Steter Tropfen höhlt den Stein

  • (c) Fotolia / Hydrogen car concept

  • Vor 15 Jahren präsentierte ein großer deutscher Automobilhersteller den ersten serienmäßig gebauten Wasserstoff-Pkw der Welt und stellte 15 wasserstoffbetriebene Luxuslimousinen der EXPO 2000 in Hannover zur Verfügung. Damals wurde davon ausgegangen, dass damit das Wasserstoff-Zeitalter eingeläutet werden und bis 2010 mit einer adäquaten Tankinfrastruktur zu rechnen sein würde. Danach wurde es allerdings schnell sehr leise rund um die Nutzung von Wasserstoff im Verkehrsbereich und praktisch keine Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur gemacht.

     

Blicken wir heute auf das Wasserstofftankstellennetz in Österreich finden wir zwei – eine in Wien und eine Innsbruck. Eine weitere ist im Raum Graz geplant. Statt eines forcierten Ausbaus wurde auf eine neue Technologie – die E-Mobilität mit Batterien – gesetzt und Wasserstoff völlig vernachlässig. Doch nun werden die Karten neu gemischt, denn in Japan wurde ein neues Wasserstoffauto entwickelt, das ungefähr 500 km Reichweite hat und eine Batterie sowie eine Brennstoffzelle aufweist. Berichten zu folge ist die Nachfrage nach Wasserstoffautos in Asien bereits heute bedeutend größer als in Europa, weswegen sich auch der Autocluster ACStyria in Sachen Wasserstoff in Richtung Asien orientiert.

Die Wasserstoff-Technologie müsste allerdings weit umfassender gedacht werden, da sie die Energiespeicherung volatiler, erneuerbarer Energieträger, die Heizung und Stromversorgung von Gebäuden, die Herstellung von Synthesegase, eine Revolution im Verkehrsbereich und wahrscheinlich die drastischste CO2-Einsparung des anthropogenen Zeitalters ermöglichen würde. Die H-Revolution steht am Anfang und wird derzeit vornehmlich durch die Einführung des erwähnten wasserstoffbetriebenen Autos vorangetrieben (Technology Push). Was nun benötigt wird, um zumindest im Verkehrsbereich richtig durchzustarten, ist ein umfangreicheres Tankstellennetz und gleichzeitig die Nachfragesteigerung (Demand Pull) durch die Änderung von Rahmenbedingungen, sodass Anreize nicht nur für E-Autos, sondern auch für wasserstoffbetriebene geschaffen werden. Österreich als Nachhaltigkeitspionier sollte sich das bestehende Window of Opportunity nicht entgehen lassen.

 

 
Posted in:
About the Author

Hans Mayrhofer

Hans Mayrhofer

DI Hans Mayrhofer studierte Agrarökonomie an der BOKU Wien und startete seine Laufbahn als agrarpolitischer Referent im Niederösterreichischen Bauernbund. Anschließend managte er als Büroleiter das Rektorat an der Universität für Bodenkultur Wien und wechselte von dort im Sommer 2011 ins Büro von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich. Seit Juli 2012 ist Mayrhofer im Ökosozialen Forum tätig, wo er unter anderem die Wintertagung, die größte agrarische Informations- und Diskussionsveranstaltung in Österreich, betreute. Seit 1. 1. 2014 ist Mayrhofer Generalsekretär des Ökosozialen Forums. An den Wochenenden kümmert er sich um seinen landwirtschaftlichen Betrieb im niederösterreichischen Lichtenegg. Seine Leidenschaft gilt darüber hinaus dem Reisen in ferne Länder..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.