Was die Neuwahl für die Photovoltaik in Österreich bedeutet

Nun ist es also fix. Durch die Neuwahl ist das ohnehin schwierige Projekt EAG (Erneuerbaren Ausbau Gesetz) in noch weitere Ferne gerückt als bisher. Der Verband der Erneuerbaren EEÖ fordert nun ein Not-Klimapaket, welches ob der prekären Situation des Klimas wirklich dringend nötig wäre und ich sehr auf eine ähnliche Situation wie bei der kleinen Ökostromnovelle hoffe, bei der kurz vor der Wahl doch noch Einstimmigkeit ins Parlament eingekehrt ist.

Wie Peter Püspök vom EEÖ richtig sagt. Jeder, der sich gegen den Ausbau von Erneuerbaren in Österreich stellt, wird bei der kommenden Wahl unglaubwürdig für eine zukunftsfähige Politik sein. So gesehen, könnte diese Neuwahl jetzt tatsächlich dazu führen, dass alle geschlossen hinter dem Ausbaugesetz stehen, und das noch vor September beschließen. Angekündigt war es ohnehin für Juni.

Photovoltaik Förderung nach wie vor verfügbar

Was mir in diesem Zusammenhang wichtig ist, ist Klarheit darüber zu schaffen, welche Förderungen derzeit trotz allem noch da sind. Immer wieder höre ich: „Für Photovoltaik gibt’s ja keine Förderung mehr“. Das stimmt schlichtweg nicht. Es wird den Bürgen nur nicht leicht gemacht, sie zu bekommen, aber es gibt sie nach wie vor! In diesem Zusammenhang muss man zwischen dem KLIEN (Klima- und Energiefonds), welcher Anlagen bis 5 kWp fördert, und der OeMAG, welcher Anlagen ab 5 kWp   fördert, unterscheiden. Leider werden diese beiden „Töpfe“ in den Medien ständig verwechselt. Wenn der eine Topf leer ist, heißt es gleich, dass es gar nichts mehr gibt. Es stimmt leider, dass das Budget für Kleinanlagen geschrumpft wurde und die KLIEN Förderung in wenigen Wochen ausgebucht sein wird. Ob es diese Art der Förderung weiterhin geben wird, entscheidet nun das neue Gesetz, welches auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

OeMag 2020 noch sehr attraktiv

Die gute Nachricht ist, dass durch einen Stillstand der Regierung das aktuell gültige Gesetz in Kraft bleibt und es 2020 zum allerletzen Mal die meiner Meinung nach sinnvollste Art der Förderung gibt. Ein Investitionszuschuss in Höhe von ca. 25.% bis 200 kWp, einen Fördertarif der ganz leicht über dem Marktpreis liegt mit 7 ct/kWh und einer Reihung nach Eigenverbrauch. Heißt, Anlagen, die einen hohen Eigenverbrauch aufweisen, werden vorgereiht.

Projekte müssen fertig entwickelt sein im Jänner

Die einzige Krux an dieser Förderung ist aber, dass die Projekte fertig entwickelt sein müssen, obwohl man nie genau weiß, ob man wirklich eine Förderung bekommt. Es gibt nur eine begrenzte Geldmenge, die nach dem First-Come First Serve Prinzip vergeben wird. In den letzten Jahre wurden aber alle Projekte, die eine seriöse Planung und Projektentwicklung durchgeführt haben, auch gefördert.

Es ist natürlich ohne Frage eine Tragödie, was da innenpolitisch gerade passiert und es ist sehr schade, dass schon wieder nichts weitergeht in Sachen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Als hoffnungslose Optimistin kann ich mir aber sogar vorstellen, dass ein Not-Klima-Paket sogar noch zustande kommt. Es gibt einfach keinen Grund dagegen zu sein, außer aus parteipolitischem Kalkül. Da dies aber für die Wähler sehr leicht durchschaubar wäre, wird sich jeder davor hüten.

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

3 Comments

  1. Was ich vergessen habe, natürlich gibt es auch die attraktiven Förderungen der Bundesländer. In Wien derzeit jederzeit abrufbar und viel einfacher zu bekommen. Leider wohnt halt nicht jeder in Wien…

    • Wien Energie macht derzeit nur „relativ“ große Sachen. Was per se sinnvoll ist, low hanging fruits first. Wien Energie hat außerdem den Vorteil, dass das Netz sehr engmaschig ist, irgendein Verbraucher ist bald einmal in unmittelbarer Nähe.

      Außerdem hat die Dachlandschaft von Großstädten eine hohe fraktale Dimension – wird man aus Luftbildaufnahmen wohl errechnen können – womit ungute Aufschaukelungseffekte im reflektierten Spektrum unwahrscheinlich werden.

      Da die Flugrouten im allgemeinen in oder bei Großstädten enden, kommt dann auch nur non-glaring PV in Frage, womit dann auch der Dach-Ästhetik genüge getan wird. Wir sollten uns ein Beispiel an Dänemark nehmen: https://ennogie.com/

      Mittelfristiger Ausblick: Förderungen werden irrelevant – innovative Sachen sollten erlaubt sein.

      Bei uns?

      Aber ja doch, die Wirtschaft macht das schon und die Politik soll sich meinetwegen wechselseitig ans Bein pinkeln.
      Die Peitsche der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wird sich als der wahre Segen für das Land erweisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.