„Werden es unsere Kinder besser haben?“ – Beitrag zur RKI- Networking Veranstaltung

  • (c) RKI, wdw

  • Am Dienstag, den 19. Mai fand zum bereits 4. Mal die Networking – Veranstaltung der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI) über den Dächern Wiens in der Sky Conference der RZB am Stadtpark statt. Nach einleitenden Worten von Mag. Andrea Weber, Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung der RZB und Geschäftsführerin der RKI, begrüßte Dr. Walter Rothensteiner, Generaldirektor der RZB und Vorstandsmitglied der RKI, die anwesenden Interessierten.

„Wer nichts weiß, muss alles glauben!“ zitierte Dr. Rothensteiner Maria von Ebner-Eschenbach und betont damit die Wichtigkeit von Bildung als Zukunftsthema. Die diesjährige Networking-Veranstaltung stand ganz unter dem Thema Bildung, denn die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, zur Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Ressourcen beizutragen.

Kern der Veranstaltung war ein Interview zu dem Buch „Zukunft denken – Werden es unsere Kinder besser haben?“ geschrieben von Dr. Franz Fischler, Vorsitzender der RKI und Präsident des Europäischen Forums Alpbach, und Dr. Wolfgang Lutz, österreichischer Demograph und Gewinner des Wittgensteins-Preises, geführt von Mag. Edith Unger, Chefredakteurin der Raiffeisenzeitung. Das Buch ist wie ein Gespräch aufgebaut, in dem die beiden Autoren gemeinsam in die Zukunft blicken und Herausforderungen unserer Gesellschaft diskutieren. Die große Frage die im Raum stand war, ob unsere Gesellschaft ihren Wohlstand in Zukunft erhalten und weiter vermehren kann. Laut Dr. Lutz stellen wir uns das zwar so vor, es wird aber in der Realität schwer möglich sein. Materieller Wohlstand und Ressourcenverbrauch gehören sinnvoll beschränkt. Es gilt Qualität vor Quantität. Lebensqualität darf sich nicht nur am materiellen Wohlstand orientieren, sondern muss weitergedacht werden, in andere Bereiche, wie beispielsweise Kultur und Kunst, Vertiefung von menschlichen Beziehungen etc.

Global gesehen gibt es jedoch das Problem der „zeitlichen Verschiebung“. Die Industriestaaten haben die schnellste Phase des Wachstums bereits hinter sich, Entwicklungsländer jedoch holen dieses Wachstum erst auf. Die Wohlstandsschere klafft immer weiter auseinander und hat Auswirkungen auf die globale Migration, international und auch innerhalb Österreichs. „Migration gab es jedoch schon immer und sollte als Vorteil für beide Seiten gesehen werden“, betont Dr. Fischler. Auch auf nationaler Ebene sieht man eine verstärkte Migration in urbane Gebiete. Hierbei wird gerne vergessen, dass die Flucht vom Land auch Konsequenzen für den urbanen Raum hat, insbesondere was die Versorgungssicherheit betrifft.

Auch der Klimawandel und das Bewusstsein dafür wurden kurz angesprochen. Hier ist Europa den Amerikanern zwar ein Stückchen voraus, da wir den Klimawandel nicht verleugnen. Aktiv daran geändert wird aber wenig, da Menschen eher die Tendenz haben nur aus Erfahrung zu lernen, und der Klimawandel einfach noch zu wenig greifbar ist. Dr. Fischler sieht beim Thema Migration sowie beim Klimawandel ein Vermittlungsproblem und eine Führungsschwäche Europas.

Wie wird also die Zukunft aussehen? Wie wird sie sich entwickeln? Entwicklung entsteht durch Bildung, betont Dr. Lutz, der hierzu wissenschaftliche Studien durchgeführt hat. Dem Analphabetismus entgegenzuwirken ist der wichtigste Punkt, um ein Land aus der Armut zu ziehen. Hier, gemeinsam mit der stetigen Erhöhung der Lebenserwartung, sehen die Autoren auch einen optimistischen Ansatz für zukünftige Entwicklungen. Die heranwachsende Bevölkerung ist besser gebildet als ihre Eltern und Großeltern und wird daher einen positiven Einfluss auf die Gestaltung ihrer Zukunft haben.

Für uns war es eine gelungene und spannende Veranstaltung. Die Diskussion hat erneut gezeigt wie essentiell es für Österreich und die Entwicklungsarbeit ist, in Bildung zu investieren. Auf lange Sicht gesehen bringt uns nur das weiter, und wie der Volksmund so schön sagt: „Was man einmal gelernt hat, kann einem niemand mehr wegnehmen“.

 
Posted in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.