Mein Weg zum Smart Meter – Teil 2

Wie ihr wisst, sind die Strompreise kürzlich explodiert und ich habe schon Angst vor dem Sommer, wenn dann die Klimaanlage wieder an muss. Da ich in der Mietwohnung keine eigene Photovoltaikanlage installieren kann, mit der ich im Sommer günstigen Strom produziert hätte, gehe ich nun einen „Umweg“ und möchte zumindest im Sommer, wenn alle Photovoltaikanlagen produzieren und dann hoffentlich der Strompreis dadurch sinkt, durch einen Viertelstundenstromtarif davon profitieren und habe deshalb ein „Smart-Meter Opt-in“ gemacht.

Heißt: Ich habe schon jetzt einen intelligenten Stromzähler bestellt, bevor ihn noch alle anderen bekommen. Wie das geht habe ich im ersten Artikel „Mein Weg zum Smart Meter – Teil 1“ beschrieben. Nun darf ich verkünden: Er ist da!!

Mein Smart Meter ist daaa!

Wie im letzten Artikel beschreiben, reicht dafür eine einfache Mail an den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, den Austausch innerhalb von 6 Monaten durchzuführen und ihr glaubt gar nicht, wie unkompliziert das war. Nur wenige Wochen nach meinem Mail bekam ich einen Brief, in dem mir mitgeteilt wurde, dass der Zähler innerhalb der nächsten 2 Wochen ausgetauscht wird und ich dafür nicht einmal zu Hause sein muss. Da der Zähler am Gang vor der Wohnung installiert ist, wurde der gute alte Ferraris Zähler (um den mir ehrlich gesagt schon ein wenig Leid ist…) durch eine digitale Variante ersetzt.

Was nun? Die ersten Schritte mit meinem Smart-Meter

Nun ist ist Frage, was macht man mit einem Smart-Meter und für mich war anfangs nicht klar, wie nun wirklich die Daten zu mir oder zum Energieversorger kommen. Einen Vorteil, den ich mir vom Smart-Meter schon erhoffe ist, dass ich meinen eigenen Energieverbrauch nun endlich selbst überwachen und sehen kann. Sonst sind Stromrechnungen ja eine regelrechte „Black-Box“. Am Ende des Jahres kommt das Überaschungsei und man weiß oft nichtmal, ob die Mehrkosten nun von einem Mehrverbrauch an Energie oder doch von einer Strom- oder Netzkostensteigerung kommen. Nach der Analyse von vielen hundert Stromrechnungen hab ich es natürlich sehr viel leichter als jemand, der das nicht täglich macht, aber auch ich konnte immer nur den Jahresverbrauch sehen und nicht wieviel der Kühlschrank oder die Klimaanlage oder die LED Lampen nun wirklich brauchen.

1. Schritt Umstieg auf den Stundentarif

Jetzt wo ich den digitalen Stromtarif habe, ist es möglich auf den Viertelstundentarif meines Anbieters umzusteigen. In meinem Fall bin ich also vom „Monthly“ Tarif auf den „Hourly“ Tarif umgestiegen auch wenn es mir furchtbar weh tut, dass wir dieses Jahr bereits jetzt wirklich um 100% mehr zahlen!!! Letztes Jahr waren es noch 3 ct/kWh, nun sind es 6ct/kWh. Dafür kann aber eben keiner der Anbieter was, weil es alle gleichermaßen trifft. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass dieser Wert im Sommer dann sinkt und wir davon profitieren. Ob es wirklich so wird, sehen wir erst dann. Für den Umstieg auf diesen Tarif musste ich lediglich ein Mail schreiben und eine Einverständniserklärung unterschreiben, die es den Wiener Netzen erlaubt meine Werte an aWATTar weiterzuleiten. Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden, wie sich das entwickeln wird.

2. Meinen Verbrauch auslesen

Von dem Smart Meter erhoffe ich mir jedenfalls auch, dass ich genauer sehe wann wir wie viel Strom verbrauchen. Dafür brauchte ich ein Zugang zu dem Smart-Meter Portal der Wiener Netze und nachdem der erste Brief mit den Zugangscodes anscheinend irgendwo verloren gegangen war, habe ich die Codes nochmal angefordert und konnte mich erfolgreich am Portal der Wiener Netze registrieren.

Zum erstem Mal in meinem Leben sehe ich Live meinen Verbrauch!!

Und auch wenn das für euch jetzt komisch klingt: Ich freue mich gerade voll! Ich sehe endlich meinen eigene Verbrauch!! Zum ersten Mal in meinem Leben in Wahrheit! Energie ist so etwas abstraktes für viele und mit solchen Tools wird das endlich einfacher zu erklären ,was der Unterschied zwischen Kilowattstunden und Kilowatt sind und man kann endlich auch direkt und sofort etwas an seinem Verhalten ändern.

Seit 11. April ist das Wiener Netze Portal fertig und die Kunden können ihren Verbrauch sehen und ich bin live dabei. Wohoo! Erste interessante Erkenntnis, wir verbrauchen also 6-10 kWh/Tag. Das ist jetzt noch ohne Klimaanlage. Bin gespannt, wie es dann aussieht.

Welche Apps gibt es nun für die Darstellung und Verbrauch?

Was noch nicht funktioniert derzeit, ist die Viertelstundenanzeige. Weiß jemand, woran das liegen könnte? Weiters frage ich mich, welche Anbieter es bereits gibt, die auf diesen Rohdaten aufbauen und dann eine noch userfreundlichere Darstellung oder sogar eine Steuerung der Geräte ermöglichen. Für Hinweise in diese Richtung bin ich dankbar und halte euch weiter auf dem Laufenden.

Weitere Artikel aus dieser Serie

Stromkosten für Klimaanlage explodieren – Was tun?

Mein Weg zum Smart Meter Teil 1

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

4 Comments

  1. Gratulation, ich muss trotz opt-in noch mindestens 2 Jahre warten. Verpflichtung hin oder her, was in unserem netzgebiet technisch noch nicht möglich ist kann auch nicht ausgeführt werden – anscheinend ohne Konsequenzen für den netzbetreiber.
    Immerhin haben wir vorgesorgt und schon jetzt eine Lösung für einen maximalen PV-Eigennutzen bei minimalen Aufwand entwickelt: das System DynaStrat für die Warmwasserbereitung mit sonnenstrom. Geht übrigens auch ohne smart Meter!

    • danke! also ist Wien da anscheinend Vorreiter oder wie?? Habt ihr das bei der E-Control erfragt ob sie sich so lange Zeit lassen dürfen? Welches Bundesland ist das?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.