Fragen wir doch mal die Österreicher!

  • Solar panels with wind turbines and electricity pylon at sunset. Clean energy concept.

  • Bis zum 18. September haben Sie, hochgeschätzte/r Leser/in, die Möglichkeit, unsere Klima- und Energiezukunft aktiv zu gestalten. Wie, fragen Sie sich? Die österreichische Bundesregierung hat extra für Sie einen Fragenkatalog erstellen lassen (https://online.konsultation-energie-klima.at/de/). Mithilfe Ihrer Antworten sollen die „brennenden“ Herausforderungen der Branche gelöst werden.

Die erste Herausforderung ist aber noch nicht überwunden, denn Ihr Interesse für die Umfrage hält sich in Grenzen. Bislang haben knapp 20 Kollegen sich die Mühe gemacht, Antworten auf die, naja sagen wir einmal, sehr speziellen Fragen zu gegeben. „Nur“ 60 stehen zur Auswahl, nur bei einer wurden 11 Antworten geschrieben, die meisten jedoch mit 3 bis 5 Kommentaren versehen. Hand aufs Herz: Glauben Sie, dass Branchenfremde auf folgende Frage irgendetwas schreiben könnten oder gar sollten?

Frage 3.8 Welche Möglichkeiten haben Industrieunternehmen, Lastflexibilität am Strommarkt anzubieten? Welche Hemmnisse treten bisher auf? Welche Rahmenbedingungen müssen geändert werden?

Auf meine Bitte hin den Fragebogen auszufüllen, hat mein viel zitierter Vater nur den Kopf geschüttelt und geantwortet: „Wenn unsere Energieexperten die Antworten nicht bereits wissen, na dann Ave Maria. Warum füllst DU den Fragebogen nicht aus?“

Ganz einfach: Weil es auf diese Fragen bereits Antworten gibt – schon seit Jahren. Das Problem sind nicht die Lösungsmöglichkeiten, sondern die differenzierten Ansichten der einzelnen Interessensgruppen wie unser Energiesystem auszusehen hat. Dies wird durch keinen Fragebogen geklärt werden können. Die Regierung muss deshalb ein Machtwort sprechen oder nur eine Frage stellen:

Herr und Frau Österreicher, wollen Sie eine Energiewende, ja oder nein?

P.s.: Ich möchte noch auf die erfolgreiche Petition von Greenpeace hinweisen, die bislang als einzige eine nenneswerte Response auf die Ausarbeitung der Energie- und Klimastrategie erhalten hat. Immerhin wurden über 70.000 Mails an das Ministerium geschickt – so viele möchte ich in meiner E-Mail-Box zwar nicht haben, aber hoffentlich wird dies als ein Zeichen für den Wunsch auf eine baldige Energiewende gewertet! https://goo.gl/8D9R1O

 
About the Author

Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

2 Comments

  1. Wie wahr… ich habe ja auch geschrieben, dass es fast so klingt als würde man die Entscheidung gerne abgeben, weil man sich selbst nicht einig wird.

    Ich sag immer: Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe. In den letzten Jahren hat man meiner Ansicht nach immer nur letzteres gemacht.

  2. Ich glaube das stärkste Argument ist, dass die Verwerfungen am Strommarkt und nicht vorhersehbaren Markteingriffe verursacht das die Investoren zögern. Daher haben Sie recht, dass die Regierung etwas tun muss und zwar ein einheitliches Konzept an den Tag bringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.