Wir sind LEDifiziert!

Lesedauer: 6 Minuten
  • Seit vielen Jahren beobachte ich die Beleuchtungsszene und kann mich erinnern, dass beim Umzug vor 6 Jahren Energiesparlampen noch das Non-Plus-Ultra waren. LEDs gab’s zwar schon, aber die waren einfach jenseits der 30,-/Stück und irgendwie dann doch zu viel des Guten.

Deshalb mussten also Energiesparlampen her. Die Quecksilberbedenken haben sich seit dem verschärft und ich bin sehr froh, dass es jetzt eine Alternative dazu gibt und wie hab ich gestaunt was sich da in den letzten Jahren getan hat. Sogar Ikea verkauft das Zeugs. Beim Umzug in die neue Wohnung mussten natürlich LEDs her und ich glaub ich hab da mal wieder viiiiiel zu viel Energie investiert um da die besten Entscheidungen zu treffen und damit das nicht alles umsonst war, lass ich euch ein wenig daran teilhaben.

LED-Blogs ja das gibt’s wirklich

Im ersten Schritt hab ich versucht Leute zu finden, die sich damit wirklich auskennen und bin auf Wolfgang Messer gestossen. In seinem Blog Fastvoice macht er wirklich unfassbar ausführliche LED-Tests. Ich hab ihn damals quasi angestiftet zu testen, ob die günstigen Lampen auch wirklich für was zu gebrauchen sind, weil ich die Spots in meiner alten Wohnung tauschen wollte. Er hat das dann auch tatsächlich gemacht. Gibt’s hier zum Nachlesen. Auch Andreas Kühl von energynet hat sich schon sehr oft mit LEDs auseinandergesetzt. Hier das Interview mit Fastvoice und einige Links zu anderen Artikeln.

Das Gute ist oft so nah

Da wir dann umgezogen sind, hatte sich das erledigt und ich musste mich weiter auf die Suche machen. Auf der Suche nach ganz normalen Glühbirnen, bin ich auf den Configurator bei Grünspar – einem Online-Shop für energiesparende Produkte gestoßen und obwohl ich die Leute dort durch die Energieblogger schon lange „kenne“ hatte ich mich davor noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt und war begeistert von dem Konfigurator, weil man da wirklich genau eingeben kann, welche Lampe man gerne ersetzen möchte. So kamen wir ins Gespräch und hatten die Idee, dass ich auch ein paar LEDs testen könnte, die sie mir zur Verfügung stellen. Das tue ich hiermit!

Nachdem ich mir schon feine Lampenschirme ausgesucht hatte (siehe Bild) und für die Wohnzimmerbeleuchtung dimmbare brauchte, fiel die Wahl auf diese beiden Exemplare, weil ich eine E14 Fassung brauchte.

Dimmbar ist wohl eine große Challenge

Ich hatte vorher schon gehört, dass die LED-Industrie große Mühe hatte dimmbare LEDs herzustellen und befürchte, dass hier die Entwicklungen noch Luft nach oben haben. Die Lampen geben zwar ein tolles Licht, aber sobald man etwas runterfährt mit der Lichtstärke beginnt ein leises Surren an das man sich zwar gewöhnt, aber doch irgendwie störend ist. Nachdem ich jeden Lampenschirm mit je einer „Sorte“ ausgestattet habe und dann auch probiert habe ob nur eine Sorte surrt oder doch beide, indem ich eben jeweils drei der Birnen rausgeschraubt hatte, musste ich feststellen, dass es leider keinen Unterschied macht. Beide geben dieses Geräusch von sich. Ich werde sie natürlich behalten und auch drinnen lassen, aber wenn ich schon darüber schreibe, sollte das nicht ungesagt bleiben.

Die normalen „60 W“ Glühbirnen laufen einwandfrei

Nachdem wir nicht nur das Wohnzimmer sondern die ganze Wohnung ledifiziert haben, hab ich aber natürlich auch noch andere Geräte und vor allem was die Glühbirnen betrifft ist da echt Einiges gelungen. Während die Energiesparlampen doch ziemlich hässlich waren und eher im Lampenschirm versteckt wurden,  passen die LED Glübbirnen wieder in jeden noch so alten Lampenschirm. Alle die die ESL-Phase wegen Hässlichkeit boykottiert haben, können also jetzt zugreifen und vor allem das Einkaufen wird wieder einfacher. Man kann sich auch wieder ungefähr vorstellen was die Werte bedeuten, nur dass der Wert nun etwas mehr als ein Zehntel des alten Wertes war. Ich habe eine völlig unwissenschaftliche Formel aufgestellt, die den Umstieg von der alten auf die neue Glühbirne erleichtert.

Alte Glühbirnenwattzahl/10 +2 = LED Wattzahl

Also für eine 60 W Birne bedeutet dies: 60/10 = 6 W +2 W = 8 W. 

Vor lauter Angst, dass es zu dunkel wäre, hab ich mir bei meinem ersten Kauf noch eine 10-12 Watt Birne eingebildet. Mann, das ist echt hell! Mittlerweile weiß ich, dass 6-8 Watt auch schon wirklich was hergeben, vor allem wenn nicht nur eine Lampe im Raum ist. Und jetzt stellt euch das mal in Zahlen vor!! 6 Watt!! wo vorher bis zum 10-fachen verbraucht wurde!! Das ist echt großartig!! Mittlerweile hab ich alle möglichen Marken im Haus. Osram, Philipps, LG, Ikea und kann nichts außergewöhnliches berichten. Läuft alles top.

