Das Energie-Event des Jahres naht – Interview mit Ewald Hesse

  • (c) Ewald Hesse

  • Wer in der Energiewelt vorn dabei sein will, kommt an einem Event nicht vorbei. Am 14. Und 15. Februar findet in der Wiener Hofburg das Event Horizon 2017 – dem größten Event, dass sich dem Thema Blockchain – einer der Zukunftstechnologien im Markt, widmet.

    Glaubt man den Prognosen, könnte Blockchain die Energieversorger noch mehr in Bedrängnis bringen als die leidigen Konsumentinnen und Konsumenten, die jetzt ihren Strom am Dach schon selbst erzeugen. Jetzt wollen diese  sich auch noch die Rechnungen dafür selber schreiben. Einer, der diese Technologie vorantreibt ist Ewald Hesse, Gründer des Unternehmens Grid Singularity, welches gleich neben meinem Büro die Energiewelt verändert.

Weit über die Grenzen Österreichs bekannt möchte Ewald Hesse eine gewichtige Rolle beim Roll-out der Blockchain Technologie im Energiesektor spielen. Wir sprechen nun mit ihm über seine Beweggründe und das Event.

Könntest du uns kurz die spannende Geschichte erzählen wie du zum Thema Blockchain gekommen bist?

Ich wurde Mitte 2013 von einem Freund gefragt, ob ich mich nicht an einer Mining Farm beteiligen wollte. Mining Farm? War meine Antwort. Ich habe mich recht schnell eingelesen und andere Bekannte haben mich mit den Kerntechnologie-Entwicklern zusammengebracht. Damals waren alle noch recht zugänglich, weil es alles heute Existierende damals nur auf einem White Paper gab. Die Idee schlussendlich, dass die Blockchain eigentlich ideal für den Strommarkt ist, kam mir kurz später auf einer längeren Motorradtour in der Gobi Wüste der Mongolei. Im Strommarkt basieren die meisten Entscheidungen auf gemessenen Daten. Alle diese Entscheidungen und den resultierenden Werteverkehr können wir automatisieren und dadurch den Markt demokratisieren.

Diese Frage hast du vermutlich zwar schon tausend Mal gestellt bekommen, aber kannst du die Blockchain Technologie in 3 Sätzen erklären? Ich finde es noch immer schwierig hier auf den Punkt zu kommen.

Die Blockchain ist wie ein Register, ein Hauptbuch, in dem jedes wichtige Dokument gespeichert werden kann. Sie ermöglicht direkte, transparente, nachvollziehbare und fälschungssichere Transaktionen ohne zwischengeschaltete Stellen. Das ist heutzutage gerade in Bezug auf Schlagworte wie Datensicherheit, Privatsphäre und Hoheit über die eigenen Daten interessant. Eigentlich braucht man die Blockchain nicht zu verstehen. Diese Technologie ist so fundamental wie TCP / IP welches das heutige Internet geschaffen hat. Wie das Internet funktioniert fragt mich auch keiner. Wichtig zu wissen sind neuen Freiheitsgarde in der Softwaregestaltung.

Nun zum Event. Was wollt ihr mit dem EventHorizon 2017 bezwecken und warum sollte man dabei nicht fehlen?

EventHorizon ist die erste internationale Konferenz zur Blockchain-Technologie im Energiesektor. Wir wollen Informationen aus erster Hand liefern, Anwendungsbeispiele zeigen, Denkanstöße liefern, Möglichkeiten diskutieren und die Player am Energiemarkt der Zukunft vernetzen. EventHorizon soll auch eine Bühne für erfolgreiche Start-ups sein. Sie zeigen uns, wie die Energiezukunft aussehen kann.

Vor allem Energieversorger interessieren sich für das Thema, dabei ist es ja auch eine Bedrohung für sie. Wie siehst du das? Bedrohung oder Chance?

Für die Energiebranche ist diese Technologie revolutionär und vielversprechend. Unzählige junge Unternehmen wurden innerhalb des letzten Jahres gegründet, auch GridSingularity. Ich sehe das Thema eindeutig als Chance für alle, neue Lösungen für den Energiemarkt der Zukunft zu entwickeln. Dezentrale digitale Lösungen eröffnen neue Wege, wie Menschen Energie beziehen und verkaufen werden. Die Blockchain- Technologie versöhnt dabei Datennutzung und Privatheit, stellt gleichzeitig anonymisierte Daten zur Verfügung und schützt sie.

Ihr habt ja schon viele Anmeldungen, wen kann man dort erwarten? Aus welchen Ländern kommen die Teilnehmenden?

Das Interesse ist enorm. Wir haben bereits mehr als 500 Anmeldungen aus 30 Ländern. Rund 50 Start-ups haben sich registriert. Darunter sind viele Experten, Entwickler, Entscheidungsträger aus der IT- und Energiebranche, der Politik, Blockchain-Pioniere und etablierte Energieunternehmen. Sie reisen aus fast allen Teilen Europas, Südosteuropa, aber auch aus Japan, den Vereinigten Staaten oder dem Nahen Osten an.

Vielen Dank für diesen Einblick so kurz vor dem Event. Ich weiß, dass es nun vermutlich rund geht bei euch.

Wir haben für unsere Leser  noch ein kleines Goodie für Last-Minute Bucher: Wer sich mit diesem Code 5AKT8Vjl4pzn anmeldet, bekommt 10% auf den Ticketpreis (Einzulösen hier). Es sind aber nur mehr 30 Plätze verfügbar. 

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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