Mit Bioökonomie ein nachhaltiges Gesellschaftsmodell verwirklichen

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  • Unsere rücksichtsloser Ressourcenverbrauch hat uns bereits in zahlreiche Zwickmühlen gebracht. Würden alle Erdenbürger so verschwenderisch leben wie wir Österreicher, bräuchten wir 3,3 Planeten.

Dass dieser Ansatz langfristig nicht funktionieren kann scheint jedem Kind klar zu sein. Der Klimawandel, der fortschreitende Verlust an Biodiversität, die Übersäuerung der Meere, kriegerische Konflikte aufgrund seltener Rohstoffe die beispielsweise in der Herstellung der neuesten Smartphones notwendig sind, die zunehmende Anzahl an Klimaflüchtlingen, Plastikverschmutzung in nahezu allen Ökosystemen – das alles sind Entwicklungen die wir als Globaler Norden durch unseren überverhältnismäßigen Ressourcenverbrauch vorangetrieben und zu verantworten haben.

Um zukünftigen Generationen eine Lebensgrundlage an Ressourcen übrig zu lassen und nicht nur die von uns verursachten ökologischen Schäden, erfordert es eine radikale Sinnesänderung der Wirtschaft im Umgang mit Rohstoffen. Aktuell bezahlen wir mit der Kreditkarte der nächsten Generationen indem wir einem linearen Wirtschaftssystem folgen, in dem wir Ressourcen abbauen, diese zu Produkten verarbeiten, nur um sie wenig später auf dem Müll zu entsorgen. Die Natur kennt Müll nicht. Dort werden nur Nährstoffe recycelt und umgewandelt – in einem endlosen Kreislauf.

Die neue Bioökonomie-Strategie der EU nimmt sich dies zum Vorbild und verfolgt als übergeordnetes Ziel zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. In der neuen Strategie wird die Bioökonomie als Baustein einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft definiert, die stärker mit Bereichen Biodiversität und Umweltschutz integriert werden soll.

Um diesem ambitionierten Ziel des Kreislaufgedankens gerecht zu werden, muss die Bioökonomie zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen und gesellschaftliche Innovationen fördern, die auf einen sparsameren Umgang mit Ressourcen abzielen. Die Einbindung der Bevölkerung und die Anerkennung ökologischer Grenzen der Bioökonomie stellen dabei wichtige Grundvoraussetzungen dar. Denn die Ökologisierung des Wirtschaftssystems sollte nicht in der Ökonomisierung der Natur enden. Denn dies birgt die Gefahr, dass Biodiversität weiter abnimmt und Ressourcen überbeansprucht werden. An diesem transformativen Potential wird wohl der Erfolg einer Bioökonomie in Österreich und Europa zu messen sein.

 
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Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

One Comment

  1. Angesichts der politischen Unfähigkeit sogar solche Blödheiten wie die alljährliche Silvesterverpesterei abzuschaffen, gepaart mit Ignoranz und Idiotie des Mobs, der nicht auf seinen VW-Verbrennermüll und konstante Energieverschwendung verzichten kann, bleibt alles nur ein frommer Wunsch;
    Das alles den Bach runtergeht, lässt sich nicht mehr verhindern, auf Bio-Ökonomie wird gepfiffen, so einfach ist das

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