Zero Project Partner Dinner 2020

Putting Disability on the Agenda

Am 19. Februar lud die Raiffeisen Bank International im Rahmen der Zero Project Konferenz zu einem Dinner mit inspirierenden Reden und Einblicken in die Inklusionsthematik.

Harald Kröger, CEO der Raiffeisen Centrobank, begrüßte die Besucherinnen und Besucher aus den verschiedensten Ländern im Namen des Gastgebers RBI. Er hoffte in seiner Ansprache auf eine Zukunft, in der Inklusion gelebt wird und verwies dabei auf das beeindruckende „Zero Project“ von Martin Essl. Weiters beschrieb er das Thema Disability als Chance, die es aus seiner Sicht zu ergreifen gilt.

Dem schloss sich Martin Essl, Gründer der Essl Foundation, in seiner Eröffnungsrede an und bewarb sein Herzensanliegen – das Zero Project zum Austausch von Ideen, Innovationen und Best Practices für ein barrierefreies Leben aller. Besonders freute ihn, dass Menschen aus dem Autismusspektrum – mithilfe von Specialisterne Austria – in der RBI bereits die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten als Mitarbeitende einzubringen. Er sah die Anstellung von Menschen mit Behinderung als großen Vorteil, weshalb er dieses Thema auch in Unternehmens- und Branchendialogen vorantreibt. Durch das Miteinbeziehen der Betroffenen könne wahre Barrierefreiheit geschaffen werden, um diese Menschen – sie machen 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung aus – bestmöglich zu unterstützen. Für das diesjährige Thema Inclusive Education wurde er sogar ins Parlament eingeladen und erhielt von politischer Seite viel Unterstützung. So meinte z. B. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei einem Treffen, dass Österreich beim Thema Inklusion als Vorbild agieren könnte.

Laut Andrea Sihn-Weber, Leiterin des RBI Group Sustainability Management, werden diese Ambitionen auch in der RBI unterstützt und weiter forciert. Mittlerweile ist das Thema Inklusion durch die vor vier Jahren gestartete Initiative „Vielfalt 2020“ im Unternehmen angekommen. Bei der Maßnahmenentwicklung wird eng und erfolgreich mit externen Experten zusammengearbeitet, wie etwa mit myAbility Social Enterprise GmbH und Specialisterne Austria. Mit myAbility wurde beispielsweise ein Strategy Check im Unternehmen durchgeführt, um die entsprechenden Inklusionsmaßnahmen weiter zu verbessern. Und seit mehreren Jahren wird das myAbility Talent Programm unterstützt. Trotzdem war sich Andrea Sihn-Weber bewusst, dass die Reise der RBI zu einem inklusiven Arbeitgeber erst begonnen hat, aber auf jeden Fall konsequent fortgesetzt wird.

Wie wirkungsvoll das Zero Project ist, zeigt sich auch daran, dass bis heute bereits 75 innovative Practices und 11 innovative Gesetze von den 1.300 Expertinnen und Experten aus über 100 Ländern entwickelt wurden. Eine davon ist die Irin Caroline Casey. Sie hielt eine berührende Rede – sowohl über persönliche Einblicke in ihr Handicap als auch über ihr Projekt The Valuable 500. Mit der Einstellung „If people don’t come to me, I have to come to them!” sucht sie 500 namhafte Führungskräfte, die das Versprechen zu einer inklusiveren Belegschaft leben. Bereits mehr als die Hälfte ihres Ziels hat sie zum heutigen Zeitpunkt erreicht und sie kämpft auf jeden Fall weiter. Denn sie weiß, dass ein globaler Wandel in jeglicher Hinsicht nur gemeinsam erreicht werden kann. Weiters erklärte sie, dass jeder und jede sich mit den persönlichen Fähigkeiten beweisen können sollte, dies aber in der heutigen Gesellschaft leider eine Inclusion Illusion ist. Und dies, obwohl jeder Mensch in seinem Leben früher oder später mit Behinderungen zu tun hat – sei es im Umgang mit anderen oder auch beim Älterwerden. Aus diesem Grund nannte sie die Wirtschaft als treibende Kraft hin zu einem positiven Wandel und konnte für ihre Bestrebung bereits 258 globale Unternehmen mit über 11 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewinnen.

Inklusive Unternehmen bewirken eine inklusive Gesellschaft. Dabei darf Disability nie nur als Herausforderung gesehen werden, das Schubladendenken und Kategorisieren unserer Mitmenschen muss aufhören. Mit den The Valuable 500 als Vorbilder sollen starke Stimmen hervortreten, die das Thema Inklusion als ihr Thema anerkennen, gleichsam wie Produktivität, Innovation und anderen KPIs auf die Agenda setzen und tatkräftig bewerben.

Alle Gäste des Abends waren sich der Bedeutung ihres Engagements für eine gelebte Inklusion bewusst. Einige von ihnen teilten sogar ihre privaten Erfolgserlebnisse und bildeten so einen weiteren Anstoß für die übrigen, sich aktiv zu beteiligen. Die Best Practices könnten nicht vielfältiger sein und reichten von barrierefreien Websites über das Zusammenbringen von Führungspersonen und Menschen mit Behinderungen, mit dem Ziel des gegenseitigen Austauschs und möglicher Jobangebote in zukunftsträchtigen Branchen für die jungen Talente, bis hin zu einer Website, die barrierefreie Orte rund um den Globus anzeigt.

In seiner Wortmeldung berichtete Georg Feldscher, Head of RBI Group Planning & Finance, dass auch in der Finanzabteilung der RBI Offenheit für Veränderung und Diversität gelebt wird. Besonders die Teilnahme an einer Sensing Journey, wo Führungskräfte persönlich mit Menschen mit Behinderung in Kontakt treten konnten, hat Barrieren in den Köpfen abgebaut. Er bedankte sich auch für die inspirierenden Ideen und Gedanken und wünschte sich eine gelebte Inklusion, in der jeder Mensch seine Potenziale erfolgreich einbringen kann. Oder, wie es Caroline Casey so treffend zusammenfasste: „One thing we have in common is our difference!”

Fragen oder Anregungen zu diesem Thema senden Sie bitte an: vielfalt2020@rbinternational.com.

Fotocredit © Sabine Klimpt

 
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About the Author

Kathrin Haider

Kathrin Haider

Im Bachelor-Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien beschäftigt sich Kathrin Haider neben finanz- und betriebswirtschaftlichen Themen auch mit Change-Prozessen und Nachhaltigkeit. Die Arbeit im Group Sustainability Management der RBI ist für die Burgenländerin die perfekte Ergänzung dazu. Mithilfe diverser Texte bezüglich langfristig erfolgreicher Wirtschaft möchte sie gemeinsam mit ihrem Team auf mögliche Probleme aufmerksam machen und Veränderung bewirken.

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