Es ist der MOX

Da war die Welt noch in Ordnung:

als man beliebig viele Atombomben bauen konnte. Irgendwie war ja keinem halbwegs Vernünftigem klar, was militärisch strategischen ein 100facher Overkill an Vorteilen bieten könnte – aber man kann sich schließlich nicht um Alles kümmern.

Die Herstellung von Atombomben benötigte Plutonium – wie praktisch. Dann kam jemand auf die Idee mit der Abrüstung. War es Carter oder Breschnew oder, egal, es war jemand der/die die Zusammenhänge nicht durchschaute.

Seither ist die Kacke am dampfen –  die guten Abrüster haben eines völlig übersehen: wohin mit dem Plutonium Abfall aus den Kernkraftwerken? In den Atombomben ließ sich das Plutonium so toll „endlagern“, noch dazu zahlten SteuerzahlerInnen über das Verteidigungsbudget die Endlagerkosten, samt fetter Gewinne für die Bombenbastler.

Also unter die Erde mit der KKW Asche in Form von Plutonium. Ein bisschen anderer „schwach“ radioaktiver Müll dazu und ab nach Gorleben.

Wenn da nicht ein paar renitente Leutchen wären, welche diese umweltfreundlichen Bahn Transporte der endzulagernden Materialien behindern und noch dazu drauf gekommen sind, dass Gorleben nicht dicht ist.

Deutschland hat zum Glück Kalkar in ein Freizeitzentrum umgewandelt, die französischen Superphönixe sind eigentlich nur noch Schrott. Und jedes Jahr entstehen hunderte Tonnen hochradioaktives, hochgiftiges Plutonium und keine Atombombenbauer als Abnehmer – so ein Pech.

Ei, es gab noch einen Ausweg:

Man mischt zum üblichen Kernkraftwerksbrennstoff Uran etwas mehr Plutonium in Form von Plutoniumoxid und „brennt“ jetzt einen Mischbrennstoff ab, wobei der eine, das Uran mit langsamen Neutronen zur Spaltung und somit zur Energiefreigabe gebracht wird, das Plutonium mit den unmoderierten schnellen.

Der Geck dabei ist, man muss eine „Zwischenlösung“ in der Moderation finden, sodass beide Brennstoffe die richtige Menge an für sie geeigneten Neutronen einfangen können.

Was sich daraus ergibt ist folgendes:

Das Kraftwerk ist nun nicht mehr so einfach lastregelbar. Weil jede Leistungsanpassung eine sehr komplizierte Einregelung der Moderation erfordern würde.

Also laufen die Kernkraftwerke in einem im oberen Leistungsbereich einjustiertem, leicht aus dem Takt zu bringenden, Betriebszustand. Das erfordert garantierte stabile Lastabnahme.

Passiert nun ein an sich „harmloser“ Primärunfall wie in Fuku, dann kann das AKW nicht wie früher, als nur Uran gespalten wurde, einfach abgeschaltet werden indem die Moderatoren in Sekunden mittels Druckluft heraus geschossen werden und die Kernspaltung im Nu zum Erliegen kommt. Nun, in diesem Fall würde das Plutonium des MOX Brennstoffes mit noch mehr schnellen Neutronen versorgt werden und selbst die Notkühlung könnte das nicht verkraften. Eine Kernschmelze wäre die geringste Folge.

Zusammenfassend:

Ohne Unfall wären die MOXs überhaupt kein Problem! Laufen die AKWs halt „Grundlast“. Doch tauchen nun neue Probleme auf: Der eigentliche Störfaktor sind jetzt diese neuen Wind- und Solarkraftwerke zum einen und die LED Lampen, Energiespartechniken zum anderen. Jetzt kann nämlich die blöde Situation eintreten, aus Sicht der AKW Betreiber versteht sich, dass wegen der Vorrangschaltung für erneuerbare Energie mehr Strom als notwendig angeboten wird – siehe EEX.

Aber auch hierfür gibt’s momentan noch elegante Lösungen:

Man verkauft EIGENTLICH DEN AKW STROM in Länder wo es Kraftwerke gibt die regelbar sind. Wasserkraft, kalorische Kraftwerke,… z.B. nach Österreich!!! So dermaßen billig, dass die Wasserkraft und alles andere aus dem Netz gedrängt wird. Weiters hat das verschicken des Stromes über große Distanzen noch eine Vorteil: Die Leitungsverluste verbraten auch einige MW – so ein Glück!

Sonne und Wind würgen Wasserkraft ab. Das regt auf. Einer Kurier Journalisten wird sogar verklickert es gibt in Deutschland 6mal so viel Strom als benötigt würde alleine aus Solar und Wind – was für ein saftiger Blödsinn.

Bilder kommen noch. Über die Leistungsanpassung bei Kraftwerken reden / schreiben wir ein andermal. Schlaft weiter oder aktiviert Euch – Jeder nach seinem Belieben.

 
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Fritz Eder

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In das Weltgeschehen 1954, eingegriffen habe ich mich vom begnadeten Flug- und Schiffsmodellbauer, über Maschinenschlosser, nachgemachte HTL Maschinenbau, abgebrochenem Mathematikstudium zum Vertreter für Messgeräte aus den USA und GB, für Feinststaubpartikel in Flüssigkeiten und Gasen und für Pulvertechnologie, in Österreich, Deutschland Ungarn und dem ehemaligen Jugoslawien gewandelt. Die Erfahrungen die ich in meinem damaligen Job von Wien bis San Franzisco, speziell aber von Ostberlin bis Kiew, sind für mich von unschätzbaren Wert. 1995 schließlich, in meinem Stamm Café kam ich mit einem Herrn ins Gespräch, der meine Sicht der Dinge aufs Neue komplett verändert hat: Prof. Dr. August Raggam. Wohl ähnlich den Jüngern welche die Bergpredigt hörten, lies ich alles Bisherige liegen und stehen und bekehre seitdem meine Mitmenschen zu ökologischem Verhalten. Natürlich kommt mir meine „Interdisziplinarität“ sehr zu Gute. Auf diesem Weg durfte ich viele sensationelle Menschen kennen lernen und harre gespannt der Dinge, die sich aus diesem Blog ergeben.

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