Umweltfreundlich heizen? Gute Argumente zur Entscheidungshilfe

  • Die ersten Wochen des Jahres waren außerordentlich kalt: Die Temperaturen im Jänner 2017 lagen rund 3,0 °C unter dem vieljährigen Mittel und es war in vielen Teilen des Jahres ungewöhnlich sonnig und trocken. Was das Herz von Wintersportfreunden höher schlagen ließ, hatte für kosten- und umweltbewusste Wohnungs- und HausbesitzerInnen durch den höheren Energieeinsatz beim Heizen negative Folgen.

Bis Mitte Februar traten deutlich höhere Feinstaubbelastungen auf als in den vergangenen Jahren – bedingt durch niedrige Windgeschwindigkeiten und Inversionslagen, das heißt Wettersituationen, in denen sich der Feinstaub in bodennahen Luftschichten anreichert – und, bedingt durch die tiefen Temperaturen, erhöhte Emissionen aus dem Hausbrand.

Weniger ist mehr

Wie also heizen, um Energieverbrauch niedrig und Umweltauswirkungen gering zu halten? Weniger heizen ist zwar gut für Finanzen und Umwelt, bei Temperaturen wie im Jänner 2017 sind dem aber Grenzen gesetzt. Steht allerdings ein Neubau oder eine Sanierung an, lohnt es sich, höhere Investitionskosten in Kauf zu nehmen, um den Heizenergiebedarf zu verringern und laufende Betriebskosten niedrig zu halten. Strenge Wohnbaustandards im Neubau, die sich am Niedrigstenergie- und Passivhausstandard orientieren sollten, könnten hier richtungsweisend sein. Bei Bestandsgebäuden kann durch thermische Sanierung der Energiebedarf deutlich gesenkt werden. Hier sollten auch entsprechende Anreize gesetzt werden, um die derzeit niedrige Sanierungsquote deutlich zu steigern. Entsprechende Aktivitäten steigern auch die regionale Wertschöpfung und geben so wichtige wirtschaftliche Impulse.

Holzofen: umweltfreundlich oder umweltschädlich?

Hauptverursacher für die Feinstaubemissionen im Raumwärmebereich sind Holzöfen, insbesondere alte Holzheizungen. Falsches Bedienen und/oder ungeeigneter Brennstoff (nicht genügend getrocknetes Holz oder auch Abfälle) heizen die Emissionsentwicklung auch noch an. Richtiges Heizen und geeigneter Brennstoff können in solchen Fällen einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Feinstaub-Emissionen leisten. Steht eine Erneuerung an, dann lohnt es sich auf ein modernes System wie automatisch befeuerte Pelletskessel umzustellen. Diese weisen viel niedrigere Feinstaubemissionen auf als alte mit Holz befeuerte Öfen, der Brennstoff ist normiert und zudem sorgt meist ein aus österreichischer Produktion stammender optimierter Kessel für einen sehr guten Ausbrand. Nichtsdestotrotz haben Gas- und Ölheizungen im Schnitt niedrigere Feinstaubemissionen als Holzöfen. Das ist allerdings nur ein Teilaspekt der Umweltauswirkungen, die eine Rolle spielen.

Ganz anders sieht die Klimabilanz der unterschiedlichen Systeme aus. Werden die klimarelevanten Treibhausgasemissionen wie CO2 bewertet, schneiden Ölheizungen  (nach den in Österreich kaum noch gebräuchlichen Kohleheizungen) am schlechtesten ab, gefolgt von Gasheizungen. Politische Zielsetzungen wie das Pariser Klimaübereinkommen wirken langfristig auch auf die Preisentwicklung fossiler Energieträger und machen es mittelfristig unerlässlich, ganz auf den Einsatz fossiler Energieträger bei Wohnraumheizungen zu verzichten: Nur Heizungssysteme, die ohne fossile Energie (d.h. Kohle, Öl oder Gas) auskommen, sind auf Dauer zukunftsfähig – und ein Garant für die Lebensqualität zukünftiger Generationen.

Die Zukunft ist erneuerbar

Bei gut isolierten Gebäuden können zukünftig vermehrt auch Heizungssysteme zur Anwendung kommen, die gänzlich ohne Brenner auskommen, wie etwa Wärmepumpen oder Geothermie. Hier ist wichtig, dass der Strombedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. In einigen Regionen Österreichs besteht die Möglichkeit, sich an ein Fern- oder Nahwärmenetz anzuschließen. Diese bietet eine verlässliche Wärmeversorgung mit niedrigen Umweltbelastungen, vor allem dann, wenn die Wärme aus Erneuerbaren Energieträgern stammt. In manchen städtischen Gebieten wird Fernwärme allerdings noch einige Zeit aus effizienten, mit Erdgas betriebenen KWK-Anlagen kommen, da der Umstieg auf Erneuerbare Energie hier einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Weiterführende Links:

http://www.richtigheizen.at/

Heizkosten im Vergleich (z.B. auf der Seite https://www.energyagency.at/fakten-service/heizkosten.html)

 

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