Ökosoziale Marktwirtschaft

Klimaschutz – ambitioniert und mit Augenmaß...

Der Sommer ist noch nicht vorbei. Es zeichnet sich aber jetzt schon ab, es war (wieder einmal) einer der heißesten und trockensten der Messgeschichte. Und ich würde nicht viel darauf wetten, dass die Sommer der nächsten Jahre kühler werden. Nicht nur bei uns wird es wärmer. Island hat in diesem August offiziell seinen Gletscher Okjökull zu Grabe getragen – ohne Eis macht die Bezeichnung keinen Sinn mehr.

Klimawandel findet statt. Er begegnet uns in Form von Hitzeperioden, Hagelunwettern und Schädlingsbefall. Auch wenn es keinen unwiderlegbaren Beweis geben kann, dass ein einzelnes Unwetter auf den Klimawandel zurückzuführen ist, in der Häufigkeit ist der Zusammenhang gesichert.

Selbst wenn wir auf der Stelle den CO2-Ausstoß weltweit massive reduzieren, das Klima wird nicht mehr so wie es in unserer Kindheit war. Wir können und müssen durch ambitionierten Klimaschutz die schlimmsten Folgen verhindern und gleichzeitig mit den bereits auftretenden Auswirkungen leben lernen und die schlimmsten möglichst abfedern.

Doch wie geht das? Appelle zum Verzicht haben bisher keine größeren Erfolge erzielt. Wir Menschen haben es offensichtlich nicht so mit der freiwilligen Selbstkasteiung. Und rigorose Verbote in größerem Umfang sind politisch nicht haltbar.

Aber, die Lösung liegt bereits auf dem Tisch: die Ökosoziale Marktwirtschaft. Sie wurde von Josef Riegler vor genau 30 Jahren erfunden und bedeutet Wirtschaften mit Verantwortung. Wirtschaft, Umwelt und Soziales sind gleichermaßen wichtig und sollen dem Menschen dienen. Sie sind kein Selbstzweck. Ökosoziale Marktwirtschaft bedeutet durch berechenbare Rahmenbedingungen Wirtschaft und Gesellschaft in eine Richtung zu lenken, die ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnvoll ist und das dauerhaft. Zum Beispiel indem wir dem Klimakiller CO2 einen Preis geben. Eine Lenkungsabgabe kann hier die richtigen Signale setzen. Sodass was ökologisch falsch ist, auch wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht. Heizen mit Öl beispielsweise.

Und wir müssen gleichzeitig die Technik vor den Karren des Umweltschutzes spannen. Es gibt bereits in vielen Bereichen technische Lösungen, um die Abhängigkeit unserer Wirtschaft vom Erdöl zu reduzieren und auch den CO2-Ausstoß einzuschränken. Treibstoff kann auf Basis von Holz hergestellt werden, Autoreifen aus Löwenzahn. Statt Plastiksackerl sind Verpackungen auf Stärkebasis eine wirkliche Alternative. Wir können sicher nicht alle Produkte aus Öl durch solche aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzen. Auch unser Verhalten muss sich ändern, im Idealfall macht das auch noch Spaß. Und auch manche Verbote schränken die Lebensqualität nicht ein. Einweg-Plastiklöffel werden uns nicht wirklich abgehen. Das alles muss Hand in Hand gehen und mit Augenmaß umgesetzt werden. Das ist die Ökosoziale Marktwirtschaft.

 
About the Author

Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

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