Private Bestrebungen zum Klimaschutz

Jugend hat Angst aber zeigt wenig Verzichtsbereitschaft

Der persönliche Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit von „Herr und Frau Österreicher“ ist Thema der aktuellen INTEGRAL-Onlinestudie. Man erkennt schnell, dass beim Durchschnitt der befragten Personen sehr wohl ein Umdenken stattfindet und verschiedene Anstrengungen bzw. Verzichte unternommen werden – wenige davon jedoch unter der jungen Bevölkerung. Trotzdem geben drei Viertel der 14 bis 24-jährigen an, große Angst vor dem Klimawandel zu haben und nur 18 Prozent sehen diesen als überbewertet.

Die Studie verweist weiter auf Unterschiede im nachhaltigen Verhalten je nach konsumiertem Produkt. Während allgemein 64 Prozent mit großer Selbstverständlichkeit angeben, auf das neueste Smartphone zugunsten des Klimas zu verzichten, ist es in der jungen Generation nur etwa jeder Zweite. Anders sieht die Situation in Bezug auf die Autonutzung aus. Während die Jugendlichen hierbei etwas mehr Verzichtbereitschaft zeigen, sind ihnen Fernreisen weiterhin wichtig.

Allgemein stehen persönliche Präferenzen der Bereitwilligkeit für Klimaschutz entgegen. Auch beim Lebensmittel-Einkauf zeigt sich eine gemischte Situation. Unterstützt durch den derzeitigen Trend für regionale Produkte fällt es 44 Prozent der Befragten leicht, auf eben diese zurückzugreifen und auch auf Fast Food, Lieferessen und Coffee to Go zu verzichten. Günstige Kleidung „erfreut sich“ jedoch weiterhin großer Beliebtheit – genauso wie der Fleischkonsum. Nur 16 Prozent würden Ersterem und gar nur 6 Prozent Zweiterem abschwören. Man erkennt, dass die ältere Generation auf Konsum eher verzichtet, als ihre Nachkommen. Lediglich das Schlagwort Vegetarismus ist bei den Jungen stärker verankert. Konträr dazu zeigt sich jedoch das Bild der Fridays For Future Kundgebungen. Hierbei mischt die Jugend an vorderster Front mit.

Dieses Verhalten erklären die INTEGRAL-Experten wie jede Handlung als vom jeweiligen Sinus-Milieu® abhängig. Dabei werden grundlegende Werte eines Menschen mit seinem oder ihrem demographischen Umfeld in Kontext gesetzt.

Da die heutige Jugend ihrer Angst und Wut über die Klimaschutzversäumnisse der älteren Generationen Luft machen will, liegt es nahe, dass Initiativen wie Fridays For Future sich zunehmender Bedeutung erfreuen. In Österreich hofft man jedoch noch auf viele weitere Anhängerinnen und Anhänger zu den bisher 12 Prozent der Befragten, die bereits tatsächlich an Kundgebungen teilgenommen haben. Diese und andere engagierte Klimaschützerinnen und Klimaschützer finden sich laut der INTEGRAL-Studie zumeist unter der städtischen, gebildeten Bevölkerung.

Trotz allem zeigt sich ein gutes Drittel aller Befragten und 45 Prozent der Jungen optimistisch hinsichtlich der Bestrebungen von Fridays For Future. Es bleibt zu hoffen, dass diese positive Stimmung nicht abklingt, sondern vielmehr auf weitere Personen überschwappt. Denn nur so können wir eine ebensolche Stimmung für unseren Planeten erwirken.

 
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Kathrin Haider

Kathrin Haider

Im Bachelor-Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien beschäftigt sich Kathrin Haider neben finanz- und betriebswirtschaftlichen Themen auch mit Change-Prozessen und Nachhaltigkeit. Die Arbeit im Group Sustainability Management der RBI ist für die Burgenländerin die perfekte Ergänzung dazu. Mithilfe diverser Texte bezüglich langfristig erfolgreicher Wirtschaft möchte sie gemeinsam mit ihrem Team auf mögliche Probleme aufmerksam machen und Veränderung bewirken.

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