Dem Gegenwind getrotzt

Erwin Moser kämpfte für den Windpark in Munderfing und verweist nun auf ein Vorzeigeprojekt. 

Energiewende und Klimaschutz sind zwar in aller Munde, doch wenn es um die Umsetzung geht, wird es schwierig. Das jüngste Beispiel ist der Versuch, einen Windpark im Salzburger Lungau zu verwirklichen.
Das Vorhaben entwickelte sich zum Medien-Hickhack und endete in einer Abstimmung von 16 Bürgermeistern, ob man nun in der Region Windräder wolle oder nicht. Nur drei Bürgermeister sprachen sich dafür aus, doch diese wollen weiter für ihr Vorhaben kämpfen. Ähnlich verlief es auch im oberösterreichischen Munderfing, aber mit einem positiven Ausgang. Der Windpark ist in der Gemeinde ein Wahrzeichen, es ist unglaublich, welches ‚Wir-Gefühl‘ die Bewohner mit dem Projekt entwickelt haben, versichert auch Erwin Moser, treibende Kraft und Geschäftsführer des Windparks.

Das Vorhaben entwickelte sich zum Medien-Hickhack und endete in einer Abstimmung von 16 Bürgermeistern, ob man nun in der Region Windräder wolle oder nicht. Nur drei Bürgermeister sprachen sich dafür aus, doch diese wollen weiter für ihr Vorhaben kämpfen. Ähnlich verlief es auch im oberösterreichischen Munderfing, aber mit einem positiven Ausgang. Der Windpark ist in der Gemeinde ein Wahrzeichen, es ist unglaublich, welches ‚Wir-Gefühl‘ die Bewohner mit dem Projekt entwickelt haben, versichert auch Erwin Moser, treibende Kraft und Geschäftsführer des Windparks.

Der BürgerInnen-Windpark in Munderfing (3.100 Einwohner) ist zu 75,2 % im Besitz der Gemeinde. Mit viel Engagement ging man damals an das Projekt heran. Die Idee war, eine Energieregion mit 13 Gemeinden zu gründen und insgesamt 30 Windräder zu errichten. Die Projektanten waren voll begeistert, und auch die ersten Gespräche mit den Bürgermeistern verliefen erfolgversprechend. Doch dann wurden Info-Veranstaltungen für die Bevölkerung organisiert und die erste Verwunderung stellte sich ein: Es gab auch Gegner. Hitzige Debatten wurden geführt und eine Gemeinde nach der anderen sprang ab. Hinzu kam, dass man bei der Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich nicht den Eindruck hatte, dass das Projekt erwünscht war. Doch Erwin Moser gab nicht auf und konnte mit seinen Mitstreitern den Gemeinderat von Munderfing überzeugen, einen eigenen Windpark im Gemeindegebiet zu errichten. Es war ein steiniger Weg, doch schlussendlich wurden fünf Windräder aufgestellt.

Sieben Jahre dauerte das Bewilligungsverfahren. Allein drei Jahre dauerte das Widmungsverfahren. Mehrmals musste der Antrag zurückgezogen, verbessert und wieder eingereicht werden. 2008 wurde der Pachtvertrag mit den Österreichischen Bundesforsten unterschrieben. Von sieben Bewilligungsbescheiden gingen wegen Einsprüchen sechs bis in die letzte Instanz zur Entscheidung, weil solcher Gegenwind herrschte. Trotzdem: 2013 wurden die Fundamente gegossen und im Sommer 2014 war es endlich soweit und der Windpark wurde eröffnet. Mit einer Leistung von 18,4 MW werden jährlich rund 32 Mio. kWh Strom erzeugt. Das entspricht einem Verbrauch von 10.000 Haushalten bzw. 10.000 E-Fahrzeugen, die 15.000 km im Jahr fahren können. 23,4 Mio. Euro wurden ins Projekt investiert. Die Erträge übertreffen die Prognosen, wodurch die Gemeindekasse auch aufgefüllt wird.

 Entscheidend für das Projekt war, dass die gesamte Gemeinde geschlossen hinter dem Vorhaben stand – auch politisch. Bei den Gemeinderatswahlen 2009 hat man sich sogar geeinigt, das Projekt außer Frage zu stellen. Nunmehr soll noch ein sechstes Windrad hinzukommen. Abschließend ein Zitat von Erwin Moser: „Ich würde alles noch einmal machen, aber nunmehr in der Hoffnung, dass es nicht so abläuft. Am Sinn des Projektes gab es und wird es keine Zweifel geben.“

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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