SDGs in österreichischen Unternehmen

Vorteile für beide Seiten

Die SDGs sind für Unternehmen höchst relevant – und umgekehrt. Es bewegt sich etwas! Unternehmen kommt eine bedeutende Rolle bei der SDG-Erreichung zu. Insbesondere dort, wo es etwa um die Einhaltung der Menschenrechte, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung und Arbeitssicherheit geht.

Neuer Schwung im betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagement

Wie im September 2019 in diesem Blog geschrieben, bringt die Agenda 2030 mit ihren SDGs neuen Schwung in das betriebliche Nachhaltigkeitsmanagement. Mit Aspekten, die über die klassische CSR-Policy hinausgehen, kann eine ganzheitliche Analyse stattfinden, um Lücken im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu schließen. Wertvolle Maßnahmen können entlang der Wertschöpfungskette gesetzt werden (Artikel hier). Zudem bieten sich die SDGs für die interne und externe Unternehmenskommunikation an. Für Unternehmen bieten sie auch eine große Bandbreite an Innovationsmöglichkeiten, etwa dann, wenn es um innovative Geschäftsmodelle zur Lösung für ökologische und soziale Herausforderungen, die Erschließung neuer Märkte sowie die Umsetzung von kreislaufwirtschaftlichen Produktionsmustern geht. In diesem Zusammenhang sollten zwei themenrelevante Veranstaltungen nicht unerwähnt bleiben.

CSR-Tag 2019 im Zeichen der SDGs

Der 14. Österreichische CSR-Tag 2019 widmete sich den zahlreichen Chancen und der Innovationskraft der 17 SDGs für heimische Unternehmen. respACT lud im Oktober nach Innsbruck ein, um mit nationalen und internationalen ExpertInnen im Rahmen von Vorträgen und Working Sessions diverse Aspekte der Agenda 2030 im Unternehmenskontext näher zu beleuchten.

Die SDGs liefern uns UnternehmerInnen Inspiration und Gestaltungsspielraum. Wir sind gefordert, diese mutig und verantwortungsbewusst zu nutzen und beispielhaft voranzugehen.

Peter Giffinger (CEO Austria bei Saint-Gobain) im Rahmen des CSR-Tags 2019

Austrian SDG Award 2019

Im Dezember 2019 wurde in der Wiener Hofburg das vorbildliche Engagement in vier Kategorien mit jeweils drei SiegerInnen sowie zwei Sonderpreisen von Jugendorganisationen, Unternehmen, Kommunen und Medien bzw. JournalistInnen ausgezeichnet, welche an der SDG-Umsetzung arbeiten.

Die globalen Nachhaltigkeitsziele sind ein großer zivilisatorischer Fortschritt. Sie geben Milliarden Menschen Hoffnung und die Perspektive auf ein besseres Leben in Würde. Die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung kann nur gemeinsam gelingen. Sie lebt von Partnerschaften, Entschlossenheit und enger Zusammenarbeit.

Brigitte Bierlein, Bundeskanzlerin a.D., im Rahmen der Verleihung des SDG Awards 2019

Engagierte österreichische Unternehmen entlang der SDGs

In Österreich gibt es bereits zahlreiche Wirtschaftsbetriebe, die sich den SDGs verschrieben haben. Dazu zählen exemplarisch:

  • VBV Vorsorgekassa:

    Neben zahlreichen Zertifizierungen und Auszeichnungen im Nachhaltigkeitsbereich widmet sich die VBV Vorsorgekassa der Klimaneutralität ihres Portfolios, nachhaltige Veranlagung und einem aktiven betrieblichen Nachhaltigkeitsmanagement, bei dem die SDGs einen zentralen Platz einnehmen.  

  • Österreichische Entwicklungsbank:

    Als offizielle Entwicklungsbank der Republik Österreich leistet die OeEB einen Beitrag zur Umsetzung der SDGs, einerseits als Institution betriebsintern und andererseits durch ihre entwicklungsrelevanten Projektbeiträge weltweit. Die SDGs spielen eine zentrale Rolle bei der strategischen Ausrichtung

Zu den SiegerInnen des Austrian SDG Award 2019 zählen:

  • Spirit Design: Hohes Potenzial von Biomasse nutzen und Treibhausgase senken.
  • Krallerhof: Mit größtem Respekt vor der Natur wird Nachhaltigkeit in allen Hotelbereichen umgesetzt.
  • Markta: Digitaler Bauernmarkt fördert nachhaltigen Konsum durch direkten Austausch im regionalen Lebensmittelbereich.
  • ORF: Sendereihe „Mutter Erde“ hat Nachhaltigkeit zu einem Leitthema erhoben.
  • Klimabündnis NÖ: Aufbau eines Netzwerks, das Städte, Gemeinden und lokale AkteurInnen vereint, um Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und eine nachhaltige Lebensart zu fördern.
  • Roswitha Reisinger | Magazin BusinessArt & LebensArt: Nachhaltigkeit war der Gründungszweck des Mediums, um zu einem guten Leben für alle beizutragen.
  • GWK Kustodiat | GRG X Laaerberg Gymnasium: Intensivierung des Nachhaltigkeitsgedanken bei der Jugend, durch Einladung von Vortragenden zur Diskussion mit den SchülerInnen über die SDGs.
  • JUBIZ | Jugendbildungszentrum der Wiener Volkshochschulen: Chancengleichheit für Jugendliche bildet die Basisstrategie.
  • Schulverein Institut Sta. Christiana Frohsdorf: die Zukunft liegt an der Jugend, deshalb ist das Lehren und Verstehen der SDGs ein wesentlicher Beitrag zur Bildung nachhaltiger Lebensweisen.
  • Nenzing: zahlreiche innovative Maßnahmen fördern den Gemeinwohlgedanken und die SDGs, die als Leitplanken politischen Handelns dienen.
  • Bregenz: Entwicklung einer Klimawandelanpassungsstrategie. Hochengagiert in der Umsetzung der SDGs, um zur Lösung des Klimawandels beizutragen.
  • Römerland Carnuntum: Augenmerk auf nachhaltige Entwicklung der Region seit zwei Jahrzehnten. Ziel ist die Umsetzung der Agenda 2030 mit zukunftsweisenden Lern-, Innovations- und Transformationsprozessen.
  • AfB mildtätige und gemeinnützige GmbH: Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen, das die solidarische Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung als Unternehmenszweck sieht.
  • Austrian Arlines: für Einsatz deren MitarbeiterInnen, die sich auch in sehr schwierigen Zeiten, aktiv für die Umsetzung nachhaltiger Ideen eingesetzt haben.

CSR Guide 2020

Im aktuellen CSR Guide 2020 wird erstmals analysiert, welche österreichischen Unternehmen sich für welche SDGs engagieren. Demnach nennen 64 Großunternehmen sowie 100 Klein- und Mittelbetriebe konkrete SDGs in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Quellen und weiterführende Informationen

 
About the Author

Florian Leregger

Florian Leregger

Nachhaltigkeit als Chance und Lösung wahrnehmen! Die Sustainable Development Goals bieten uns dafür Handlungsoptionen. Florian Leregger studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement (Fachbereich: Regionale Entwicklung) an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Zu seinen Schwerpunkten zählen Themen in den Bereichen Klimawandel, Wirtschaft, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs). Neben bisherigen Berufserfahrungen und ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Forschung und Umweltpädagogik sammelte er während seiner Auslandsaufenthalte, beispielsweise in Uganda und Costa Rica, wertvolles Wissen und Erfahrungen.

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