Kommt endlich das Ölheizungsverbot?

  • Strassenschild 17 - Klimaschutz

  • Seit Anfang November ist der Weltklimavertag verbindlich, und in Marrakesh wurde die COP22 abgehalten. Bis 2030 müssen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um mindestens 40 Prozent reduziert werden.

Am einfachsten könnte dies im Raumwärmebereich geschehen. In Österreich sind noch immer über 700.000 klimaschädliche Ölheizungen in Betrieb, die durch erneuerbare Heizformen ersetzt werden müssen. Dass dies auch rechtlich möglich ist, belegt ein vom Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten, das den Ländern „grünes Licht“ für ein Ölheizungsverbot oder ein Gebot für Erneuerbare bescheinigt. Im Neubau und bei Bestandsanlagen können die Länder demnach auf erneuerbare Energieträger setzen. Ein Eingreifen auf die Bestandsanlagen ist nicht vorgesehen. Nun sind die Länder in der Pflicht, Ölheizungen im Sinne des Klimaschutzes aus den Haushalten langfristig zu verbannen.

Einen wichtigen Beitrag bei der Umstellung des Energiesystems im Wärmebereich werden Holzheizungen leisten. Insbesondere sind moderne Biomasse-Anlagen prädestiniert, alte Ölheizungen mit hohen Verbräuchen zu ersetzen. Im Augenblick sind Pellets um rund ein Viertel günstiger als Heizöl. Trotz höherer Anschaffungskosten können sich Biomasse-Anlagen in wenigen Jahren rentieren. Holzheizer ersparen sich nicht nur Geld, sondern sichern hochqualifizierte, heimische Arbeitsplätze und lösen Investitionen aus, die im Land verbleiben. Österreich ist Weltmarktführer bei Heizkessel-Technologien. Dies wirkt sich vor allem günstig auf die Umwelt aus. Trotz massiven Ausbaus von Holzheizungen sind die Feinstaubemissionen aus dem Hausbrand seit Jahren rückläufig. Ein zentraler Grund dafür ist der Einsatz moderner Kessel- und Ofentechnik. Durch Nutzung effizienterer Kessel, Dämmstoffe, Solar und Wärmepumpen sind für den Ersatz von zehn TWh Heizöl nur mehr drei bis fünf TWh Biomasse notwendig. Zudem verfügt Österreich über genügend Biomasse-Ressourcen. Die Energiewende im Wärmebereich scheitert demnach im Augenblick am Willen der Entscheidungsträger und nicht an der Machbarkeit.

 
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Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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