E-Control-Märchen von Atomstrom-Freiheit

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  • Der kürzlich von der E-Control veröffentlichte Stromkennzeichnungsbericht zeigt deutlich, dass Österreich seinen Stromverbrauch noch immer mit bis zu 11 % Atomstrom deckt. Die von der E-Control verkündete Atomstromfreiheit Österreichs ist ein Märchen und die Herkunftsnachweise eine Mogelpackung!

Gemäß dem Bericht stammten im Jahr 2014 30,9 % der Stromkennzeichnungszertifikate aus dem Ausland. Laut E-Control handelt es sich hierbei zum Großteil um schwedische und norwegische Wasserkraftzertifikate. Die Stromzertifikate sind in der Europäischen Union getrennt vom Stromverkauf handelbar. Dadurch ist es auch möglich, saubere Wasserkraftzertifikate zu kaufen und auf dreckigen Atomstrom zu kleben und somit den Strom „grün zu waschen“. Es steht zwar Wasserkraft drauf, drinnen kann aber Kohle- und Atomstrom stecken. So ist unser Nachbarland Tschechien im Bericht gar nicht zu finden, obwohl es jenes Land ist, aus dem wir am meisten Strom importieren.

Geht man davon aus, dass bei 30,9 % der ausländischen Wasserkraftzertifikate nur Kohle- und Atomstrom versteckt wurde, und rechnet man mit einem durchschnittlichen Atomstromanteil in Europa (ohne erneuerbare Energien) von 37,5 %, enthielt der österreichische Stromverbrauch bis zu 11 % Atomstromanteil. Solange die Pflicht zur vollständigen Kennzeichnung für Strom nicht in ganz Europa eingeführt ist, führt die österreichische Stromkennzeichnung leider zu einer Mogelpackung…

 
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Antonio Fuljetic-Kristan

Antonio Fuljetic-Kristan

DI Antonio Fuljetic-Kristan ist seit 2010 Pressesprecher des Österreichischen Biomasse-Verbandes und Chefredakteur der Zeitschrift ökoenergie. Er studierte Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien und hat sich im Rahmen postgradualer Lehrgänge ein Fachwissen in Öffentlichkeitsarbeit und Exportmanagement angeeignet. Mit seiner Gattin und dem fünfjährigen Sohn bestreitet er den Alltag und wandert am liebsten mit seinem Hund in seiner Heimat – dem Wienerwald.

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