Anzahl meiner Fahrräder: Theoretisch 2, Praktisch 1202

Die Citybike Station vor der Haustür!!!

  • Was ist der grösste Traum einer Citybikerin? Richtig – die Citybike Station vor der eigenen Haustür!! Dieser Traum ist für mich überraschend in Erfüllung gegangen und diese meine Fahrradfreude möchte ich mit euch natürlich teilen. Es trifft sich auch gut, dass heute in New York erstmals Citybikes (ja echt, erst jetzt!!) eingeführt wurden und es an der Zeit ist mal über diese Fortbewegungsart zu diskutieren.

Letztens fahre ich wie gewohnt mit meiner Wiener Gazelle (dazu später mehr) ins Büro und traute meinen Augen nicht, als auf einmal ein paar Meter weiter in der Goldschlagstrasse wie aus dem Nichts eine Citybike-Station auftaucht. Wie lange hatte ich mir das gewünscht!

Userin der ersten Stunde

Ich kann mich echt nicht mehr erinnern, wann ich mich angemeldet habe, ich glaub ich bin am Anfang meiner Wien-Zeit sogar noch mit den € 2,- Bikes gefahren und war traurig als die wieder abgeschafft wurden. Aber ich hab mich bestimmt umgehend angemeldet als die Citybikes eingeführt wurden. Ich als bekennender Geh-Fauli fand es einfach immer schon praktischer und schneller kurze Strecken mit dem Rad zu bewältigen (Auch mit Auto muss man nämlich viele Strecken vom Parkplatz dann zu Fuss gehen ;-). Als ich noch im 9. gewohnt habe war die Benutzung noch einfacher und so fand ich es sehr schade, dass ich hier im 14./15. das System nach meinem Umzug vor einigen Jahren nicht mehr richtig nutzen konnte.

Wenn, dann bitte bis vor die Haustür

Aber auch im 9. fand es es immer schon nervig von der Station dann noch mehrere Minuten heimgehen zu müssen, da könnt ich ja gleich mit dem Auto fahren und dann ewig vom Parkplatz heimgehen ;-). Wenn dann bitte vor die Haustür, sonst ist das ja wieder nur halbeffizient. Deshalb bin ich meist natürlich auch mit eigenen Rädern unterwegs mit denen ich bis zum Stiegenaufgang fahren kann. Eine Station vor der Haustür war also schon damals ein geheim gehegter Wunsch, vor allem weil man dann nicht ständig auf der Hut vor den Dieben sein muss, die schon mindestens 15 meiner Räder anderen Besitzern übergeben haben. Außerdem fährt man oft einfach nicht mit dem Rad weg, aber kommt am Heimweg vielleicht bei einer Station vorbei.

Paris – 300 m Abstand zwischen den Stationen

Richtig neidisch wurde ich als ich letztes Jahr in Paris beim ELEEP Studientrip zum Thema Mobilität hörte, dass in Paris zwischen allen Stationen nicht mehr als 300 m Abstand sein dürfen und jeder Bewohner maximal 200 Meter zur nächstgelegenen Station haben sollte. Das ist mal eine Ansage. Das Pariser Modell „Vélib‘“ erwirtschaftet übrigens sogar saftige Gewinne. Das liegt neben dem interessanten Pricing Modell aber auch an den katastrophalen Zuständen des öffentlichen Netzes und der Ineffizienz bei der Fortbewegung mit dem Auto. Jedenfalls hatte ich mir damals schon eine ähnliche Dichte für Wien gewünscht und sehe mit Wohlwollen immer mehr Stationen aus dem Boden sprießen. Hoffentlich ist der Ausbau nicht zu zaghaft denn nur bei einer wirklich hohen Dichte macht das System wirklich Sinn. Es sollte also nicht ausgeblutet werden, bevor es richtig funktioniert.

