Wirtschaftspartnerschaften in der EZA

Unternehmen sind Partner in der Österreichischen Entwicklungs-zusammenarbeit (OEZA). Die Bedeutung des Privatsektors sowie die unternehmerischen Perspektiven der internationalen Entwicklung nehmen seit Jahren zu. Dieser Beitrag beleuchtet die OEZA und einen ihrer Schwerpunkte, nämlich die Wirtschaftspartnerschaften.

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA)

Die Republik Österreich wickelt die staatliche Entwicklungszusammenarbeit als Gegenstand der öffentlichen Verwaltung seit den 1970er Jahren ab. Das EZA-Gesetz gibt dabei den rechtlichen Rahmen vor. Das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) ist für die politische Umsetzung federführend zuständig. Die Austrian Development Agency (ADA) zeigt sich für die Umsetzung der politischen Vorgaben und Strategien, sowie für Abwicklung und Förderung unterschiedlichster Aktivitäten der OEZA verantwortlich. Darüber hinaus haben auch andere Bundesministerien entwicklungsrelevante Agenden in ihren Ressortkompetenzen. Im Rahmen der bilateralen OEZA werden beispielsweise Projekte, technische Hilfe, Budgethilfen und Schuldenreduktionen geleistet. Die multilaterale OEZA umfasst insbesondere entwicklungsrelevante Beiträge, wie etwa an die Vereinten Nationen, Europäische Union und internationale Finanzinstitutionen. Aktuell gibt das Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2019-2021 den strategischen Rahmen inklusive Schwerpunktländer/-regionen und Themenschwerpunkte der OEZA vor. Neben anderen Themenkomplexen, wie etwa Armutsbekämpfung, Umweltschutz und Friedenssicherung, ist die Intensivierung von Wirtschaftspartnerschaften einer der aktuellen Schwerpunkte der OEZA.

Wirtschaftspartnerschaften in der OEZA

Zwischen 2004 und 2018 wurden mehr als 220 Projekte mit rund EUR 50 Mio. durch die ADA gefördert. Dabei konnten mithilfe von rund 72.200 Unternehmen und Institutionen in etwa 2,7 Mio. Menschen erreicht werden. Die Region Südost- und Osteuropa stellt, gefolgt von Afrika, den Fokus der Projektförderungen dar, sagte Gottfried Traxler bei der IUFE-Fachtagung 2018 [Podcast hier abrufbar]. Um den Privatsektor im Sinne der OEZA zu fördern, verfolgt die ADA drei Ziele:

  • nachhaltiges, inklusives und damit armutsminderndes Wachstum
  • das Potenzial des europäischen Privatsektors für Entwicklungszusammenarbeit nutzen
  • inklusive Marktsystementwicklung

Dafür werden drei verschiedene Förderinstrumente für österreichische AkteurInnen angeboten:

  • Wirtschaftspartnerschaften: bis 200.000 Euro bzw. maximal 50 Prozent der Projektkosten; maximale Laufzeit: 3 Jahre
  • Machbarkeitsstudien: Klärung wirtschaftlicher Machbarkeit und entwicklungspolitischer Relevanz – bis 20.000 Euro bzw. maximal 50 Prozent der Studienkosten
  • Strategische Allianzen: bis 500.000 Euro bzw. maximal 50 Prozent der Projektkosten; maximale Laufzeit: 3 Jahre (Multi-Stakeholder-Ansatz, mindestens 750.000 Euro Volumen überregional)

Zudem finanziert die Österreichische Entwicklungsbank (OeEB) diverse Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die wirtschaftlich tragfähig und entwicklungspolitisch relevant sind, so etwa Initiativen in den Bereichen Bildung, Landwirtschaft, Energie und Gesundheit. Auch die Österreichische Wirtschaftskammer engagiert sich insbesondere mit der Internationalisierungs- und Innovationsagentur AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA in den Bereichen der Wirtschaft und Entwicklung. In der nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit arbeitet beispielsweise corporAID – Die österreichische Plattform für Wirtschaft, Entwicklung und globale Verantwortung – sowie die zivilgesellschaftliche AG Globale Verantwortung zu Aspekten der EZA-Wirtschaftspartnerschaften.

Österreichische Unternehmen in der EZA

  • Biotan – Verarbeitung von biologischen Cashew-Nüssen in Tansania
  • Sekem Energy – Solarthermie-Systeme für Ägypten
  • Strategische Partnerschaft für duale Berufsbildung in Serbien

Details zu diesen drei Beispielen finden Sie in den Vortragsunterlagen von Gottfried Traxler (ADA) über Wirtschaftspartnerschaften in der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bei der IUFE-Fachtagung 2018 [hier abrufbar]. corporAID – Die österreichische Plattform für Wirtschaft, Entwicklung und globale Verantwortung – listet Beispiele von österreichischem Know-how im Entwicklungsbusiness 2019 [hier abrufbar], wie etwa:

  • SFC Umwelttechnik in Laos
  • Strabag in Nordmazedonien
  • Frequentis in Ägypten

Weiterführende Informationen „Wirtschaft & Entwicklung“

  • Homepage der ADA „Wirtschaftspartnerschaften“ [hier abrufbar]
  • Homepage der AG Globale Verantwortung [hier abrufbar]
  • Homepage von corporAID [hier abrufbar]
  • IUFE-Podcast #148: Gottfried Traxler (ADA) über österreichische Wirtschaftspartnerschaften in der EZA bei der IUFE-Fachtagung 2018 [hier abrufbar]
  • IUFE-Podcast #144: Kristin Duchateau (Österreichische Entwicklungsbank) über Privatsektor und SDGs sowie Leverage durch Entwicklungsbanken bei der IUFE-Fachtagung 2018 [hier abrufbar]
  • IUFE-Podcast #88: Karin Kueblböck (ÖFSE) über Privatsektorentwicklung als neuer Fokus der EZA und deren Chancen und Risiken bei der IUFE-Fachtagung 2015 [hier abrufbar]
  • IUFE-Podcast #84: Guenter Schall (ADA) über Ansätze und Erfahrungen der OEZA mit dem Privatsektor bei der IUFE-Fachtagung 2015 [hier abrufbar]
  • Vortrag von Gottfried Traxler (ADA) über Wirtschaftspartnerschaften in der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bei der IUFE-Fachtagung 2018 [hier abrufbar]
 
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Florian Leregger

Florian Leregger

Nachhaltigkeit als Chance und Lösung wahrnehmen! Die Sustainable Development Goals bieten uns dafür Handlungsoptionen. Florian Leregger studierte Umwelt- und Bioressourcenmanagement (Fachbereich: Regionale Entwicklung) an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE). Zu seinen Schwerpunkten zählen Themen in den Bereichen Klimawandel, Wirtschaft, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung im Kontext der Sustainable Development Goals (SDGs). Neben bisherigen Berufserfahrungen und ehrenamtlichen Engagements in der Jugendarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Forschung und Umweltpädagogik sammelte er während seiner Auslandsaufenthalte, beispielsweise in Uganda und Costa Rica, wertvolles Wissen und Erfahrungen.

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