Die Ergebnisse der COP 25 in Madrid

Warum trotzdem Hoffnung besteht

Die Klimakonferenz (COP 25 – Conference of the Parties) in Madrid gilt als gescheitert. Mich hat nun interessiert was wirklich herausgekommen ist und ich habe einige Artikel durchforstet. Meine Ergebnisse dieser Recherche findet ihr hier – meine Auswahl und Zusammenfassung der besten Artikel über die Konferenz.

Jetzt geht’s nicht mehr um Grade, es geht um Geld – viel Geld

Grundsätzlich kann ich nach dem Lesen mehrer Artikel festhalten, dass es bei dieser Konferenz prinzipiell darum ging, Marktmechanismen für eine Reduktion der Emissionen zu verhandeln. Ging es bei den anderen Konferenzen noch darum, sich darauf zu einigen, um wie viel Grad man die Erderwärmung eindämmen wollte, und in Paris dabei ein großer „Durchbruch“ gelungen war, bei dem man sich auf 1,5 Grad einigen konnte, ging es nun darum, tatsächlich die Maßnahmen, die dafür nötig sind, zu beschließen. Es geht darum, dass jene, die nichts unternehmen, dann auch dafür bezahlen müssen und jene, die sich auf den CO2 neutralen Weg begeben, belohnt werden.

Soweit so gut, und für mich auch logisch. Kopfschütteln verursacht bei mir, dass man schon beim Verhandeln der Grade so lange gebraucht hat… jetzt stellt euch mal vor, es geht jetzt wirklich um Maßnahmen… Leider steckt der Teufel im Detail, und so wundert es mich nicht, dass bei dieser ersten Konferenz, wo es um die Maßnahmen geht, erstmal nichts herausgekommen ist. Man hat es auf die nächste Konferenz verschoben. Die gute Nachricht ist, dass sich die Länder einfach immer mehr darauf einstellen können, dass ein solcher Mechanismus kommt, und so schon ganz automatisch ein Umdenken passiert. Ich bin zuversichtlich, dass es bei der nächsten Konferenz dann klappt, so wie es irgendwann dann auch bei den Graden geklappt hat, und sich die geringste Zahl durchgesetzt hat.

Artikel 6 und der Zertifikatehandel

Die Zeit beschreibt in diesem Artikel warum es eigentlich gut ist, dass die Verhandlungen gescheitert sind, da ein schwammiger Gesetzespassus dadurch nicht verabschiedet wurde, welcher Tür und Tor für unlautere Geschäfte im Zertifikatehandel geöffnet hätte. Ich bin ja prinzipell kein Gegner des Zertifikatehandels, weil es der Verschmutzung einen Preis gibt und dadurch die Externalitäten aus der fossilen Energiewirtschaft internalisiert werden. Wenn es aber dann auf das hinaus läuft wie in dem Artikel beschrieben, ist es dann wieder weniger gut.

COP 25 – Time for Action

Auf der Seite wissenschaft.de wird ganz gut erklärt, was in Madrid schief gelaufen ist, und warum der Titel der Konferenz: „Time for Action“ noch nicht wirklich umgesetzt wurde.

Warum es trotzdem Hoffnung gibt

In einem anderen Artikel, den ich beim Surfen durch das World Wide Web auf der Suche nach aktuellen Publikationen über die COP 25 gefunden habe, wird wahre Hoffnung gesäht. Und mit diesem Artikeltipp möchte ich das Jahr hier am ÖkoEnergieblog beschließen. Er beschreibt, warum wir die nächste Dekade in einem viel besseren Zustand beenden werden als diese. Wir steuern auf den „Peak Emissions“ Punkt unausweichlich zu, und eine Zwischenüberschrift hat mein Herz gewonnen :-) Lest selbst den Rest hier.

Obscenely cheap renewables

It won’t be a surprise to anyone reading these lines that I think the next decade will deliver further decreases in the cost of renewable power, particularly wind and solar, but also the other forms.

Liebreich: Peak Emissions Are Closer Than You Think – and Here’s Why

Damit möchte ich mich bei allen Lesern für das anhaltende Interesse an meinen Artikeln bedanken, und wünsche einen wundervollen Start in das so lang erwartete, mit ganz vielen Zielen behaftete 2020. Auch für mich steht ein großes Jahr vor der Tür – jenes, in dem wir unser Ziel von Tausendundein Dächern erreichen wollen! In diesem Sinne: Prosit!

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Sehr geehrte Frau Daniel!
    Mit grossem Interesse habe ich Ihre Artikel gelesen.
    Ist es für eine EINZELPERSON möglich, anderen Menschen
    (z.b. im eigenen Dorf), –
    die Installierung einer PV-Anlage schmackhaft zu machen?
    Es ist eben leider relativ schwierig, andere Leute davon zu überzeugen….
    Meistens scheitert es an der Finanzierung, heisst es.
    Ich freue mich auf eine Antwort oder einen Anruf!
    05232 81448
    mit bestem Dank im voraus,
    mfG
    Andreas Meister

  2. Hallo Herr Meister!

    ja, es ist möglich. Aber je mehr Menschen involviert sind, desto komplexer wird die Sache und es gibt immer jemanden der dagegen ist. Am besten ist mit gutem Beispiel voranzugehen. An der Finanzierung scheitert es nie, jede Bank und jeder Investor ist dankbar für so ein Projekt.

    Ich melde mich kommende Woche und falls ich Sie nicht erreiche, bitte ein kurzes Mail an office@dachgold.at.

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