Unendliche Möglichkeiten eröffnen sich mit 1202 Rädern

Seit ich nun meine eigene Station habe male ich mir alle möglichen Vorteile aus, die sich aus diesem neuen Umstand ergeben. Nachdem ich ja bereits zwei eigene Fahrräder besitze, brauche ich neue Anwendungsmöglichkeiten für die Station. Denn erstens ist da mein ganz neuer Stolz, die Wiener Gazelle, mein erstes gekauftes Fahrrad, welches gleichzeitig das erste „verfolgte“ Fahrrad auf Twitter ist und welches für die beruflichen Fahrten genutzt wird und zweitens mein altes Rad, welches nach einem Diebstahl sogar wieder zurück in den Hof gefunden hat und für kürzere Wege in der näheren Umgebung verwendet wird. Dieses kann auch durchaus mal mehrere Tage woanders stehen bleiben, wenn die Heimfahrt nicht gerade in mein Konzept passt. Welche Nutzungsmöglichkeiten hab ich also hier für’s CityBike?

The Last Mile

Was für mich Fauli aber wirklich spannend werden könnte ist zu testen, ob es Sinn macht nun mit dem City-Bike von der U-Bahnstation Johnstrasse bis fast vor die Haustür zur rollen. Das Konzept der „Last Mile“ fällt mir da wieder ein. Es nervt eben manchmal, wenn man von der U-Bahnstation noch einen mehr oder weniger weiten Heimweg hat und das hindert manche daran eben die Öffis zu nehmen. In meinem Fall sind es ca. 7-10 Minuten Gehzeit je nach Tempo. Diesen Downhill Weg nun mit dem CityBike zu bewältigen, könnte eine sehr spannende Option für mich sein. Muss aber erst testen ob die Minuten die für’s auf- und absteigen draufgehen, die Mühe wert sind. Ich werde mir aber jedenfalls alle meine Bankomat- und Kreditkarten mit einem Account anmelden um auch für Gäste jederzeit eine gültige „Fahrkarte“ mit dabei zu haben. Der Anmeldeprozess ist nämlich nach wie vor sehr nervig am Terminal und ich dreh immer kehrtwendend um, wenn vor mir gerade jemand versucht sich anzumelden. Hier gibt es definitiv noch Verbesserungspotenzial.

Also, mal sehen ob sich meine City-Bike Tage nun wieder erhöhen, ich bin mir ziemlich sicher und hoffe, dass es mir nicht wie beim letzten Mal passiert, dass ich mit dem Rad gleich direkt in meine „Garage“ fahre. Die Macht der Gewohnheit gilt es da zu bekämpfen. Aber spätestens beim Absperren kommt man drauf, dass es nicht das eigene Fahrrad ist ;-)

Dichte auch für New York entscheidend

Viel Glück jedenfalls nach New York. Hoffentlich war die Erstausführung nicht zu Klein gedacht. Diese Systeme funktionieren meist eben nur bei wirklich hoher Dichte wie in Paris, sonst ist man anderweitig einfach schneller und es wird nicht genutzt. Wien hat da wie gesagt auch definitiv noch viel Raum nach oben. Vielleicht wird es ja sogar mal zum Immobilien-Asset nicht nur eine U-Bahn sondern auch eine Bikesharing Station vor dem Haus zu haben…

Wie nutzt ihr die City-Bikes? Immer wieder sehe ich, dass viele diese Option des Stadtverkehrs noch gar nicht in den Köpfen verankert haben, aber wenn erstmal benutzt die Begeisterung doch recht groß ist, auch wenn es keine Mountainbikes mit super Übersetzung sind, aber schließlich sollen ja auch meine Muskeln was davon haben.

 
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Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin und passionierte Energiebloggerin. Nach dem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien widmete sie sich als eine der wenigen Wirtschaftsabsolventen bereits im Jahr 2008 dem Thema Solarenergie. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

2 Comments

  1. Fehlt nur noch: bei jeder Citybike-Station ein Rollerständer, damit der „Restweg“ bis zur Haustüre mit dem (eigenen) Roller zurückgelegt werden kann.
    Modulare Mobilität :-)

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