Die Dekade des Lichts hat begonnen

Nach dem Lesen einiger Artikel über die nächsten 10 Jahre ist mir ein Begriff eingefallen, den mein Verstand dankbar aufgenommen hat: Die Dekade des Lichts hat begonnen.

Ausgelöst wurde es durch die neue türkis-grüne Regierung. Farblich haben sich die beiden Parteien ja bereits vor einiger Zeit angenähert und nun auch politisch! Ich oute mich jetzt auch offiziell: mein Herz schlägt seit Jahrzehnten schwarzgrün. Den ersten Herzschlag tat es im BWL Unterricht in der HLW in Krems, als wir über die „Ökosoziale Marktwirtschaft“ gelernt haben, die Österreich damals schon war. Ich fand das so logisch. Ja klar, Natur, Menschen und Wirtschaft müssen im Einklang sein, sonst kippt das System irgendwann. Dieser Logik folge ich seither und bin auch immer dabei, diese Pfeiler achtsam in meinem unternehmerischen Tun zu verfolgen. So habe ich die Solarenergie als mein Herzensthema gefunden und musste erkennen, dass es mit der Ökosozialen Marktwirtschaft in der letzten Dekade – na sagen wir es mal vorsichtig – nicht unbedingt aufwärts gegangen ist. Wir sind in der glücklichen Lage, dass in den 70er und 80er Jahren nach der ersten großen Ölkrise mutige Politiker am Werk waren, die uns zum europäischen Vorreiterland im Bereich der Wasserkraft gemacht und uns einen sehr hohen Anteil an erneuerbarem Strom beschert haben. Dänemark ist diesen Weg konsequent weitergegangen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, vor allem was den Wärmebereich betrifft.

Unter Schwarz/Rot standen lange Zeit Wirtschaft und Soziales im Mittelpunkt. Dafür standen die Parteien eben, also kann man es Ihnen auch nicht wirklich vorwerfen. Es gab keine ausreichende Kraft oder Bewegung, die den Pfeiler der Umwelt mit Nachdruck behandelte. So kam es eben dazu, dass der Anteil an Erneuerbaren seit Jahren stagnierte und sogar zurückging. Durch die heißen Sommer verdunstet viel Wasser und die Solarkraftwerke sind noch zu wenige, um den Ausfall der Wasserkraft zu kompensieren – soweit die Realität. Dank Ibiza hat sich nun, wie durch ein Wunder, das Kräfteverhältnis gedreht und wir haben endlich die schwarzgrüne Regierung, die ich mir schon so lange wünsche. Viele haben nun Angst vor den Veränderungen. Das kann ich durchaus nachvollziehen, ist es doch auch zutiefst menschlich. Ich als hoffnungslose Optimistin sehe das etwas anders und spüre auch im Land eine nie dagewesene Aufbruchstimmung „To change Austria for the better“. Die Voraussetzungen dafür waren nie besser und ich schicke ganz viel Vertrauensvorschuss, dass die Worte von Kogler und Kurz nun zu Taten werden mögen und die neue Umweltministerin Leonore Gewessler alle ihre Vorhaben und noch mehr rasch durchbringt, damit wir endlich richtig loslegen können.

Der Unterschied zwischen 2020 und 2030 wird größer sein als zwischen 2010 und 2020

In der neuen Arena-Analyse wird auch klar, dass sich einiges ändern muss und auch wird. Haben wir uns die letzten 10 Jahren damit begnügt, zu sagen, was man tun „müsste“, werden nun die Konsequenzen folgen. Der Standard titelt zwar „Vor uns die wilden Jahre“, aber der Karikaturist Joel Pett hat es hier wirklich auf den Punkt gebracht. Was ist so schlimm daran, diese Ziele zu erreichen?

Ich wünsche uns allen eine großartige neue Dekade, in der sich die Wahrheit und das Richtige durchsetzen werden.

PS: Ich weiß, nur umgangssprachlich beginnt die neue Dekade schon jetzt und wissenschaftlich erst nächstes Jahr. ;-)

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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