Licht aus Gravitation?

Ca. 1,5 Milliarden Menschen auf unserer Welt haben keinen Zugang zu einer verläßlichen Elektrizitätsversorgung. Sie müssen während der Nachtstunden ohne Licht auskommen oder können nur auf Kerosinlampen und ähnliches zurückgreifen.
Kerosinlampen haben folgende Nachteile: beim Hantieren kommt es immer wieder zu Unfällen (Verbrennungen und Brände). Die Kerosin-Verfügbarkeit und -Versorgung ist nicht überall gegeben. Kerosinlampen erzeugen giftige Dämpfe, die zu Atemwegserkrankungen und Vergiftungen führen. Außerdem setzt das Verbrennen von Kerosin CO2 frei und belastet damit das Klima.

GravityLight

Zwei britischen Designer, Jim Reeves und Martin Riddiford, haben eine Lampe entwickelt, die gänzlich ohne Stromnetz, Batterien, PV-Panele oder fossile Energieträger auskommt. Die genaue Funktionsweise verraten die beiden Designer zwar nicht, im Prinzip wird aber über ein Zuggewicht, das an einem Seil hängt und immer wieder aufgezogen werden muß, Licht erzeugt. So wie bei einer Pendeluhr, in der ein Räderwerk über Gewichte, die an Ketten hängen angetrieben wird.

Das Gewicht beim GravityLight ist ein mitgelieferter Sack, der mit Steinen, Sand oder Erde gefüllt werden kann – je nachdem was zur Verfügung steht. Das GravityLight brennt ca. eine halbe Stunde, danach muß es wieder aufgezogen werden. Die Leuchtstärke kann über das Füllgewicht des Sackes und über einen Hebel an der Lampe selbst eingestellt werden.

Um die Bedürfnisse der Zielgruppe genauer verstehen zu können, werden in einem ersten Schritt 1000 Lampen an Familien in Afrika und Indien verteilt.
Nach der Einarbeitung der gemachten Erfahrungen, soll die Lampe dann – in einem zweiten Schritt – in Massenproduktion gehen. Der Preis wird am Anfang bei ca. € 10.- pro Stück liegen. Das entspricht in etwa den Kosten und dem dreimonatigen Betrieb einer Kerosinlampe.
Ein Stückpreis von unter € 5.- für das GravityLight wird in einem dritten Schritt angestrebt.

Finanzierung

GravityLight finanziert sich über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo. (Crowdfunding ist relativ neue Art der Geldbeschaffung. Statt über eine einzelne Bank oder wenige große Investoren wird ein Projekt oder Unternehmen von vielen, kleinen Anlegern finanziert. Crowdfunding läuft normalerweise über Internetplattformen und ermöglicht somit jedem Menschen mit Web-Zugang, Geld für ein Projekt aufzutreiben.)
Ursprünglich wollten die beiden Briten $ 55.000.- einsammeln. Zur Zeit stehen liegen sie aber schon bei einem Volumen von $ 359.590.-. Deshalb arbeiten die beiden Erfinder schon an Zubehör für die Lampe: einem „Gravitationsgerät“, dass nicht nur zum Lichterzeugen verwendet werden kann, sondern auch zum Aufladen von Batterien, zum Betreiben von Radios, usw.

Bis 15. Jänner kann man sich auf Indiegogo noch an dem Projekt finanziell beteiligen.
Für $ 60.- bekommt man eine eigene Lampe und spendet eine für Indien/Afrika.

 
About the Author

Valentin Heppner

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Aufgewachsen in Graz, kam ich durch das Studium „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ an der Universität für Bodenkultur nach Wien und wechselte dann in die Finanzbranche. 2004 machte ich mich als Vermögensberater selbständig. 2006 spezialisierte ich mich auf „Nachhaltige Investments“, bei denen neben der Rendite auch soziale und ökologische Kriterien mitberücksichtigt werden. In weiterer Folge gründete ich die Firma „Fair investieren“ – mit dem Ziel die Welt zu retten. Seit Anfang 2011 führe ich Projekte für Unternehmen und NGO´s durch, die mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltige Investments“ zu tun haben – mit den drei Schwerpunkten: schreiben, vernetzen und Know-how-aufbereiten.

4 Comments

  1. Es ist schön zu sehen, dass der Erfindergeist ungeborchen vorhanden ist. Die Idee ist wirklich genial, wenn alles wie beschrieben funktioniert. Gerade für die armen Gegenden in Afrika, in denen die Leute noch in Lehmhütten ohne Fenster wohnen, wäre diese Lampe eine unglaubliche Verbesserung der Lebenssituation und weit weniger aufwendig als bisherige Projekte, wie diei Installation von Solarzellen auf den Hütten.

  2. Vor kurzem gab es auf Kickstarter (Crowdfunding) ein ähnliches Projekt. Da ging es um eine Lampe, die mittels Thermoelement, welches über ein normales Teelicht erhitzt wird, zu betreiben ist.

    Hab jetzt leider keinen Link zur Hand, kann ihn aber gerne später nachreichen wenn Interesse besteht.

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