Green Bonds: Anleihen zum Thema Klimaschutz

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  • Zu den aktuellsten Themen im Bereich nachhaltige Investments zählen der Klimawandel und auch das Thema „Impact“ – ins Deutsche am besten als „Einflussnahme“ übersetzt. Das Thema Klimawandel ist freilich nicht neu, tritt aber nicht zuletzt durch den Klimagipfel in Paris, wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Die Hoffnungen auf konkrete Klimaziele bei der Kyoto-Folgekonferenz im Dezember diesen Jahres sind so hoch wie schon lange nicht.

    Auf der anderen Seite wird das Thema Impact für nachhaltige Investments immer bedeutender. Dabei kann die Einflussnahme auf Unternehmen und Emittenten auf unterschiedliche Weise erfolgen.

Im Bereich der Aktieninvestments stehen der aktive Unternehmensdialog und die Nutzung der Stimm- und Fragerechte bei den Hauptversammlungen im Mittelpunkt. Was festverzinsliche Investments betrifft, tut sich durch die immer mehr an Bedeutung gewinnende Idee der „Green Bonds“ eine neue Möglichkeit auf, Veränderung – im Sinne der Nachhaltigkeit – herbeizuführen. Denn die Emissionserlöse aus Green Bonds sind zweckgewidmet, und zwar dem Thema Klimaschutz.

Was steckt also genau hinter dem Terminus Green Bonds? Im Hintergrund steht die Finanzierung von ökologischen Projekten mit Klimarelevanz, wie in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltige Abfallwirtschaft, nachhaltige Bodennutzung, sauberer Transport, sauberes Wasser, Wasserversorgung und nachhaltiges Bauen.

Das aktuelle Marktvolumen an Green Bond Emissionen liegt weltweit bei rund 70 Mrd. USD und ist während der letzten Monate und Jahre dynamisch angestiegen. Der Markt ist durch supranationale Emittenten wie Weltbank, EIB oder KfW dominiert. Hinzu kommt, dass Green Bond Emissionen durch Unternehmen aber immer mehr an Bedeutung gewinnen. In Österreich hat die Verbundgesellschaft 2014 eine Green Bond Emission äußerst erfolgreich abgeschlossen.

Um eine Standardisierung des Begriffes Green Bond voranzutreiben und um „Green Washing“ zu vermeiden, wurde 2014 ein Rahmenwerk entwickelt. Die „Green Bond Principles“ verbessern die Transparenz von Green Bond Emissionen. Sie sind auf vier Komponenten aufgebaut: der Verwendung der Mittel aus der Begebung der Anleihe, der Darstellung des Investitionsentscheidungsprozesses, das Aufsetzen eines Sub-Portfolios mit weitgehender Transparenz der Mittelverwendung und schließlich auf einem geeigneten Reportingsystem. In der Regel werden Green Bond Emissionen durch unabhängige Dritte begleitet, die dann die Ergebnisse der so genannten „second party consultation“ veröffentlichen.

Raiffeisen Capital Management hat sich mit dem Thema Green Bonds im Detail beschäftigt und mit den wesentlichen Emittenten einen Dialog geführt. Derzeit sind die erzielbaren Renditen bei Green Bond Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Anleiheplatzierungen annähernd gleich. Die Emittenten sehen „second opinions“ als wesentlich für den Erfolg von Emissionen. Von den kontaktierten Emittenten glauben die KfW, die Weltbank und die Verbundgesellschaft, dass die Transparenz der Transaktion eine große Rolle spielt, um das Ziel des Klimaschutzes nach außen hin dokumentieren zu können.

Der Raiffeisen-GreenBonds Fonds wurde Mitte September von Raiffeisen Capital Management (Raiffeisen KAG) gestartet, das Zielpublikum sind dabei institutionelle Investoren. Derzeit werden noch wenige derartige Fondslösungen am Markt angeboten. Die Wachstumsdynamik für Green Bonds sollte hoch bleiben.

Der veröffentlichte Prospekt sowie das Kundeninformationsdokument (Wesentliche Anlegerinformationen) des Raiffeisen-GreenBonds stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache zur Verfügung.

 
About the Author

Wolfgang Pinner

Wolfgang Pinner

Mag. Wolfgang Pinner, MBA hat in Wien und Nottingham studiert und sich seit dem Jahr 2001 auf das Thema Nachhaltiges Investment spezialisiert. Er hat zum genannten Thema bisher drei Bücher veröffentlicht und ist an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen als Lektor tätig. Seit November 2013 ist er Leiter des Teams für Nachhaltiges Investment bei Raiffeisen Capital Management. Seine Verantwortungsbereiche gehen dabei sowohl in Richtung Nachhaltigkeitskonzepte für Fonds als auch in Richtung des täglichen Managements von Investmentfonds. Privat ist er einerseits sportlich als Triathlet unterwegs oder widmet sich seiner Kakteenzucht.

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