Begriffsdefinitionen rund um den Klimagipfel

  • FAQ Frequently Asked Questions

  • Der nächste Klimagipfel wirft bereits seine Schatten voraus. Die 21. UN-Klimakonferenz wird Ende dieses Jahres in Paris stattfinden. Ziel der Klimakonferenzen der letzten Jahre war es, ein Nachfolgeregime für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu entwickeln.

Für die Konferenz von 30.11. bis 11.12. in Paris wird nun eine globale Post-Kyoto-Regelung anvisiert, Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention. Vorweg ein paar Begriffsdefinitionen:

Was bezeichnet man unter „Stern Report“?
Der sogenannte Stern-Report wurde im Jahr 2006 von Nicholas Stern veröffentlicht. Der ehemalige Weltbank-Chefökonom fokussiert dabei auf die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung. Ergebnis des Reports ist, dass der Klimawandel eine Bedrohung des Lebens auf der Erde darstellt. Um schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft zu vermeiden, sollte die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre unter 550 ppm (Millionstel in der Atmosphäre) gehalten werden. Schon in diesem Fall würde allerdings die weltweite Durchschnittstemperatur um 2 bis 3 °C steigen.

Was ist das IPCC?
Das
Intergovernmental Panel on Climate Change wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gegründet. Das IPCC fasst für seine im Abstand von etwa sechs Jahren erscheinenden Berichte die weltweiten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Klimaveränderung zusammen und bildet damit den aktuellen Stand des Wissens in der Klimatologie ab. Der Fünfte Sachstandbericht des IPCC wurde 2013 veröffentlicht. Er zeigte, dass sich die Lufttemperatur seit Beginn des 20.Jahrhunderts im weltweiten Durchschnitt um 0,9 Grad erwärmt hat.

Was ist das „2 Grad Ziel“?  
Als Grenze von tolerablem zu „gefährlichem“ Klimawandel – wo eine gefährliche Störung des Klimasystems durch den Menschen auftritt – wird in der Klimapolitik gemeinhin eine durchschnittliche Erwärmung um 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau angenommen. Diese Grenze ist nicht als scharfe Trennlinie zu betrachten, sondern als ein fließender Übergang.

Was ist die Rolle von Rückkoppelungen im globalen Klimasystem?  
Rückkoppelungen sind für das globale Klimasystem von zentraler Bedeutung, sie können Temperaturveränderungen verstärken oder abschwächen. Positive Rückkoppelungen verstärken die Ursache. Die beiden stärksten, positiv wirkenden Rückkopplungsprozesse basieren auf verminderter Reflexion durch das Abschmelzen der Polkappen und durch die hohe Konzentration von Wasserdampf in der Atmosphäre.

Was ist im Zusammenhang mit dem Weltklima unter „Tipping Points“ zu verstehen?
Unter Tipping Points versteht man die Ansicht, dass kritische Stellen existieren, bei denen das Weltklima umschlagen könnte. An diesen kritischen Stellen der Erde reichen schon kleine Veränderungen aus, um global einen unabsehbaren, unumkehrbaren Klimawandel auszulösen. Auch durch eine Reduzierung von Treibhausgasen ließe sich diese Veränderung dann nicht mehr rückgängig machen. Beispiele hierfür sind das Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds oder das Verschwinden des Regenwalds im Amazonas aufgrund veränderter Niederschlagsmuster und erhöhter Trockenheit.

Was versteht man unter dem „Rebound-Effekt“?
In der Energieökonomie versteht man unter Rebound-Effekt den Umstand, dass das Einsparpotenzial von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise verwirklicht werden kann. Die Effizienzsteigerung kann sogar zu erhöhtem Verbrauch führen. Ein Beispiel ist die Effizienzsteigerung bei Verbrennungsmotoren. Da in Folge der erzielten Verbesserungen mehr Autos auf der Straße fahren, ist eine Effizienzsteigerung nicht effektiv.

 
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Wolfgang Pinner

Wolfgang Pinner

Mag. Wolfgang Pinner, MBA hat in Wien und Nottingham studiert und sich seit dem Jahr 2001 auf das Thema Nachhaltiges Investment spezialisiert. Er hat zum genannten Thema bisher drei Bücher veröffentlicht und ist an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen als Lektor tätig. Seit November 2013 ist er Leiter des Teams für Nachhaltiges Investment bei Raiffeisen Capital Management. Seine Verantwortungsbereiche gehen dabei sowohl in Richtung Nachhaltigkeitskonzepte für Fonds als auch in Richtung des täglichen Managements von Investmentfonds. Privat ist er einerseits sportlich als Triathlet unterwegs oder widmet sich seiner Kakteenzucht.

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