Österreichs Landwirtschaft rettet das Klima

Belegte Zahlen

Der Klimawandel hat uns fest im Griff und bedroht nicht nur die Landwirtschaft, sondern folglich unsere Versorgung mit Lebensmitteln.

Bei der größten agrarischen Diskussionsveranstaltung, der Wintertagung des Ökosozialen Forums, trafen sich auch dieses Jahr, Bäuerinnen und Bauern sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unter dem Motto „Von Almen zu Palmen. Die Agrarpolitik im (Klima-)Wandel“ ging die Wintertagung in die 67. Runde. Diese fand 2020 von 21. bis 30. Jänner statt. An elf Fachkonferenzen – von Agrarpolitik über Landtechnik, von Tierhaltung bis hin zu Kommunikation – wurden Lösungen und Chancen zu aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft diskutiert und gefunden. Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, präsentierte dabei aktuelle Zahlen die belegen, dass Österreichs Landwirtschaft pro Jahr dreimal mehr CO2 bindet als sie ausstößt, und gleichzeitig als einziger Wirtschaftssektor unsere Ernährungsgrundlage sichert. Vereinfacht ausgedrückt: Die heimischen Landwirtinnen und Landwirte versorgen uns mit Lebensmitteln und sind gleichzeitig aktive Klimaschützer.

Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sind Teil der Klimalösung und europaweites Vorzeigemodell im Kampf gegen den Klimawandel. Doch diese Leistungen müssen abgegolten werden. Es braucht ein Europäisches Agrarprogramm nach dem Motto „ökosozial statt marktradikal“, denn Mehrleistungen müssen uns auch mehr wert sein. Einsparungen auf dem Rücken der bäuerlichen Familienbetriebe bedeuten auch Einsparungen beim Klimaschutz. Ökosoziale Agrarpolitik hingegen schafft beides, Bauernschutz und Klimaschutz.

Forderung nach schneller Umsetzung von Klimazöllen

Strengere Umweltauflagen zum Nulltarif verdrängen die Lebensmittelproduktion ins Ausland. Dort werden Lebensmittel unter wesentlich niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards produziert und landen dann als Billigst-Lebensmittel auf unseren Tellern – auch auf Kosten des Klimas.

Denn Klimaschutz hört nicht an unseren Grenzen auf. Nirgendwo werden Lebensmittel so umweltbewusst, in so hoher Qualität und nach derart hohen Standards produziert wie bei uns. Deshalb fordern wir die EU- Kommission auf, europaweite Klimazölle auf importierte Produkte schnellstmöglich umzusetzen. Wir brauchen Chancengleichheit für unsere Bäuerinnen und Bauern und Schutz für unsere Konsumentinnen und Konsumenten. Das ist ökosozial!

Mehr zu den Daten und Fakten und zur Wintertagung finden Sie unter www.ökosozial.at

 
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Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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