Was uns der 8.6.2019 über den zukünftigen Strommarkt verrät (Teil 4)

Wie im letzten Beitrag ersichtlich, bin ich auf den Smart-Meter gekommen. Ich stelle mich als „Guinea Pig“ zur Verfügung und teste am eigenen Leib wie und ob man mit einem Smart-Meter bares Geld sparen kann, wenn man zum Beispiel die Klimaanlage genau dann einschaltet, wenn der Strompreis gerade günstig ist, weil so viel Sonnen- und Windstrom im Netz sind. Unten seht ihr alle Artikel aus der Smart-Meter Serie bei der ihr Schritt-für-Schritt erklärt bekommt, wie man auf einen Smart-Meter umsteigt, einen stündlichen Tarif organisiert und dann seinem täglichen Stromverbrauch zusehen kann.

Im letzten Artikel hab ich euch hoffentlich mit meiner Begeisterung fürs Durchklicken der Strompreise der letzten Tage angesteckt, als ich erstmals Geld fürs Strom verbrauchen bekommen habe. Dieser Leidenschaft bin ich nun weiter nachgegangen und habe es um einen wichtigen Schritt erweitert. Ich habe auch die deutschen Strompreise mit unseren verglichen, weil dort ja bekanntlich viel mehr Photovoltaikanlagen sind und das Ergebnis ist wirklich erstaunlich.

8.6.2019 in Österreich – Strompreise konstant niedrig

Wer den letzten Artikel gelesen hat, sieht dabei, dass der Strompreis normalerweise zu Mittag günstiger wird und so um die 2-3 ct/kWh liegt. An diesem Tag ist das anders. Schon in der Früh sind die Preise konstant niedrig und steigen auch am Abend nicht. Soweit so normal, und man könnte meinen, es war ein Tag wie jeder andere, nur halt ein bisschen anders. Den Link zu diesem Tag in Österreich findet ihr hier. Man muss in den Tagen dann nur zurückgehen vom aktuellen Tag.

8.6.2019 in Deutschland – Bis zu Minus 10 ct/kWh!!!!

Anders sieht dieser Tag in Deutschland aus und zeigt uns, dass die Strompreiszonentrennung für Österreich noch stärker wirkt als manche gedacht haben.

Die Darstellung am deutschen Portal sieht auf den ersten Blick etwas anders aus, weil die negativen Balken in lila und nicht türkis sind wie in Österreich (warum eigentlich?) aber da ist ein besonderes Stromereignis passiert. In Deutschland waren die Strompreise DEN GANZEN TAG ÜBER negativ!!! und gingen auf bis zu Minus 10,7 ct/kWh!! Wem das nichts sagt, hier eine kurze Erklärung: Der Strompreis liegt normalerweise zwischen 3 und 7ct/kWh im Plus und Negativstrompreise sind (noch) sehr selten. Aber wenn sie negativ werden, dann geht es grad mal so um die 1-2 ct/kWh ins Minus, dieser Ausreißer ist also gewaltig!

Was ist eurer Meinung nach passiert?

Was also ist passiert? Ich habe nicht die gesamte Antwort auf diese Frage und kann hier auch nur Vermutungen aufstellen. Ich freue mich aber auch über eine Diskussion im Kommentarfeld, da hier immer mehr Experten zu diesem Thema mitlesen, also scheut euch nicht mitzudiskutieren bitte.

Etwas, dass mir Simon Schmitz, der Gründer von aWATTar, der Brain hinter dieser Transparenz gerade erklärt hat, ist, dass eben die Strompreiszonentrennung einen großen Anteil an diesem Phänomen hat. Durch die neuen Regelungen dürfen die überschüssigen Mengen nicht mehr so günstig nach Österreich verkauft werden, weshalb es dann zu solchen Marktphänomenen kommt.

Hier meine Interpretation dazu: Österreich darf/will/kann den günstigen Solarstrom aus Deutschland nicht mehr abnehmen, weil Deutschland eben gesagt hat „Ihr Ösis macht euch endlich mal den günstigen Strom selber, wir haben da viel investiert und wollen davon jetzt auch profitieren“. Finde ich persönlich nur fair und sollte für unsere Regierung ein unbedingtes Signal sein, dass der Solarstromausbau nicht länger behindert werden darf, sondern massiv forciert werden muss.

Die Stromhighligts des letzten Jahres sind als „hourly Higlights“ markiert

Ein besonderes Feature der österreichischen und deutschen aWATTar Seiten finde ich die Highlights der aktuellen Stromwirtschaft unter der Grafik. Das sind anscheinend Tage an denen der Strommarkt „verrückt“ spielt und wodurch man nicht alles durchklicken muss. Aber Achtung: Um das zu sehen muss man auf der Seite ganz nach unten scrollen. Viel Spaß beim Durchklicken dieser Seiten und mich würde eure Meinung zu diesem Tag und den anderen Besonderheiten interessieren!

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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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