Die großen Chancen für unsere Zukunft im Global Opportunity Report

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  • Wie können die wesentlichen 5 Risiken der Zukunft, die in diesem Bericht festgelegt wurden, eine Chance für uns werden? Das beantwortet in einem interessanten Ansatz der vor kurzem erschienene Global Opportunity-Report von DNV GL, MMGI und UNGC. Zusätzlich zum globalen Ansatz werden Chancen für eine nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene identifiziert. Dabei geht der Report über traditionelle Kosten / Nutzen – Analysen hinaus.

 

Ziel der Autoren ist es, einen wesentlichen Beitrag zur aktuellen Diskussion der nachhaltigkeitsrelevanten Herausforderungen zu leisten. Ein wirklich beeindruckender Bericht – leider derzeit nur auf Englisch erhältlich – der u.a. folgende Erkenntnisse liefert:

Was sind die 5 großen Risiken?

  1. Wetterextreme: Hitzewellen, plötzliche schwere Regenfälle, tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren zählen zu den häufigsten Wetterextremen. Extreme Wetterbedingungen sind gemäß der Studien die bei weitem teuerste Art der Naturkatastrophe, während Überschwemmungen die Hauptquelle der menschlichen und wirtschaftlichen Verluste darstellen.
  2. Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Nach wie vor beträgt der Anteil fossiler Brennstoffe 87 % des gesamten Energieverbrauchs, trotz steigender Investitionen in erneuerbare Energien.
  3. Unnachhaltige Urbanisierung: Während Verstädterung an sich nicht als Problem dargestellt wird, wird jedoch in der unkontrollierten Urbanisierung eine Gefahr für die Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt gesehen. Wichtig ist den Autoren eine stärkere Berücksichtigung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Bevölkerung inkl. der Anpassungen an den Klimawandel.
  4. Mangel an Frischwasser: Zunehmende Nachfrage nach Frischwasser haben nicht vorhersehbare Auswirkungen auf die weltweiten Wasser-Ressourcen. Dies wird verstärkt durch das Bevölkerungswachstum, der globalen Wirtschaftsentwicklung, der Urbanisierung sowie der Umweltverschmutzung.
  5. Weiter Anstieg nicht übertragbarer Krankheiten (NCDs): Zu diesen Krankheiten zählen u.a. Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Lungenerkrankungen. NCDs beeinflussen als Folge von veränderten Umwelt- und Lebensstilen eine wachsende Zahl von Menschen weltweit und können zu einer geringeren Lebenserwartung oder -qualität, schlechtere Bildung etc. führen.

Interessant sind nun die 15 Chancen, die daraus abgeleitet wurden:

