Mein Smart Meter verrechnet erstmals negativen Strompreis (Teil 3)

Große Erfolgsmeldung nach einem Blick in mein Abrechnungsportal! Erstmals werden dort negative Strompreise angezeigt. Wie das passiert ist und was man dabei beachten muss, gibt es in diesem Beitrag.

Was bisher geschah

Wie ihr wisst, habe ich hier eine „Smart Meter Serie“ gestartet, weil durch die massive Stromkostensteigerung seit der Strompreiszonentrennung und anderen Faktoren, die ich im Artikel „Stromkosten für Klimaanlage expoldieren“ erläutert habe, der Betrieb einer Klimaanlage richtig ins Geld geht und ich selbst eben keine Anlage in der Mietwohnung für günstigen Solarstrom bauen kann. Deshalb war die Idee einen Smart Meter zu installieren, damit der Strom wirklich zum Echtzeittarif abgerechnet werden kann und ich dann, wenn die Sonne scheint, eben den günstigen Strom von der Börse kaufen kann. Soweit die Theorie. Ich habe euch dann daran teilhaben lassen, wie einfach es war, diesen Prozess mit der Wien Energie in Gang zu setzen, und konnte dann sehr schnell vermelden, dass mein Smart Meter wirklich installiert wurde und ich endlich in Echtzeit sehen konnte, wie viel Strom ich pro Tag verbrauche.

Seit 1. Juni werde ich stündlich abgerechnet

Nun ist der nächste Schritt geschafft und nachdem ich ein paar Unterlagen bei Wien Energie und meinem stündlichen Stromanbieter unterschrieben hatte, wurde ich auf den „hourly“ Tarif umgestellt, mit dem ab jetzt wirklich in Echtzeit abgerechnet wird. Das finde ich besonders spannend, weil ich jetzt wirklich monatlich den Überblick über meinen Verbrauch habe und gegebenenfalls gegensteuern kann, wenn der Verbrauch aus dem Ruder läuft. Im Normalfall bekommt man ja nur einmal im Jahr die Rechnung, ärgert sich schnell und vergisst das ganze dann wieder. Ich glaube tatsächlich, dass sich mein Bewusstsein durch diese Umstellung gewaltig ändert. Ich bin zwar sicher nicht die Norm, weil ich das einfach echt total spannend finde, was da mit dem Strom so die ganze Zeit passiert, aber je besser die Darstellungsformen werden, desto mehr Menschen werden endlich ein Gefühl zum Thema Strom entwickeln und dadurch letztlich auch ihr Verhalten ändern. „Bewusstheit schafft Veränderung“ heißt es so schön und ich bin mir sicher, das ist auch bei einem so profanen Thema wie Strom der Fall.

Viertelstundenanzeige muss händisch aktiviert werden

Ein Learning, welches ich hier teilen möchte, damit die anderen nicht denselben Fehler machen, ist dass man im Webportal der Wien Energie, für welches man die Zugangsdaten nach der Zählermontage bekommt, ein wichtiges Häkchen gesetzt werden muss. Darauf hat mich zwar jemand in den Kommentaren des letzten Artikels hingewiesen, aber ich hatte es trotzdem dann nicht gleich gemacht und dann darauf vergessen. Deshalb sehe ich derzeit auch noch keine Viertelstundentarife. Simon Schmitz von aWATTar stand aber als Telefonjoker bereit und hat mir versichert, dass mein Zählpunkt trotzdem schon richtig abgerechnet wird, weil ich bereits alle Dokumente für den Datenaustausch mit ihnen unterschrieben hatte. Ab morgen sollte ich auch selber meine Viertelstundenwerte sehen. Ich werde hier dann weiter berichten. Für alle anderen hier ein Screenshot mit der richtigen Seite.

23.6.2019 der Tag an dem ich erstmals Geld für die Stromabnahme bekam

Was ich wirklich absolut cool finde ist, dass ich jetzt jeden Tag schauen kann, wie der Strompreis gestern war und wie er morgen sein wird. Es gibt zwar das EEX Portal der Leipziger Strombörse, aber das ist sogar für mich zu kompliziert dargestellt und es gibt tausende Indizes und man weiß nicht, welcher jetzt für einen selber gilt. Deshalb bin ich gerade voll happy, dass es hier die aktuellen Werte schön grafisch dargestellt gibt. Und hier nun „schwarz-auf-weiß“, dass wir am Sonntag ein paar Kilowattstunden zum Minustarif eingekauft haben. Das war ein Sonntag an dem eben sehr viel Sonnen- und Windkraft im Markt war und alle ein Mittagsschläfchen gemacht haben :-).

Klimaanlage läuft ab jetzt nur mehr Mittags oder spätabends

Jetzt kann ich mich durch jeden Tag der letzen beiden Monate klicken und schauen, wie die Strompreise waren. Eine logische Erkenntnis ist eben natürlich, dass zu Mittag wenn die Sonne scheint der Preis natürlich runter geht. Ich dachte aber nicht, dass es so weit runter geht. 2,9 ct um 14 Uhr ist ganz was anderes als 5,4 ct um 19 Uhr! Simon hat die Werte das ganze letzte Jahr hinweg schon mal auswerten lassen und so die besten Verbrauchszeiten eruiert. Die Ergebnisse gibts hier im Blog.

Die nächsten Erkenntnisse gibt’s morgen

Sobald ich jetzt die Viertelstundenwerte habe, teile ich meine Erkenntnisse, ich möchte mir ausserdem die Unterschiede zwischen dem österreichischen und dem deutschen Strompreis ansehen und daraus ableiten wie sich die Strompreiszonentrennung tatsächlich ausgewirkt hat. Stay tuned.

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About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Zum Thema (Negativ)strompreise führe ich eine Auswertung durch: https://www.saurugg.net/strom-blackout/risiko-eines-strom-blackouts/aktuelle-situation#strompreise

    Bzgl. negativer Strompreise würde ich mich nicht zu früh freuen. Ich erwarte, dass die Varianz zwischen niedrigen und hohen Preisen und die Preise insgesamt deutlich steigen werden, da die gesicherten Leistungen sinken. In Deutschland gab es in den letzten Tagen soviel import, wie noch nie …

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