Das war die Vienna Autoshow 2019

Das Thema Alternativantriebe ist mittlerweile bei (fast) allen Automobil-Produzenten angekommen. Die E-Mobilität und Hybrid-Systeme dominieren die Gespräche bei der heurigen Vienna Autoshow. Dutzende neue Modelle kommen heuer auf den Markt und in den kommenden fünf Jahren geloben zahlreiche Hersteller, die gesamte Modellflotte auch rein elektrisch anzubieten.

Das Hauptproblem ist aber das gleiche geblieben: der Speicher. Die Lithium-Akkus sind teuer, schwer und vor allem in nicht genügender Zahl vorhanden, wodurch die Wartezeit bei Neubestellungen bei mindestens einem Jahr liegt. Preislich werden die Fahrzeuge günstiger, wird versichert, jedoch liegt der Einstieg noch immer bei rund 20.000 Euro inklusive Akku und Steuern – bei sehr kleinen Modellen.

Die Marketing-Strategien der Hersteller sind recht unterschiedlich. Top-down: Es werden zuerst recht große E-Fahrzeugmodelle angeboten, was zum Beispiel bei Audi und Kia zu beobachten ist. Die Modelle haben dadurch große Batterien und dementsprechend höhere Reichweiten. Sie sprechen auch (ältere) Kunden an, wo der Preis alleine nicht die entscheidende Größe ist. Bottom-up: Kleineren Modellen wird der Vorzug gegeben, wie zum Beispiel bei Daimler, wo die Smart-Flotte künftig nur mehr elektrisch angeboten wird. Die Alleskönner beginnen scheinbar wahllos E-Modelle anzubieten und versprechen im Laufe der Zeit alle Modelle als E-Variante anzubieten. Das ist beim französischen PSA-Konzern der Fall. Zuletzt gibt es noch immer die Verweigerer, die nicht glauben, dass E-Mobilität eine Rolle spielen kann. Es wird mit den fehlenden Rohstoffen für die Akkus argumentiert genauso wie mit zu hohem Strombedarf im Energiesystem. Andere Antriebskonzepte sind auf der Messe eine Rarität. Hyundai stellt als einziger ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug vor, dass man aber vorerst nur „langfristig ordern“ kann. Beim Audi-Stand hört man, dass noch auf Gasfahrzeuge gesetzt wird, die Absatzzahlen bislang eher ernüchternd waren.

Nun ein paar kurze Impressionen von den Ständen:

Mit ZsiDou steigt ein neuer Anbieter in den österreichischen Markt ein. Die Firma gehört zum chinesischen Geely-Konzern, der durch die Übernahme von Volvo in Europa kurzfristig Bekanntheit erlangte. Das E-Micro-Car ist als Zweitauto oder für das Carsharing konzipiert und bietet erstaunlich viele Extras. Der Zweisitzer verfügt auch über ein für diese Modellklasse hohes Kofferraum-Volumen. Die Reichweite wird mit rund 180 km angegeben.

Beim PSA-Konzern (Citroen, Peugeot und Opel) wird man auf die Genfer Automobil-Show verwiesen, vorerst nur so viel: In den nächsten zwei Jahren werden alle Modelle auch als E-Version angeboten. Im März kommt der erste E-Corsa.

Der Vorreiter in Sachen alternativer Antriebe Toyota bleibt bei seinem Flaggschiff Prius und damit beim Hybridsystem. Im hochpreisigen Segment wird der Lexus UX als E-Version vorgestellt.

Auch bei Renault setzt man auf altbewährtes. Eine neue Version des Zoe wird in Genf gezeigt. Das Modell wird preisgünstiger bei gleichzeitiger Reichweiten-Erhöhung.

Bei Daimler wird die Smart-Flotte elektrifiziert. Es handelt sich um den forfour (4-Sitzer ab 24.000 Euro inkl.), fortwo (Zwei-Sitzer ab 23.000 Euro inkl.) und der Cabrio (ab 26.000 Euro inkl.) Die Reichweite wird mit 180 km angegeben. Mit dem 22kW-Bordlader lässt sich das Fahrzeug innerhalb von 45 Minuten von 10% auf 80% aufladen, so das Versprechen.

Spannend wird die Marktbearbeitung beim heimischen Branchenprimus Volkswagen. Die bisherigen zwei Modelle der e-golf und e-up! werden weiterhin angeboten. Ab 2020 kommen die beiden I.D.-Modelle zusätzlich auf den Markt – einerseits in Golf-Größe der I.D. und als Kleinbus-Variante I.D. Buzz. Die Modelle basieren auf der sogenannten MEB-Plattform (Modulare Elektro-Bauform). Das Ziel der Ingenieure war, durch einen größeren Radabstand mehr Innenraum zu schaffen. Preislich soll sich der I.D. bei rund 30.000 Euro exklusive bewegen.

 
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Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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