Meine Tipps fürs ledifizieren

Abschließend noch ein paar Tipps fürs ledifizieren.

  • Schon beim Lampenkauf die Glühbirnen mitdenken und vorher checken ob E14 oder E27 – wobei ich eher zu E27 tendieren würde, weil das bestimmt der große Massenmarkt wird.
  • Weniger Fassungen in der Lampe aber höhere Leuchtkraft ist letztlich effizienter – auch wenn ich das bei der Wohnzimmerlampe selbst nicht ganz berücksichtigt hab, aber es gab auch noch welche in der Auswahl mit viiiiel mehr Fassungen und überall sonst sind nur einzelne Glühbirnen
  • Abstrahlwinkel beachten, also schauen, dass die Lampen kein punktuelles Licht erzeugen – auch wenn das bei vielen nun schon kein Thema mehr ist.
  • Nicht zu viel nachdenken! Es ist wirklich nicht mehr so kompliziert wie es schon mal war. Einfach tun!
  • Kaltes Licht ist mMn kein Thema mehr, ich war eigentlich enttäuscht, dass das Licht nicht kälter ist, da unser Holzparkett bei zu warmen Licht eher orange wird und bei Kaltlicht ein sehr schönes Grau entwickelt. Hätte mir also durchaus mehr „Kalt“ erwartet, bzw. kommt es da wirklich stark auf den Boden an.
  • Rabatt bei Grünspar abholen: Hab für euch noch einen 10% Rabattcode rausgeschlagen. Bei Großeinkäufen macht das doch auch was aus! Er lautet: GS-OEB-10% diesen einfach bei der Kassa eingeben.
Viel Spaß beim ledifizieren! Bin schon gespannt welche bösen Gerüchte mal bald über LEDs hört, wenn die EVUs draufkommen, dass ihnen damit wirklich viele kWh durch die Lappen gehen ;-)

Was sind eure Erfahrungen?

Bild: (c) Dachgold

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

6 Comments

  1. Warum so kompliziert? Heutige LED-Retrofit kann man getrost mit 1:10 umdenken. Sagen jedenfalls meine Messungen. Und immer auf die Farbwiederagbe „Ra“ achten. Die muss gegen 100 gehen, wirklich schön ist ab 90.

  2. Ok, ich wollt halt etwas genauer sein und beim Konfigurator ist es auch so. Finde die 1:10 Denke auch besser, weil dann kann man es sich noch leichter merken. Wenn Sie sagen, dass das passt, glaub ich das.

    Aber ist es bei der Ra nicht je mehr, desto wärmer? Ich hätte eben eher kühleres Licht gesucht, weil ich so viel Holz in der Wohnung hab und das ohnehin schon „überwarm“ ist.

  3. Hallo Cornelia,
    wenn du gerade am Testen der LED-Lampen bist (ich habe es schon hinter mir) , solltest du auch noch unbedingt die Produkte von LEDOn testen. (http://www.ledon.at/)

    Was gefällt mir bei den Produkten:
    – Ra=90 (Farbwidergabeindex, sehr wichtig!!)
    – großer Abstrahlwinkel; ähnlich der alten Glühbirne
    – Double-Click-Funktion (integriertes Dimmen)

    Empfehlen kann ich die:
    A60 10W mit E27
    A60 10W mit E27 mit Double-Click
    A66 10W mit E27
    A66 10W mit E27 mit Double-Click

    Beste Grüße
    PS: Für Freundschaftswerbung gibt es auch noch -20%! ;-)

  4. Hallo Cornelia,

    Nach meiner Meinung sollte man sich von der „Watt“-Bewertung der Lampen trennen. Damit sind die Produkte schlecht vergleichbar und wenn sich der Wirkungsgrad bei LED-Lampen verbessert ist es wieder anders.

    Der richtige Wert für die Zukunft ist der Lichtstrom in LUMEN. Damit hat man eine Basis und kann Glühbirnen, ESL und LED vergleich.

    Und hier die einfache Faustformel zum Umrechnen:

    Lumen = Alte Glühbirnenwattzahl * 10 + Alte Glühbirnenwattzahl

    z.B. für 40W Glühbirne:
    40 *10 + 40 = 440 Lumen

  5. Danke für diesen Artikel, das Thema hat mir hier gefehlt. Da hätt ich auch noch Fragen dazu.

    Gibts eine Empfehlung für bestimmte Leuchten/Fassungen um LED Leuchtmittel optimal zu betreiben?

    Ich habe auch schön öfter gehört, dass die Ikea Ledare Lampen von Osram erzeugt werden. Kann das wer bestätigen?

    Freu mich auf eure Antworten!
    lg

  6. Wow, vielen Dank für die vielen wertvollen Antworten. Das Thema hat anscheinend wirklich gefehlt und einen Nerv getroffen.

    @Georg vielen Dank auch für deine Formel. Ich liebe solch einfache Regeln. 440 Lumen für 40 Watt ist klasse!
    Bedeutet als 660 für 60 Watt, richtig? Und du hast vollkommen recht. Es wird bald Lampen geben, die mit 4-6 Watt locker die Leuchtkraft einer 70 Watt Birne erreichen und dann stimmt meine Formel nicht mehr und man kauft mehr Watt als man eigentlich braucht.

    @Stefan Das mit den Osram und Ledare kann ich nicht beurteilen, da müsstest du Wolfgang Messer von Fastvoice fragen. Der ist auch auf Twitter sehr auskunftsfreudig, wobei ich bezweifle, dass das irgendjemand offiziell bestätigen wird. Sie schauen jedenfalls alle sehr gleich aus.

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