2. Platz bei der Höhenstrasse Classic!

  • Am 26. April habe ich zum ersten Mal bei einem Rally-Rennen mitgemacht. Dem Q19 Vienna Höhenstraße Classic bei normalerweise nur Oldtimer fahren aber seit kurzem auch Elektroautos und Gasfahrzeuge mitmachen. Am Freitag waren die Elektroautos dran. Blauäugig ohne zu wissen was auf uns zukommt haben wir einen Startplatz mit den Elektroautos der Raiffeisen Leasing Flotte bekommen.

Nachdem ich schon länger nicht mit Elektroautos unterwegs war, war das eine gute Möglichkeit mich wieder auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen und gleichzeitig einen netten Abend zu verbringen. Einziges Problem: Ich kann mag eigentlich nicht Auto fahren (alles viel zu stressig und mühsam) und bin generell eher der Beifahrertyp. Da bei diesem Rennen vor allem der Beifahrer eine wichtige Navagationsaufgabe hat,  hab ich Dieter – meine bessere Hälfte – gefragt ob er nicht fahren kann und ich die Navigation übernehme. Ihr müsst wissen, bei solchen Rallys gibt es keine Rennstrecke sondern man ist im normalen Strassenverkehr unterwegs und weiß vorher nicht, wo es hingeht. Die einzige Navigationshilfe besteht aus einem mehrseitigen Heft in dem Zeichen stehen, die kein normaler Mensch versteht, man hantelt sich von einem Hinweis zum nächsten und hofft an der richtigen Stelle zu sein. Gott sei Dank gab es ein Briefing von dem wir uns etwas Licht im Dunkeln erhofft hatten aber  als wir auch nach dem Briefing noch immer keinen blassen Schimmer hatten wo oder wie wir fahren müssen, mussten wir uns erstmal in diese kryptischen Zeichen einarbeiten. Gott sei Dank war unser Start erst eine Stunde nach dem Briefing und so konnten wir zumindest erahnen was SP 1, ZK 7 usw. bedeuten könnte. Für Dieter war es zudem die erste Fahrt in einem Elektroauto aber als Routinier gewöhnt man sich schnell an die geräuschlose Fahrweise mit Automatikgetriebe.

  • pokal hoehenstrasse classic

  • Umso erstaunlicher war es, dass wir nach ersten Startschwierigkeiten und Eingewöhnungsphase in die eigenartige Planzeichnung tatsächlich zu den ersten Checkpoints pünktlich angekommen waren und uns schließlich immer mehr auf diese witzige Art von Rennen eingelassen haben. Das Ziel war vor allem mit einem einzigen „Tank“ auszukommen, deshalb war auch spritfahrendes Fahren angesagt. Irgendwann haben wir sogar einen regelrechten Ehrgeiz entwickelt auch wirklich alles richtig zu machen. Wir hatten uns sogar an die verordnete Pause gehalten, die uns vielleicht aber dann den Sieg gekostet hat, weil sich nicht alle daran gehalten haben.

Jedenfalls haben wir trotz völliger Ahnungslosigkeit den unglaublichen 2. Platz unter den E-Autos belegt. Einige haben sich nämlich schon gleich am Anfang verfahren, was uns in die Hände gespielt hatte und überhaupt das coolste: wir hatten nach dem 90 km Rennen über den Kahlenberg noch immer 30 km Reichweite!

Hier geht’s noch zur Ergebnisliste, ungefähr so kryptisch sah auch die Anleitung aus ;-) Das ist echt nur was für Profis und die Fahrer der Oldtimer waren da natürlich viel routinierter als wir! Ich hab jetzt auch noch Herrn Peter Urbanek, einen der Veranstalter vom Verein der Freunde des Automobils noch interviewt.

Herr Urbanek, erzählen Sie uns bitte was es mit de Höhenstrasse Classic auf sich hat.

Geschichte: Die Höhenstrasse Classic wurde dieses Jahr zum 17. Mal durchgeführt, sie ist bereits eine Traditionsveranstaltung. 1997 ins Leben gerufen ,versucht sie die Geschichte der legendären Höhenstrasse Rennen von 1936 und 1939 weiter zu pflegen. Seit vielen Jahren wird bei ihr die Staatsmeisterschaft für historische Fahrzeuge gestartet, sie umfasst insgesamt 7-8 Läufen, verteilt über die Republik.

Warum sind seit kurzer Zeit auch alternative Antriebe dabei?

Als Veranstalter muss man nach vorne schauen, nicht nur immer die Vergangenheit im Auge haben. Deshalb die Idee Elektro- und Erdgasfahrzeugen einen Auftritt zu geben. Unser Verein der Freunde des Automobils hatte schon vor Jahren mit großem Erfolg Erdgasfahrzeuge als eigene Klasse beim Großen Preis von Wien in der Innenstadt am Start.

Wie funktioniert die Wertung des Rennens genau?

Durch ein eigenes Roadbook sollten die Teilnehmer der Elektroklasse die Möglichkeit bekommen im Rahmen dieser Rally mitzufahren, Rallyluft zu atmen, wobei wir auf die beschränkte Reichweite Rücksicht nahmen. Es galt bei den Sonderprüfungen(SP) den vorgegebenen Schnitt so genau als möglich einzuhalten. Dies gelang relativ sehr gut. Minus bedeutet unter der vorgegebenen Zeit, plus darüber. Mit dem Kangoo z.B. haben sie die Sollzeiten um 31, 03 Sekunden überschritten.

Was ist in der Zukunft geplant?

Wir planen einen exklusiven großen Elektro-Bewerb. Sie dürfen gespannt sein.

Vielen Dank für die Einblicke. Ich werde diese Rennen im Auge behalten, wo ich jetzt ja mitreden kann wie das ganze funktioniert!

 
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Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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