Österreichische Studie entlarvt fragwürdige Industrienetzwerke in Deutschland

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ich weiß ja, dass ca. ein Drittel meines Steuergeldes in durchaus sinnvolle Aktivitäten fließt. Seit heute habe ich sogar ein definitves Steuerprodukt in dem ich mein Geld wirklich sinnvoll investiert sehe und mit dem ich meine deutschen Kollegen sogar beeindrucken kann! In einer ziemlich außergewöhnlichen Zusammenstellung von verschiedenen Instituten entstand eine öffentlich finanzierte Studie mit dem Thema:

KLIMASKEPTIKER IN DEUTSCHLAND UND IHR KAMPF GEGEN DIE  ENERGIEWENDE

welche in Zusammenarbeit von namhaften Instituten wie dem FAS.research, der BOKU Wien, dem Institut für Politikwissenschaft und der Denkstatt durchgeführt wurde. Alles Institute, denen ich in jedem Fall Unabhängigkeit zuspreche. Grund genug also sich das genauer anzusehen. Die Klimaretter haben letzte Woche auch einen tollen Artikel darüber verfasst, ein Ausschnitt:

„Die Debatte um die Energiewende gibt offenbar auch Klimaskeptikern in Deutschland Aufwind. Dabei steht nicht mehr das Leugnen des menschengemachten Klimawandels im Mittelpunkt, sondern „aus Klimaleugnern werden Klimapolitikskeptiker“, schlussfolgert eine neue Studie der Universität Wien. Mit ihren Angriffen auf die politischen Konsequenzen der Energiewende „werden Klimaskeptiker hoffähig und finden auch prominente Unterstützer“, warnt Hermann Ott, klimapolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.“

Im Prinzip wurde untersucht wie die Klimaskeptiker aus den USA nun Deutschland „unterwandern“ und damit Argumente gegen die Energiewende aufzubauen. Es werden Netzwerke offengelegt die gezielt daran arbeiten die öffentliche Meinung zu manipulieren. In Fachkreisen spricht man oft von „leiser PR“ mit vermeintlichen Studien, groß aufgezogene Konferenzen, Meinungsmache in Blogs bzw. sozialen Medien und gegenseitige Einladung von „Experten“, man könnte es auch als selbstreferenzielles Netzwerk bezeichnen.

Warum muss das ein österreichisches Institut machen?

Prof. Claudia Kemfert, eine der führenden Energieexpertinnen und Autorin des neuen Energiebestsellers „Kampf um Strom“ in Deutschland kommentierte die aussergewöhnliche Studie auch und fügte hinzu, dass eine so unabhängige Studie in Deutschland wohl gar nicht mehr möglich wäre.

Politik, Wirtschaft und Wissenschaft scheinen auch dort  so ineinander verstrickt, dass manche Dinge einfach nicht untersucht werden dürfen. Ich finde es deshalb wirklich wichtig, dass sich die Länder der EU auch gegenseitig auf die Finger schauen. Ich merke auch immer wieder, dass meine Außensicht zur deutschen Energiepolitik ganz anders ist, als jene der Leute, die eben ganz tief drin stecken. Ich würde mir wünschen, dass wir wichtig genug wären, dass sich mal ein unabhängiges Institut aus einem anderen Land unsere Energiepolitik genauer ansieht. Ich denke, dass könnte für alle eine Bereicherung sein.

In der Studie wird jedenfalls ziemlich nüchtern erläutert wer mit wem zusammenarbeitet und wie die Netzwerke organisiert sind. Mir fehlt noch eine für die F.A.S typische Netzwerkgrafik, die die Beziehungen der einzelnen Player untereinander aufdeckt. Ich persönlich weigere mich die genannten Netzwerke hier namentlich zu nennen, weil es ihnen unnötige Aufmerksamkeit bescheren würde. Deshalb einfach hier selber einlesen.

Bild: Sanja Gjenero /sxc.hu

 
About the Author

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel

Cornelia Daniel ist österreichische Solarunternehmerin, Speakerin & Autorin. 2011 gründete sie die Solarberatung Dachgold mit Fokus auf die Beratung von Unternehmen welche in Photovoltaik oder Solarthermie investieren möchten. Ihr Spezialgebiet ist die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieträger und in diesem Gebiet vor allem das Thema Gestehungskosten in all seinen Ausprägungen. 2014 initiierte sie gemeinsam mit dem Anlagenbauer 10hoch4 die Aktion Tausendundein Dach  mit dem Ziel 1001 Unternehmensdächer bis 2020 zu solarisieren. In diesem Zusammenhang hält sie laufend Vorträge über die Kosten und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien und warum kein Weg an einer unternehmenseigenen Photovoltaikanlage vorbeiführt.

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