Rückenwind für Biomasse

Mit dem neuen Regierungsprogramm und der damit geplanten Abkehr von fossilen Energieträgern ist eine Tür zu einer biobasierten und von erneuerbaren Energieformen getragenen Zukunft geöffnet worden.

Gleich zwei Ministerinnen (Elisabeth Köstinger, Landwirtschaft, und Leonore Gewessler, Klima) bekannten sich im Rahmen der 6. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz zur Bioenergie. Für die versammelte Biomasse-Branche war der Zuspruch wie Balsam für die Seele, denn nach einer langen Durststrecke hofft man auf eine bessere Zukunft. Die beiden Ministerinnen-Reden wurden mit Spannung erwartet, war es doch einer der ersten Auftritte nach der Angelobung. 

Mit einem Anteil von über 50% ist Bioenergie der wichtigste heimische Energieträger, und Holz ist mit knapp 80% der bedeutendste Rohstoff. Österreich ist zur Hälfte mit Wald bedeckt und steckt somit voller nachwachsender Energie. Energiegewinnung aus Biomasse und die damit einhergehende nachhaltige Waldbewirtschaftung sind wichtige Säulen für die ländlichen Regionen, wodurch sowohl wichtige Wertschöpfung als auch Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen werden. „Die Bioenergie-Nutzung ist ein Teil der Lösung und nicht des Problems“, erklärte Köstinger bei ihrer Eröffnungsrede. Klimaschutz und Wohlstand dürfen sich nicht ausschließen, sondern müssen Hand in Hand gehen. Österreich werde laut Köstinger eine internationale Schlüsselrolle einnehmen, wenn es zeigt, dass die Energiewende auch umgesetzt werden kann. Dann könnten die anderen Länder nicht länger warten und würden unserem Weg folgen. Die Transformation berge große Chancen, vor allem für die Regionen, versicherte Köstinger. 

Klimaschutzministerin Gewessler sieht das Regierungsprogramm als klare Ansage: Trendumkehr bei den Emissionen und Klimaneutralität bis 2040. Das wird aber nicht von alleine passieren. Was es braucht, seien Weitblick, Langfristigkeit, Mut, Umsetzungskraft und ein Wille zur Kooperation. Diese Eigenschaften wären laut Gewessler gerade in der Biomasse-Branche verankert. „Wir haben ein Programm der Chancen vorgestellt. Dabei wird die Bioenergie eine wichtige Rolle spielen“, schilderte Gewessler. 

Beide Ministerinnen ermutigten die Branche, positiv in die Zukunft zu blicken. Was es nun braucht, ist, dass Worte in Taten bzw. in entsprechende Rahmenbedingungen umgesetzt werden.

Über die Konferenz

Die 6. Mitteleuropäische Biomassekonferenz begrüßte 1.500 TagesteilnehmerInnen aus 35 Nationen. Den BesucherInnen wurden über 200 Fachvorträge in 28 Themenblöcken zu Wärme, Strom und Kraftstoffen aus Biomasse angeboten. Mehr als 50 Medienpartner, Partnerverbände, Bildungs- und Messepartner begleiten die Konferenz. Als Impulsgeber für die gesamte Branche ist es den Veranstaltern Österreichischer Biomasse-Verband, Landwirtschaftskammer Steiermark und BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH besonders wichtig, durch ein umfangreiches Rahmenprogramm möglichst viele VertreterInnen der Wissenschaft und Praxis zu vereinen. Auf den Websiten www.cebc.at  sowie www.biomasseverband.at sind weitere Informationen ersichtlich.

Impressionen und Tagungsband

Tagungsband CECB 2020

Videos von der Konferenz/Eröffnungsreden

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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