Warum Helme nichts auf Photovoltaikfotos zu suchen haben

Proudly presenting: Das schlechteste Stockfoto für eine Photovoltaikanlage. Wir erklären hier warum. Nachdem das Thema endlich Mainstream wird, scheint das jetzt auch mal angebracht.
Es scheint so logisch und doch scheint es noch einiges an Nachholbedarf an vielen Fronten zu geben, wenn eine neue Technologie das Licht der Welt erblickt und langsam aber sicher alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft erfasst.

Heute gibt es deshalb einen Servicebeitrag für alle Marketingverantwortlichen, Journalisten, Regisseure und Fotografen da draußen. Ich durfte kürzlich ein richtig professionelles Fotoshooting begleiten und habe dadurch mitbekommen, welche Fragen für professionelle Fototeams so aufkommen und was denn auf diesen blauen Dächern, die man überall sieht so passiert, bevor die Anlage fertig ist. Wenn das Fotografenteam kommt, sind die richtigen Monteure ja meistens schon weg und Modelle dürfen ran an die Module.

Do’s and Donts für Fotoshootings von Solaranlagen

Nachdem unsere Bildanleitung für Journalisten, in der erklärt wird, wie sie in Stockfotos eine Solarthermieanlage von einer Photovoltaikanlage unterscheiden können, ein so großer Erfolg war, hier eine kleine Anleitung wie man ein „echtes“ von einem „gestellten“ Foto unterscheiden kann.

Oberstes Gebot: Keine Helme!!

Wer schon häufiger in Stockfotos nach Photovoltaikbildern gesucht hat, findet sie sehr rasch. Diese glänzenden Bilder mit Montagemodels, denen ein Helm aufgesetzt wurde und die so tun müssen, als würden sie eine Photovoltaikanlage montieren. Ich frage mich nun: Wovor müssen sich diese Arbeiter am Dach schützen? Das ihnen der Himmel auf den Kopf fällt? Deshalb hier mein Tipp aus der Praxis: Die Monteure einer Photovoltaikanlage tragen im richtigen Leben keine Helme.

Dachsicherungsgurt kann sein – muss aber nicht!

Eine viel schwierigier zu beantwortende Frage ist, ob die Monteure einen Dachsicherungsgurt angelegt haben und mit dem Dachsicherheitssystem verbunden sein müssen. Hier gilt es zu prüfen, ob die Attika über 80 cm hoch ist oder ein Geländer um das Dach gemacht wurde. Ist dies der Fall braucht es keinen Gurt, sonst schon.

Niemals auf die Module steigen!

In manchen Fotos sieht man auch, dass jemand auf die Module steigt. Am Modulrand ist zwar in Notfällen zu betreten, aber der Inhaber der Anlage wird keine Freude haben, wenn die Model auf den Modulen herumsteigen, weil dadurch Mikrorisse entstehen können, die erst später zu Schäden führen.

Solarmonteure tragen keine Warnkleidung!

Auch noch lustig, wie im Titelbild ersichtlich, in welchem so ziemlich alle Fehler gemacht wurden, die man in einem Solarshooting machen kann. Es gibt am Dach meistens keine heranrasenden Autos oder sonstige Gefahren, die orange Warnkleidung nötig machen würde. Auch das würde ich als Regisseur eines Shootings eher lassen ;-).

Das wars von meiner Seite. Was fällt euch noch ein? Was sind die lustigstens #stockfails, die ihr im Bereich von Photovoltaik und Solaranlagen kennt ?

PS: Wer die Regeln kennt, darf auch ab und an dagegen verstoßen, das nennt man dann künstlerische Freiheit. Wer ein paar unserer Bilder sehen will, kann das hier tun.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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