Smart Meter Teil 5 – Juhuu, die neue Monatsabrechnung ist da!

Nun ist es soweit, die ersten Abrechnungen seit der Umstellung auf den Smart Meter sind da und ich muss sagen: Superspannend! Erstmals sehe ich wirklich in Real-Time, was passiert und kann monatlich nachjustieren, wenn der Energieverbrauch aus dem Ruder geraten sollte.

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, schreibe ich seit einem halben Jahr über die Umstellung auf den Smart Meter, nachdem die Stromkosten explodiert waren und ich Angst hatte, dass die Kosten für die Klimaanlage
bei diesen Strompreisen explodieren würden. Schlau wie ich bin, habe ich kombiniert, dass der Strompreis gerade im Sommer sinken müsste, wenn viel Sonne scheint und genau das ist auch passiert. Um davon wirklich zu profitieren, braucht man aber entweder eine eigene Photovoltaikanlage oder einen Smart-Meter, weil man nur dann mit einem Viertelstundentarif arbeiten kann. Unten seht ihr alle in dieser Serie entstandenen Artikel, beginnend mit der Bestellung des Smart Meters, über die Auswahl des Stromanbieters bis hin zu den spannenden Tagen, an denen es negative Strompreise gab. Und nun kommt die Stunde der Wahrheit. War der Umstieg auf den Smart Meter und den Viertelstundenanbieter aWATTar schlau oder nicht? Hier mein Fazit und was sich seither verändert hat:

Stromabrechnung seit Juni nun monatlich und transparent

Was mir nicht bewusst war, ist, dass mit dieser Abrechnungsmethode nun die lästigen und intransparenten Jahresabrechnungen der Geschichte angehören. Ihr kennt das sicher auch. Man wechselt den Anbieter (oder auch nicht), bekommt die Rechnung, die nur wenige entschlüsseln können und man weiß nie, was kommt. Gutschrift oder fette Nachzahlung. Meist leider Letzteres und dann ärgert man sich, aber ändert meistens trotzdem nichts an seinem Verhalten, weil es ja wieder ein ganzes Jahr dauert bis man „bewertet“ wird. Ist so, als würde man in der Schule das ganze Jahr keine Prüfung schreiben und am Ende irgendeine Note bekommen. Da würde der Anreiz genau so fehlen.

Wir sind schlichtweg blind, wenn es um unseren Energieverbrauch geht. Es fehlt ein intuitives Gefühl dafür, wie viel so ein Kühlschrank, so eine Lampe oder eben so eine Klimaanlage verbraucht. Kein Wunder also, dass Energie sparen vielen Leuten so schwer fällt. Ich fand in der Vergangenheit Stromabrechnungen auch ziemlich langweilig. Das hat sich jetzt geändert. Ich merke, wie ich jede Monatsabrechnung (ok, es waren erst zwei) mit Neugierde öffne, weil nun alles so schön transparent ist. Ich sehe auf einen Blick, wie viele Kilowattstunden wir wann verbraucht haben und welchen Kilowattstundenpreis wir „geschafft“ haben, je nachdem wie gut das Timing meines Verbrauchs war. Natürlich sehe ich und auch die Wiener Netze & aWATTar, wann bei uns eine Party war. Tja, Transparenz hat ihren Preis. Nur können sie mit dieser Information wahrscheinlich nur wenig anfangen, außer sie verkaufen diese Daten dann an Amazon, um mir für nächstes Jahr Partyzubehör als Werbung zu schicken. Aber die wissen ohnehin schon durch ihre Schnüffelalgorithmen mehr als alle österreichischen Datensammler zusammen… ok, ich schweife ab… back to the topic!

Jahrestarif liegt derzeit bei 6 ct/kWh

Wie beim ersten Artikel der Serie erwähnt, wurde unser Energiepreis mit Jahreswechsel von 3,5 ct/kWh auf knapp 6 ct/kWh erhöht (über 40%!!), weshalb ich mich um Alternativen umschauen wollte. Bei so ziemlich allen Anbietern bekommt man auch nur Jahrestarife, oder sogenannte Floater, die auf Monatsbasis arbeiten und dann einen Durchschnittspreis errechnen. Für mein Fazit ist es also wichtig, dass unser reiner Strompreis (ohne Netz & Abgaben) unter diesem Wert liegt. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Juni für sensationelle 3,6ct/kWh

Und so sieht nun eine Stromabrechnung auf höchstem Niveau aus. Die blaue Line zeigt den Strompreis, welcher an der Leipziger Börse erzielt wurde und die grünen Balken zeigen unseren Stromverbrauch. Auch gut zu sehen ist, dass wir Anfang Juni noch stündlich abgerechnet wurden und wie in Teil 3 beschrieben, ich erst Mitte des Monats erst draufgekommen bin, wie man die viertelstündliche Abrechnung aktiviert. Insgesamt haben wir in dem Monat 296 kWh zu einem sensationellen Preis von 3,6 ct/kWh erzielt. Ende des Monats sieht man, wie die Hitzewelle angerollt kam und dadurch die Klimaanlage mehr arbeiten musste und auch, dass es Ende des Monats einen Einbruch beim Strompreis gab.

Juli für 4,6 ct/kWh trotz großer Sommerparty

Im Juli sieht man gleich, dass sich die Mengenskala etwas nach oben verschoben hat und wir durch die Hitze zwischendurch mehr kW abnehmen mussten. Das schlägt sich auch im Gesamtstrompreis von 4,6 ct/kWh für 291 kWh nieder und vor allem das Sommerfest haben meine Energieversorger quasi live miterlebt. Da der 27.7 so ziemlich der heißeste Tag des Jahres war, wurden erstmals alle Geräte eingeschaltet, was leider auch nicht mehr half die Wohnung zu kühlen, aber trotzdem viel Energie verbraucht hat.

Ich finde diese Abrechungsform jedenfalls superspannend und freue mich schon auf die kommende Abrechnung vom August, weil wir durch den transparenten Verbrauch jetzt tatsächlich auch ingesamt sparsamer geworden sind.

Mein Fazit für die ersten Monate: Deutlich unter den 6 ct/kWh geblieben! Meinen Gesamtstrompreis hab ich übrigens auch endlich Mal ausgerechnet. Liege Netto jetzt bei ca. 13 ct/kWh, was für einen Haushalt echt megagünstig ist und die deutschen Kollegen vermutlich vom Hocker haut.

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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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