Weltweiter Ländervergleich durch den SDG-Index

Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) wurden vor einem Jahr bei einem Sondergipfel der Vereinten Nationen in New York festgelegt. Sie sollen weltweit die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung vorantreiben. Der Weg bis zur Erreichung dieser Ziele ist für die Industrie- und Entwicklungsländer jedoch noch ein langer. Der soeben veröffentlichte SDG-Index soll aufzeigen, wie es um die derzeitige Performance der Länder in Bezug auf ihre nachhaltige Entwicklung steht. Dabei schneidet Österreich im OECD-Vergleich gar nicht so schlecht ab.

Fakt ist jedoch, dass alle Länder von der Erfüllung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele noch deutlich entfernt sind.

(c) Bertelsmannstiftung_SDG-Index 2016_United Nations

An der Spitze des Rankings befinden sich die skandinavischen Länder Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. Sie zeigen damit, dass nicht die großen Volkswirtschaften in der nachhaltigen Entwicklung führend sind, sondern kleine europäische Staaten. Das Ranking verdeutlicht auch, dass Industriestaaten bei den SDGs insgesamt besser abschneiden als Entwicklungsländer. Dabei ist zu beachten, dass die Performance bei den 17 Nachhaltigkeitszielen variieren. Während beispielsweise Industrieländer im Bereich Entwicklungszusammenarbeit Versäumnisse aufholen müssen, scheitern Entwicklungsländer an grundlegenden Entwicklungszielen, wie die Hungerbekämpfung. Das veranschaulicht gut, dass es kein universelles „Rezept“ zur Erreichung der 17 SDGs gibt.

Österreich belegt im weltweiten Ranking den 7. Platz hinter Deutschland, der Schweiz und den skandinavischen Ländern. In der Studie der Bertelsmann Stiftung von 2015 ist ersichtlich, dass Österreich besonders im Bereich erneuerbare Energien gut abschneidet und im Ranking sogar eine führende Position im Bereich Abwassermanagement einnimmt.

Besonders interessant waren für mich jene Ergebnisse, die gezeigt haben, dass in Österreich scheinbar der sozio-ökonomische Background von Schülerinnen und Schüler einen entscheidenden Einfluss auf deren schulische Leistung hat. Denn während die Einkommensschere zwischen reich und arm in Österreich niedriger als in zwei Drittel der Länder ist, schneidet Österreich bei dem 10. UN-Nachhaltigkeitsziel „Reduktion von Ungleichheit“ vergleichsweise schlecht ab.

Hier finden Sie die Studien zum Download:
http://sdgindex.org/assets/files/sdg_index_and_dashboards_compact.pdf,
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_NW_Sustainable-Development-Goals_Are-the-rich-countries-ready_2015.pdf

 
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Andrea-Simone Barth

Andrea-Simone Barth

Andrea Simone Barth ist seit über einem Jahr Mitarbeiterin der Nachhaltigkeitsabteilung der Raiffeisen Zentralbank AG und auch Studentin im Master Management an der WU Wien. Im Rahmen der Studierendenorganisation oikos Vienna setzt sie sich seit drei Jahren aktiv, davon 2014/15 als Vorstandsmitglied, an der WU Wien für die Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ein. Neue Perspektiven sucht sie sich in ihrem Nebenstudium Kunstgeschichte sowie in der Freizeit beim Ausleben ihrer künstlerischen Ader und beim Yoga.

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