale das Duden-Problem erkannt haben und eine Lösung anbieten. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich suchen, welche Wörter noch in so einem Dilemma stecken. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass es bei einer nächsten Rechtschreibreform sehr klar wäre, wie das Wort zu schreiben ist. Deshalb empfehle ich den Journalisten von heute ebenfalls diesen Schritt zu wagen. Es lohnt sich und macht die Artikel glaubwürdiger. Bei dieser Gelegenheit darf ich auch darauf hinweisen, dass es bei der Photovoltaik keine Kollektoren, sondern nur Module oder Panele gibt, auch das wird immer wieder verwechselt. Den entsprechenden Artikel dazu gibt es hier.

 
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Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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