  1. Frühwarnsysteme: Obwohl Wetterextreme eine der größten Herausforderungen der Gesellschaften im 21. Jahrhundert sind, wurden Tools entwickelt, um die Auswirkungen zu minimieren. Diese können vorhersagen, wann und wo extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen Schmelzwasser eintroffen werden.
  2. Investitionen in Widerstandsfähigkeit: Heute verwalten institutionelle Investoren in den OECD-Ländern allein Vermögen von fast 80 Billionen USD. Wenn nur ein Bruchteil davon in Investitionen in die Infrastruktur gehen würde, könnten Gesellschaften und Anleger stark davon profitieren.
  3. Kosteneffiziente Anpassungen: Negative Auswirkungen extremer Witterungsbedingungen zu verringern, muss nicht teuer sein wie z.B. Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel und Strom aus erneuerbaren Energieträgern, Errichtung von Stadtparks oder Küstenfeuchtgebieten. Dies soll in weiterer Folge die Biodiversität erhöhen und Ausgaben für die öffentliche Gesundheit reduzieren.
  4. Regulierte Energiewende: Ziel ist es, mehr sauberen Strom zu produzieren. Dazu gehören aber auch die Subventionen für fossile Brennstoffe umzuleiten und kohlenstoffarme Produkte zu begünstigen.
  5. Unabhängigkeit der Energieversorgung: Unterstützt werden soll diese Unabhängigkeit durch Technologien für nicht-netzgebundene Ökostromverteilung bzw. durch Mikronetze. Darin wird auch die Zukunft gesehen, um die Bedürfnisse jener 1,4 Milliarden Menschen zu erfüllen, die keinen Zugang zu Energie haben.
  6. Umweltfreundliche Verbraucherentscheidungen: Die Nachfrage der Verbraucher nach grüner Produkt- und Service-Optionen kann eine Verlagerung auf eine nachhaltigere Wirtschaft fördern, z.B. mit einer erhöhten Nutzung von Ökostrom in Haushalten oder den Kauf von Produkten, die mit erneuerbarer Energien hergestellt wurden.
  7. Kompakte und grüne Stadtentwicklung: In den Entwicklungsländern übersiedeln die meisten Menschen von den ländlichen in städtische Gebiete (mit bevorzugt eher kleinen Städten). Weitsichtige Planung und Investitionen sind wesentlich, damit sich diese Städte auf umweltfreundliche und nachhaltige Weise entwickeln. Damit könnten gemäß Studie Kapitalkosten in die Infrastruktur um 6 Prozent (bzw. 3 Billionen USD weltweit) bis 2030 reduziert werden und würde gleichzeitig Energieeinsparungen, höhere Produktivität und reduzierte Kosten im Gesundheitswesen mit sich bringen.
  8. Smart Cities: Das Konzept der Smart Cities umfasst eine derartige Planung, Projektierung und Betrieb der Städte, dass die Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Nachhaltigkeit gefördert wird. Stadtplanung und Architektur (energieeffiziente Gebäude und Transportsysteme), aber auch neue Technologien wie smart grids etc. müssen hier zusammenarbeiten.
  9. Wachstumsinitiativen im ländlichen Raum: Dabei geht es darum, für Bewohner von ländlichen Gebieten und Kleinstädten die Lebensbedingungen zu verbessern und somit die Abwanderungen in Städte zu verringern.
  10. Wassereffiziente Landwirtschaft: In manchen Gegenden ist in der Bewirtschaftung eine Reduktion des Wasserverbrauchs notwendig, u.a. durch traditionelle Wasser-Management-Techniken gemeinsam mit modernen Bewässerung-Technologien. Gleichzeitig sollen die Ernteerträge erhöht werden.
  11. Frischwasserproduktion: Neue Frischwasserquellen müssen in Gegenden entwickelt werden, wo traditionelle Quellen die steigende Nachfrage nicht befriedigen können, dies trifft v.a. Großstädte.
  12. Intelligente Wasserregulierung: Eine smarte Regulierung kann die Verfügbarkeit und den Verbrauch von frischem Wasser wesentlich beeinflussen.
  13. NCDs (nicht übertragbare Krankheiten) mit mobilen Technologien bekämpfen: Mobile Technologien, digitale Kommunikation und Social Media können durch Gesundheits-Netzwerkn NCDs verhindern und sowohl den Patienten als auch den Ärzten neue Tools zur Vorbeugung und Behandlung zur Verfügung stellen.
  14. Innovative Finanzierungsmöglichkeiten für eine gesunde Generation: Investitionen in Humankapital (in der frühen Kindheit und bei Jugendlichen) bieten eine einmalige Gelegenheit um NCDs zu vermeiden.
  15. Tägliche Gesundheit Enabler: Ein Großteil der weltweiten NCDs kann verhindert werden, wenn in den vielen täglichen Entscheidungen die gesunde Option gewählt würde und gleichzeitig auf eine ausreichende körperliche Aktivität geachtet wird.

Den Global Opportunity Report finden Sie hier.

 

 

 
About the Author

Tanja Daumann

Tanja Daumann

Dr. Tanja Daumann ist in Oberösterreich aufgewachsen. Seit 2012 arbeitet Sie in RBI Group Sustainability Management. Die Aufgaben umfassen das Reporting und Monitoring der umweltbezogenen Daten für die RBI und Netzwerkbanken in CEE sowie die Verbundunternehmen inkl. der Berichterstattung im Nachhaltigkeitsbericht und im Carbon Disclosure Project. Darüber hinaus wird die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative betreut.

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