Lebendige Felder

Das Thema der Klimakrise hat in diesem Jahr unter anderem durch Bewegungen wie Fridays for Future neue Dimensionen erreicht und ist medial allgegenwärtig. Damit einhergehend hat auch das Thema des Artensterbens für einige Schlagzeilen gesorgt. Persönliche Eindrücke, wie immer weniger klebende Insekten auf der Windschutzscheibe des Autos, der gefühlte Rückgang von Vogelpopulationen, etc. wurden dabei durch einen groß angelegten Report des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) im Frühjahr durch harte Fakten belegt.

Konkret in Zahlen heißt das, dass wir in Österreich in den letzten 30 Jahren über 70 Prozent der Tierwelt verloren haben und über 50 Prozent der Insekten verschwunden sind. Weltweit schätzt der IPBES das eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Zahlen und Entwicklungen die einem, wie wir meinen, zurecht Angst machen sollten und es gilt, etwas dagegen zu unternehmen.

Als wesentlichen Grund für diesen beängstigenden Trend sehen ForscherInnen den Verlust von Lebensräumen. Daher haben mein Kollege Michael und ich die Vision: „Bringen wir das Leben zurück auf die Felder“.

JedeR LandwirtIn, die/der am „Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft“ (ÖPUL) teilnimmt und bei der Maßnahme umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung mitmacht, ist verpflichtet 5% seiner Ackerfläche als Biodiversitätsfläche anzulegen. Wenn man die Entwicklungen betrachtet, ist dies leider nicht ausreichend und die finanziellen Einbußen für die/den einzelnen LandwirtIn zu hoch, um weitere Brachflächen bereitzustellen.

Um diese finanziellen Einbußen abzugelten, haben wir eine Plattform (www.lebendigefelder.at) gegründet, die es ermöglichen soll, auf einfache Art und Weise Bauern mit Hilfe von Patenschaften zu unterstützen. Auf dieser Webseite ist es möglich, Flächen in 100 Quadratmeter Einheiten zu „sponsern“ und damit einen relevanten Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt zu leisten.

Durch diese Patenschaften werden nicht nur Insekten und Wildkräuter gefördert. Es wird auch wichtiger Lebensraum für Vögel und Wildtiere geboten, da Insketen deren Nahrungsquelle sind und es wird ein Rückzugsraum gebildet. Ein weiterer positiver Effekt ist die erhöhte Bindung von CO2 durch den Aufbau von Humus, der durch eine mehrjährige Stilllegung der Ackerfläche erfolgt.

Unsere Plattform ist seit April diesen Jahres online und bisher haben wir eine Fläche von 12000 Quadratmeter zum Blühen gebracht. Dadurch ist ein erster kleiner Schritt gemacht worden. Die diesjährige Vegetationsperiode neigt sich dem Ende entgegen und aktuell bereiten wir uns schon auf das kommende Jahr vor. Wir sind dabei weitere Konzepte auszuarbeiten und überlegen Kooperationen mit verschiedenen Partnern, mit denen wir gemeinsam die nächsten Schritte in die richtige Richtung setzen können.

Weitergehende Informationen können auf unserer Seite www.lebendigefelder.at bzw. Facebook https://www.facebook.com/lebendigefelder/ entnommen werden.

 
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About the Author

Martin Pusterhofer

Martin Pusterhofer

Martin studierte an der Fachhochschule Technikum Wien Informatik und hat sich mit diesem Hintergrund als Programmierer selbstständig gemacht. Er ist auf einem Berg Bauernhof in der Steiermark aufgewachsen und hat versucht, nach seinem Weg in die IT bei ergänzenden Vorlesungen des Studienganges Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien, seinen persönlichen Fokus stärker auf Natur Themen und Nachhaltigkeits-Initiativen zu lenken. Martin hat in diesem Zuge mit seinem Kollegen Michael Meixner das Projekt der lebendigen Felder (www.lebendigefelder.at) ins Leben gerufen und sie versuchen damit einen Beitrag gegen einen drohenden Kollaps der Ökosysteme zu leisten.

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