Die Blockchain Start-ups aus dem Energiebereich im Überblick – Teil 1

  • Blockhain Event Startups

    (c) EventHorizon – Ranger

  • Es geht wieder um das heiß diskutierte Thema Blockchain! Letztes Mal führte ich das Interview mit Ewald Hesse von Grid Singularity und wir sprachen über das größte Blockchain Event der bisherigen Geschichte: Event Horizon 2017 und ich sags euch, das war wirklich eine Show der Sonderklasse. Nachdem ich weiß, wie schwer es ist so ein Event aus dem Nichts aus dem Hut zu zaubern, habe ich größten Respekt vor den Organisatoren. Ich habe überlegt, was ich euch nun von dem Event erzählen könnte und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Start-ups für mich der spannendste Teil der Veranstaltung waren. Es gab vor Ort einen Start-up Award, hier präsentiere ich euch die für mich spannendsten Startups.

Bevor wir beginnnen ein kurzer Recap aus dem letzten Interview auf meine Frage an Ewald, was denn die Blockchain überhaupt sei:

„Die Blockchain ist wie ein Register, ein Hauptbuch, in dem jedes wichtige Dokument gespeichert werden kann. Sie ermöglicht direkte, transparente, nachvollziehbare und fälschungssichere Transaktionen ohne zwischengeschaltete Stellen. Das ist heutzutage gerade in Bezug auf Schlagworte wie Datensicherheit, Privatsphäre und Hoheit über die eigenen Daten interessant.“ Ewald Hesse

Alle Start-ups findet ihr auf der Event-Horizon Seite und ich werde hier versuchen die Quintessenz der einzelnen Start-ups in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Das ist gar nicht so einfach, da alles unglaubliche Geeks sind und es oft gar nicht so einfach ist rauszufinden, was die jetzt wirklich machen :-).

M-PAYG  aus Dänemark

M-PAYG (Pay as you Go) ermöglicht es mit der Blockchain-Technologie Menschen in Entwicklungsländern mit Kleinstzahlungen über das Handy eine Solaranlage zu kaufen und auf ihre persönlichen Bedürfnisse abzustimmen. Ich stelle mir das so vor, dass erstmal ein Panel geliefert und installiert wird und dann je nach Verbrauch mit dem Handy abgerechnet wird. Ich kann mir vorstellen, dass es unglaublich schwierig ist, diesen Prozess, der bei den Menschen wie Handyparken funktionieren muss, so abzubilden, dass es wirklich jeder nutzen kann.

Bankymoon aus Südafrika

Auch Bankymoon kümmert sich um Energieabrechnungen in Entwicklungsländern und löst das Problem, dass 80% der Afrikaner kein Bankkonto haben und Strom immer bar und im Voraus kaufen müssen. Mit der Technologie ist es möglich Geld zu einem Smart Meter in Tausendenen Kilometern Entfernung zu senden und damit z.B. das Licht einzuschalten.

OneUp  aus den Niederlanden mit POWR

OneUp ist der Gewinner des Start-up Awards beim Event Horizon 2017 und ist, so wie ich das verstanden habe, kein eigentliches Start-up, sondern eine hochspezialisierte Softwareentwickler Firma, die eben Start-ups im Blockchain-Bereich produziert. Kunden sind unter anderem Energieversorger, die sich dort ihre Innovationen entwickeln lassen und eines dieser Produkte war die Entwicklung eines dezentralen Energienetzwerks mit dem Namen POWR, dessen Besonderheit es ist, dass es keine Verträge zwischen Kunde und Energieversorger gibt, sondern sogenannte „Smart Contracts“ die die Erzeuger und Verbraucher direkt miteinander kommunzieren lassen und automatisch Verträge abschließen. In diesem Video ist das ganz gut beschrieben.

Power Ledger aus Australien

Eines meiner persönlichen Lieblingsstart-ups war Power Ledger. Nicht nur, weil sie wirklich schon ein Produkt bei Kunden testen, sondern weil sie auch in meiner zweiten Lieblingsstadt wohnen, wo ich auch einen wichtigen Teil meines Lebens verbringen durfte :-). Durch dieses Produkt wird es möglich, dass Kraftwerksbesitzer, also jeder der eine PV-Anlage auf dem Dach hat, selbst entscheiden kann, wem er den Überschuss zu welchem Preis verkaufen möchte. Nun könnten sich manche fragen, ob es dafür überhaupt einen Markt gibt, aber ich kann nur sagen, bei meinen Gesprächen höre ich oft genug: Bevor ich dem Energieversorger meinen Überschuss schenke, vernichte ich ihn lieber im Warmwasserspeicher. Mit dieser Technologie wird es nun möglich, eben jemand Bestimmtes den Strom, zumindest auf der Rechnung, zugute kommen zu lassen.

Uff, das ist ganz schön anstrengend hier so die Essenzen rauszuziehen. Ich hoffe, ihr habt genau so viel gelernt wie ich. Im nächsten Teil werde ich weitere Start-ups vorstellen, und freue mich auch über Hinweise auf Start-ups, die nicht vor Ort waren und dort präsentiert wurden.

Photos: EventHorizon/Ranger

Hier noch weitere Links zu Artikeln von Blockchain Start-ups

 

 

 

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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