NHB-Erstattung in Österreich

NaDiVeG, SDGs und Co.

EY Österreich“ untersuchte das Verhalten österreichischer Top-Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeitsberichterstattung im Geschäftsjahr 2017. Besonderes Augenmerk lag auf den Akronymen „NaDiVeG“ und „SDGs“.

Die „ESG-Risiken“ im Umwelt-, Sozial- und Politikbereich haben laut „World Economic Forum Global Risk Report“ die Risikolandschaft stark verändert. Sie sind oft noch komplett unbekannt, treten unvorhergesehen auf oder übersteigen den Betrachtungszeitraum traditioneller Planung. Hier tritt das „Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz“ (NaDiVeG) ein und verpflichtet seit 2017 Unternehmen zur Berücksichtigung solcher Gefahren und der öffentlichen Berichterstattung wesentlicher nichtfinanzieller Aspekte.

Im Zuge ihres „Aktionsplan Sustainable Finance“ setzt die EU auf einheitliche Regelungen im nachhaltigen Geschäft. Dabei werden laut „Embankment Project for Inclusive Capitalism” (EPIC) vermehrt auch immaterielle Vermögenswerte berücksichtigt.

Die steigende Umsetzung der „SDGs“ in Österreichs Wirtschaft stellen „EY Österreich“ gemeinsam mit dem „Institut für Produktionsmanagement“ der Wirtschaftsuniversität Wien dar. Als Guideline für die Implementierung der „SDGs“ in eigene Strategien dient unter Anderem der „SDG Compas Annex: Linking the SDGs and GRI Standards“.

Repräsentativ für die gesamte österreichische Wertschöpfung im Jahr 2017 sind die 100 umsatzstärksten Betriebe, die fünf Top-Kreditinstitute nach Bilanzsumme, die fünf Top-Versicherungen nach Marktanteil (1), Prime-Market-Firmen (2) und eine Auswahl an öffentlichen Unternehmen (3).

35 % der ersten Gruppe veröffentlichten einen Nachhaltigkeitsbericht. Rund ein Drittel (36 %) entschied sich für eine integrierte Berichterstattung. Diese waren nichtfinanzielle Berichte, die in den Geschäftsbericht inkludiert wurden, oder es waren nichtfinanzielle Erklärungen als Teil des Lageberichts. 64 % der Unternehmen verfassten einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht. Fast die Hälfte der nichtfinanziellen Erklärungen bzw. Nachhaltigkeitsberichte (49 %) wurden extern geprüft.

Nahezu die gesamte Spitze der börsennotierten Gesellschaften unterliegt dem „NaDiVeG“ und berichtete daher über ihre Nachhaltigkeitsleistungen (95 %) – etwa die Hälfte davon integriert. Bei drei Viertel dieser Berichte diente das GRI in unterschiedlichem Ausmaß als Richtwert. 21 Berichte (58 %) im Prime Market prüften unabhängige Dritte.

Im öffentlichen Sektor berichtete nur ein Drittel der 21 Unternehmen über Nachhaltigkeitsinitiativen – ein erneuter Rückgang. Davon waren vier eigenständige Berichte und drei wurden in den Geschäftsbericht integriert. „GRI“ diente für alle sieben Unternehmen als Rahmenwerk. Die externe Prüfung entsprach hier dem Prozentsatz im Prime-Market.

Von den 76 Konzernen in Österreich, die 2017 dem „NaDiVeG“ unterlagen, veröffentlichten 70 nichtfinanzielle Informationen (NFI). Immerhin die Hälfte davon widmete den unternehmerischen Nachhaltigkeitsthemen einen eigenständigen Bericht. Bei 19 % findet sich die Berichterstattung im Geschäftsbericht, ein Viertel nutzte einen gesonderten Abschnitt des Lageberichts und 5 der 70 Unternehmen integrierten die Auskünfte zur Nachhaltigkeit in den Lagebericht. 56 % orientierte sich an den vom Gesetz empfohlenen GRI-Standards und 26 % ließen durch limited assurance extern prüfen.

Es bleibt allgemein abzuwarten, ob sich in Zukunft weitere Unternehmen davon überzeugen lassen, Nachhaltigkeitsthemen mehr Beachtung zu schenken. Diverse öffentliche Debatten fördern jedenfalls eine dahingehend ausgeweitete Berichterstattung und Transparenz.

Für nähere Informationen laden wir Sie ein, die gesamte Studie hier nachzulesen.

„EY Österreich“ bietet außerdem allgemeine Tipps und Unterstützung zum Thema (www.ey.com/at/ccass).

 
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