Bienen am Dach der Raiffeisenlandesbank OÖ

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  • Seit März 2016 summt es im Stammhaus der Raiffeisenlandesbank OÖ. Die Dachterrasse im achten Obergeschoss des Gebäudekomplexes am Europaplatz ist zur neuen Heimat für zwei Bienenvölker geworden. Dass die Bienen das Linzer Stadtgebiet erobern, ist einer Gruppe engagierter Imker zu verdanken, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen und öffentlichen Stellen Standorte für Bienenvölker suchen.

Gegründet wurde das Projekt 2012 von Katja Hintersteiner und Bernhard Rihl, die mit der Initiative die Stadtimkerei wieder aufleben lassen und dem Rückgang von urbanen Bienenvölkern somit entgegenwirken wollen. In Linz gibt es bereits sieben Standorte der „Linzer Biene OG“. Mit der Raiffeisenlandesbank OÖ kommt der achte Standort hinzu.

Aktives Engagement

Raiffeisen OÖ hat die Wurzeln in der Landwirtschaft und sieht es daher als wichtige Aufgabe, aktiv für den Umweltschutz einzutreten. In der Natur sind Bienen die wichtigsten Bestäuber, ohne die unzählige Blumenarten vom Aussterben bedroht wären. Auch in der Produktion von Nahrungsmitteln gäbe es bedeutende Einschnitte.

Tipps für Besucher des 8. OG – Der richtige Umgang mit Bienenvölkern

Damit auch am Dach der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich ein gutes Miteinander zwischen Mensch und Biene gelingen kann, gibt es hier ein paar wichtige Tipps:

  1. Das Flugloch freihalten – Flugbienen haben viel zu tun und lassen sich ungern von ihrer Arbeit abhalten.
  2. Seitlich und hinter dem Bienenvolk stehen – so lässt es sich dem eifrigen Treiben der fleißigen Immen sehr gut zusehen.
  3. Unsere Bienen sind aus Sanftmut und Stecharmut gezüchtet worden – nehmen Sie Ihre Kinder dennoch an die Hand und lassen Sie Ihre Kleinen nicht unbeaufsichtigt.
  4. Neben den Honigbienen finden sich auch immer wieder Wildbienen in der Nähe ein – dies zeigt auf, wie reichhaltig die Artenzusammensetzung an diesem Standort bereits ist.

 

Interview mit der „Linzer Biene“

Im Interview erklärt die Initiatorin Dr. Katja Hintersteiner die Beweggründe für ihr Engagement und gibt Tipps für den Schutz von Bienen.

INTERN: Warum haben Sie das Projekt „Linzer Biene“ gestartet?

Hintersteiner: Bernhard Rihl und ich wollten der Bevölkerung von Linz die Imkerei und das Wissen um die Bienen wieder zugängig machen. Ein Zeichen setzen, dass Natur vor einer Stadt nicht Halt macht, dass der ökologische Wert von Bienen auch in urbanen Lebensräumen sehr hoch ist. Ebenfalls war es uns von Anfang an wichtig, die Imkerei zu entstauben und mit wissenschaftlich aktuellen Methoden zu arbeiten.

INTERN: Was bringt die Initiative in Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz für den Linzer Raum

Hintersteiner: Die Jungimkerinnen und Jungimker, die wir ausbilden, sind aktiv tätig in puncto Umweltschutz, denn dies ist für uns gleichbedeutend mit Bienenschutz. Die Verantwortung für die umgebende Naturlandschaft wird geschärft. Wir beziehen die Bevölkerung – Erwachsene und vor allem Schulklassen – durch unsere Vorträge und das Naturschauspiel „die wilden Stadtbienen“ aktiv ein. Wir laden sie ein, Veränderungen im Ballungsraum wahrzunehmen und teilzuhaben in puncto nachhaltigem Umgang mit Ressourcen und Schutz für naturnahe Lebensräume.

INTERN: Was lässt sich privat für den Schutz der Bienen tun?

Hintersteiner: Zuerst einmal ist es notwendig, sich von alten Mustern zu verabschieden. Der Gebrauch von Düngemitteln, Spritz- und Unkrautvernichtungsmitteln im Hausgarten sollte tunlichst vermieden werden. Alternativen dazu gibt es zur Genüge, zum Beispiel Fruchtfolge, Mischkulturen, Mulchen, etc. Darüber hinaus sehen wir leider momentan den Trend zu „aufgeräumten“ und naturfernen Gärten (Monokultur-Zuchtrasen, Kirschlorbeer- und Thujenhecken, Bambus- und Ziergras-Steingärten, etc.). Dem gegenüber stehen heimische Wildstrauchhecken (mit großem Potential als Bienenweiden), heimische Wildblumenwiesen und Ziergärten mit großer Durchmischung diverser Blumensorten (am besten biologisch angebaute Pflanzen), sowie Gemüse- und Kräutergärten. Auch am Balkon lässt sich viel für die Bienen machen. Blumentöpfe und -tröge müssen nicht immer mit Standard-Blumen bestückt werden, es können auch Kräuter und Wildblumen gut in diesen Töpfen gezogen werden und tragen somit zur Vielfalt für die Bienen bei. Ein Insektenhotel in der Nähe von solchen Pflanztöpfen erhöht die Vielfalt an bestäubenden Insekten um ein Vielfaches.

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Florian Brunner

Florian Brunner

Mag. Florian Brunner begann 2008, nach dem Abschluss des Wirtschaftsinformatikstudiums, an der JKU Linz, in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zu arbeiten. Seit Mitte 2012 ist er für den Aufbau eines konzernweiten Nachhaltigkeitsmanagements verantwortlich. Bei ihren Aktivitäten sieht sich die Raiffeisenlandesbank OÖ auch den Werten ihres Begründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen verpflichtet, stellt daher das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt und handelt auf Basis der Werte Solidarität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit. Für Mag. Brunner darf im ganzheitlichen Nachhaltigkeitsprozess die ökonomische Dimension nicht in den Hintergrund treten. Nur durch eine Balance zwischen der ökologischen, der sozialen und der ökonomischen Dimension können die Themenbereiche Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility erfolgreich weiterentwickelt werden.

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